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Der VKU, der über 1.580 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen aus den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation vertritt, hat heute in Berlin seine politischen Forderungen an die nächste Bundesregierung veröffentlicht.
Der Verband der kommunalen Unternehmen, der ĂĽber 1.580 Stadtwerke und
kommunalwirtschaftliche Unternehmen aus den Bereichen Energie,
Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation vertritt, hat
heute in Berlin seine politischen Forderungen an die nächste
Bundesregierung veröffentlicht.
Dazu Ingbert Liebing,
Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen: „Der Umbau
Deutschlands zur Klimaneutralität ist ambitioniert – und kostet viel
Geld. FĂĽr die anstehenden enormen Infrastrukturinvestitionen braucht die
kommunale Ver- und Entsorgungswirtschaft Planungs- und
Investitionssicherheit. Wir mĂĽssen wieder in langfristigen Planungs- und
Umsetzungszyklen denken, weil Infrastrukturen, die heute gebaut und
ausgebaut werden, ĂĽber Jahrzehnte hinweg und fĂĽr mehrere Generationen
zuverlässig funktionieren müssen. Einmal getroffene
Richtungsentscheidungen mĂĽssen deshalb langfristig Bestand haben - ĂĽber
Regierungswechsel hinweg.“ Und weiter: „Politik muss der Wirtschaft
wieder mehr Vertrauen entgegenbringen, indem sie bĂĽrokratische HĂĽrden
abbaut und Ăśberregulierung vermeidet. Das gilt fĂĽr alle Bereiche der
Kommunalwirtschaft. Nur so können Unternehmen flexibel, effizient und
innovativ dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen. Erfolgreiche Klimapolitik braucht eine starke Wirtschaft: Es nützt nichts, wenn ein Land klimaneutral, aber pleite ist.“ 
Die Kernforderungen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) zur kommenden Bundestagswahl in KĂĽrze:Energiewirtschaft:
Die
Energiewende erfordert massive Investitionen in Infrastruktur und
Technologien. Die Versorgungssicherheit muss weiterhin absolute
Priorität haben. Es ist wichtig, dass wir die erneuerbaren Energien
weiter massiv ausbauen und dabei auch die Speichertechnologien
berücksichtigen – nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus
ökonomischen Gründen. Noch liefern die Erneuerbaren zu wenig verlässlich
Energie, deshalb muss deren Einspeisung verstetigt werden. Ziel muss
eine höhere Auslastung der Stromnetze und eine bessere Markt- und
Systemintegration sein.
FĂĽr den Umbau des
Energiesystems benötigen Stadtwerke Planungs- und Rechtssicherheit. Wenn
der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, brauchen wir
Gaskraftwerke, die Spitzenlasten im Stromnetz kurzfristig ausgleichen.
FĂĽr
Investitionen in den Neubau und die Modernisierung von Kraftwerken und
KWK-Anlagen fehlt Rechtssicherheit, die Basis fĂĽr Investitionen ist. Es
braucht Anreize fĂĽr viele Marktteilnehmer, um die schwankende
Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen sowohl auf der Angebots- als
auch auf der Nachfrageseite auszugleichen.
Der bestehende
Energy-Only-Markt muss um einen Kapazitätsmarkt ergänzt werden: Weil
Kraftwerke durch den weiteren Ausbau der Erneuerbaren und Speichern
immer seltener Strom produzieren, in diesen Situationen wie
Dunkelflauten aber dringend gebraucht werden, muss bereits die
Bereitstellung von steuerbarer Leistung und Flexibilität honoriert
werden. Sonst fehlt der Anreiz, in neue Kraftwerke und Investitionen zur
Absicherung der Stromversorgung zu investieren.
Wir brauchen
eine Wärmeoffensive: Bei der Wärmewende sind wir in der aktuellen
Legislaturperiode praktisch nicht vorangekommen. Wir heizen zu 75
Prozent fossil, der Wärmepumpen-Absatz ist eingebrochen, stattdessen
sehen wir einen Boom bei Öl- und Gasheizungen. Der Zubau der Fernwärme
stagniert, obwohl er verdreifacht werden mĂĽsste, um die gesetzten Ziele
zu erreichen. Für mehr Fernwärme brauchen wir eine bessere Finanzierung
fĂĽr den Leitungsbau, eine bessere Regulierung, BĂĽrokratieabbau und kein
Mikromanagement. Obendrein müssen Gebäudeenergiegesetz (GEG) und
Wärmeplanungsgesetz entschlackt und praxistauglich gemacht werden.Wasserwirtschaft:
Wir
brauchen eine klimaresiliente Wasserver- und Abwasserentsorgung. Damit
die öffentliche Wasserver- und Abwasserentsorgung auch zukünftig
jederzeit, überall und zuverlässig funktioniert, ist es entscheidend,
die fĂĽr die Wasserversorgung notwendigen Wasserressourcen vor
Verunreinigungen bestmöglich zu schützen und den bestehenden Vorrang der
öffentlichen Wasserversorgung gegenüber konkurrierenden
Nutzungsinteressen durchzusetzen. Um die bestehende Wasser- und
Abwasserinfrastruktur zu erhalten und an die Anforderungen des
Klimawandels anzupassen, muss die Finanzierung der dafĂĽr erforderlichen
Investitionen gesichert und eine Gemeinschaftsaufgabe fĂĽr Klimaanpassung
im Grundgesetz verankert werden. Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit:
Die
Kreislaufwirtschaft spielt eine SchlĂĽsselrolle bei der Dekarbonisierung
und der Erreichung von Klimaneutralität. Ein sinnvolles
Ressourcenmanagement optimiert nicht nur den Materialeinsatz, sondern
verbessert auch die langfristige Wirtschaftlichkeit. Grundsätzlich
mĂĽssen wir zu einem Denken gelangen, das den Entsorgungsprozess vom
Anfang herdenkt und bei der Produktgestaltung ansetzt. Hersteller,
beispielsweise von Textilien oder Elektronikartikeln, sollten stärker an
den Entsorgungskosten beteiligt werden, nicht nur die Kunden. Das
Verursacherprinzip muss daher konsequenter umgesetzt werden. Wir
unterstützen die Gesetzesinitiativen auf europäischer Ebene zur
EinfĂĽhrung einer erweiterten Herstellerverantwortung fĂĽr Textilien und
setzen uns auĂźerdem fĂĽr einen bundesweiten Reparaturbonus ein. Digitales:
Wir
fordern ein Digitalministerium. Nur ein finanziell und personell gut
ausgestattetes Bundesministerium wird der Bedeutung der
Digitalisierung gerecht, Digitalisierung, Datenschutz, kĂĽnstliche
Intelligenz und Cybersicherheit zusammenzudenken. Zur digitalen
Grundversorgung brauchen wir mit Blick auf die digitalen
Infrastrukturen wirksame MaĂźnahmen gegen den strategischen Ăśber- und
Doppelausbau von Glasfasernetzen und eine zĂĽgige und
diskriminierungsfreie Migration von “Kupfer auf Glas”. Um im Wettbewerb
um die besten digitalen Lösungen mithalten zu können, muss der Umgang
mit kommunalen Daten klar geregelt sein. Gerade in einer digitalen Welt
tun wir gut daran, uns nicht auf einige wenige Global Player zu
verlassen.
| Copyright: | © Verband Kommunaler Unternhemen e.V. (VKU) (17.01.2025) | |