DGAW-Kunststoff-Newsletter Nr. 5 - Chemisches Recycling – ein Lösungsweg für das Recycling von Mischkunststoffen?

Der DGAW-Kunststoff-Newsletter Nr. 5 mit den Themen: Ein Artikel aus welcher ZEIT…; Bewertungsansätze zum „Carbon Footprint“ des Chemischen Recycling; Neue Verfahren zum Biologischen und Chemischen Recycling; Herausforderungen und Grenzen des Chemischen Recycling; Fazit.

Ein Artikel aus welcher ZEIT ...

„Es ist im Grunde genommen beschämend, dass wir es immer noch nicht geschafft haben, eine befriedigende Entsorgung für gemischte Kunststoffe anzubieten“, meint Klaus Komorowski aus Bonn. Wir werden zukünftig förmlich ertrinken in gemischten Abfällen. Sie zu verbrennen, sei derzeit zwar die beste Lösung, vernichte aber wertvolle Rohstoffe. Deshalb sei die deutlich umwelt- und rohstoffschonendere Lösung die Pyrolyse. Beim Verschwelen unter Luftabschluss zerbrechen die langkettige Polymere wieder in kleinere Bestandteile.


Doch so bestechend dieses Verfahren in der Theorie sein mag, „in der Praxis stößt es noch auf ganz erhebliche Probleme“, sagt Komorowski.
Für das Hamburger Pyrolyse-Verfahren der Professoren Sinn und Kaminsky wurde sogar der Körber-Preis vergeben, obwohl man von technischer Perfektion und wirtschaftlichem Dauerbetrieb noch weit entfernt war. Gründe für die fehlende Wirtschaftlichkeit seien vor allem die niedrigen Rohstoffpreise. Die Pyrolyse sollte jedoch keinesfalls als „Allheilmittel“ angesehen werden, vielmehr müssen die Hersteller verstärkt in die Verantwortung für die Entsorgung der von Ihnen erzeugten Produkte eingebunden werden“, fordert Komorowski. Die bisherige Entwicklung laufe jedoch häufig in die Gegenrichtung. Der technische Fortschritt führe zu immer komplexeren Produkten.1


Was sich liest wie ein aktueller Artikel zum Thema Kunststoffrecycling und Pyrolyse ist in Wahrheit in Artikel aus der ZEIT vom 16. September 1988!!
Damals betrug das Aufkommen an Kunststoffabfällen in Deutschland rund 3 Mio. Tonnen, 2017 waren es 6,15 Mio. Tonnen. Der Kunststoffabsatz verdreifachte sich von 1965 bis 1985 auf knapp 2,5 Mio. Tonnen. Heute werden 12,6 Mio. Tonnen verarbeitet.2


Den gesamten DGAW Kunststoffnewsletter finden Sie hier.


Autoren:

Dipl.-Ing. Thomas Obermeier; Ehrenpräsident DGAW, CEO TOMM+C
Dipl.-Wirt.Ing. Isabelle Henkel; Referentin DGAW, Projektmanagement TOMM+C

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 1 https://www.zeit.de/1988/38/kunstvoll-gekokelte-kunststoffe

2 https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlterabfallarten/kunststoffabfaelle#textpart-1  



Copyright: © DGAW - Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. (21.06.2019)
 
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