Verbrennung ist sinnvollster Entsorgungsweg fĂŒr Biokunststoffe

Berlin, 12.11.2012. „Nach wie vor gibt es keine sinnvollen Recyclingwege fĂŒr Biokunststoffe aus privaten Haushalten.“ Das ist das Fazit von bvse-Referent Dr. Thomas Probst anlĂ€sslich der 7. European Bioplastics Konferenz. Probst, der die Podiumsdiskussion "Biokunststoffe und Recycling" geleitet hatte, machte deutlich, dass es zahlreiche begrĂŒndete Vorbehalte der Kunststoffrecycler gegen Biokunststoffe gebe.

In der Diskussion wurde jedoch betont, dass diese Vorbehalte sich nicht gegen einen neuen Stoffstrom richteten, sondern dagegen, dass die stofflichen Eigenschaften der Biokunststoffe die bestehenden Recyclingverfahren fĂŒr konventionelle Kunststoffe, aber auch die Verwertung von biogenen AbfĂ€llen, erheblich beeintrĂ€chtigen.

Die Podiumsrunde diskutierte diese Effekte der Biokunststoffe intensiv. Es wurde deutlich, dass es sehr problematisch ist, wenn Biokunststoffe in den "Gelben Sack" gelangen und sich mit normalen Kunststoffen vermischen. Hauptgrund hierfĂŒr ist, dass sich die Biokunststoffe bei den vorgeschalteten Wasch- und Aufbereitungsprozessen auflösen und so auch noch die MaterialqualitĂ€t der herkömmlichen Kunststoffe mindern.

Experten wissen auch, dass Biokunststoffe die Farbe, die Barriereeigenschaften oder auch die mechanischen Eigenschaften eines recycelten petrochemischen Kunststoffs verĂ€ndern können. Kleine Mengen an Biokunststoffen können außerdem dazu fĂŒhren, dass die Verarbeitbarkeit von Polyethylen eingeschrĂ€nkt wird und so beispielsweise Probleme bei der Herstellung von Folien entstehen. Eine Lösung könnte sein, dass die Biokunststoffe mit ZusĂ€tzen angereichert werden, die die Biokunststoffe stabiler machen und diese negativen Effekte verhindern. Doch diese Entwicklung steht erst am Anfang.

In Berlin war man sich daher einig, dass kein Weg daran vorbeifĂŒhrt, Biokunststoffe auszuschleusen bevor der Recyclingprozess beginnt.
Momentan gelte, so bvse-Referent Dr. Thomas Probst, dass Biokunststoffe keine bessere Ökobilanz haben, nicht recycelbar sind, wenn sie als Verkaufsverpackung mit dem "Gelben Sack" gesammelt werden, und darĂŒber hinaus das herkömmliche Kunststoffrecycling sowie die Verwertung von BioabfĂ€llen empfindlich stören. „Die bisher sinnvollste Art Biokunststoffe zu entsorgen, ist daher nach wie vor die Verbrennung", zeigt sich Probst ĂŒberzeugt.



Copyright: © bvse-Bundesverband SekundĂ€rrohstoffe und Entsorgung e.V. (12.11.2012)
 
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