Klima-Zwischenverhandlungen starten in Bonn

Regierungsvertreter aus aller Welt verhandeln vom 17. – 27. Juni in Bonn auf Arbeitsebene ĂŒber die weitere Ausgestaltung der Detail-Regeln unter dem Pariser Klimaschutzabkommen.


Seit der erfolgreichen Klimakonferenz in Polen im letzten Jahr steht der ĂŒberwiegende Teil der Detailregeln fĂŒr die Umsetzung der Pflichten aus dem Paris Abkommen bereits fest. Die LĂ€nder konnten sich in Polen jedoch nicht auf Regeln fĂŒr den internationalen Handel mit Emissionsrechten einigen. Dieses Thema wird daher ein Schwerpunkt bei den heute beginnenden zweiwöchigen Verhandlungen in Bonn sein. Bei der nĂ€chsten Welt-Klimakonferenz im Dezember in Chile soll dann festgelegt werden, nach welchen Regeln Staaten und private Akteure international mit Emissionszertifikaten handeln dĂŒrfen.

 
Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Deutschland setzt sich bei den Verhandlungen fĂŒr einen international starken Klimaschutz ein, der verhindert, dass die Erde fĂŒr die junge Generation ein lebensfeindlicher Ort wird. Dazu gehören auch klare Regeln fĂŒr den Handel mit Emissionszertifikaten: Keine Schlupflöcher, die dazu fĂŒhren, dass Klimaschutz nur auf dem Papier stattfindet. FĂŒr erfolgreichen Klimaschutz muss jedes Land seinen Beitrag leisten. Deutschland muss hier wieder eine FĂŒhrungsrolle ĂŒbernehmen. Es ist fĂŒr mich auch ermutigend zu sehen, dass in vielen LĂ€ndern schon Vorbereitungen zur Verbesserung der Klimaziele begonnen haben. Besonders freue ich mich, dass Deutschland sich jetzt auch dazu bekennt, innerhalb der EU bereits 2050 treibhausgasneutral zu sein."


Um die Klimakonferenzen am Ende des Jahres vorzubereiten, finden jĂ€hrlich im Sommer Zwischen-Verhandlungen in Bonn, dem Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, statt. Neben den detaillierten Verhandlungen werden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch zum "Climate Action Summit" austauschen, zu dem VN-GeneralsekretĂ€r Guterres Staats- und Regierungschefs am 23. September nach New York eingeladen hat. Ziel des Climate Action Summits ist es, weltweit stĂ€rkere Maßnahmen gegen den Klimaschutz anzustoßen. Denn bisher reichen die 2015 vorgelegten Klimaschutzziele der LĂ€nder unter dem Pariser Abkommen noch nicht aus, um die ErderwĂ€rmung unter 2 Grad Celsius und möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu halten. Im Jahr 2020 sollen daher die von den Staaten vorgelegten Ziele ĂŒberprĂŒft und möglichst angehoben werden. Außerdem geht es darum, Langfriststrategien der Staaten fĂŒr den Klimaschutz vorzulegen.


Weitere Punkte auf der formellen Verhandlungsagenda thematisieren zum Beispiel die internationale Kooperation, um auf KlimawandelschĂ€den in EntwicklungslĂ€ndern zu reagieren und diese möglichst zu minimieren. Außerdem erarbeiten die Regierungsvertreter auf der Grundlage der Entscheidungen der letzten Klimakonferenz in Polen nun einheitliche Tabellen und Berichtsformate fĂŒr die Berichterstattung der LĂ€nder. Auch das Budget des Klimasekretariats fĂŒr den Zeitraum 2020-2021 wird verhandelt. Deutschland setzt sich als Sitzstaat des Klimasekretariats fĂŒr ein effizientes und schlagkrĂ€ftiges Sekretariat ein.



Copyright: © Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (17.06.2019)
 
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