Kunststoffrecycler fordern: Definierte hochwertige Mischkunststoffe m√ľssen im Exportaustausch bleiben!

Die stoffliche Wiederverwertung nicht sortenrein gesammelter Kunststoffe ist technisch höchst anspruchsvoll und gehört in Expertenhände. Allerdings ist die Forderung nach einem generellen Export- und weltweitem Handelsverbot von Mischkunststoffabfällen, die derzeit auf der Genfer Konferenz zum Basler Abkommen diskutiert und auch von der Bundesumweltministerin Schulze vertreten wird, keine Lösung.

‚ÄěUnter den nicht sortierten Kunststoffmischabf√§llen gibt es sehr gute definierte, d. h. gem√§√ü Schl√ľsselnummern der AVV oder Fraktionsnummern aus den DSD-Sortiervorgaben detektierte, Mischkunststoffe, die f√ľr die Herstellung neuer Produkte von hohem Nutzen sind. Wir sehen in einem generellen Exportverbot unsortierter Kunststoffabf√§lle keine L√∂sung. Insbesondere auch nicht im Hinblick darauf, Ressourcen zu schonen und die anspruchsvollen Ziele des Verpackungsgesetzes zu erreichen‚Äú, erkl√§rt bvse-Kunststoffexperte Dr. Thomas Probst.

Die Recyclingunternehmen in Deutschland verf√ľgen √ľber hervorragende Anlagentechnik und weiteres Entwicklungspotenzial, um auch Mischkunststoffabf√§lle umweltgerecht und unter Wahrung des Gesundheitsschutzes zu verwerten. Fraktionen, f√ľr die dies nicht m√∂glich ist, k√∂nnen gefahrenfrei beseitigt werden. Dies ist in vielen L√§ndern Asiens oder Afrikas, die √ľber keine funktionierende Kreislaufwirtschaft verf√ľgen, nicht der Fall. Seit China die Einfuhr von Kunststoffabf√§llen zu Anfang des Jahres verboten hat, gab es weltweit eine Verlagerung der Stoffstr√∂me in angrenzende L√§nder, die, wie erkennbar wird, f√ľr eine ordnungsgem√§√üe Verwertung nicht ger√ľstet sind. Einen EU-Vorschlag, der die internationale Verbringung von Sortierresten in diese L√§nder einschr√§nkt, unterst√ľtzen die deutschen Kunststoffrecyclingunternehmen daher sehr wohl.

Grunds√§tzlich verfolgen deutsche Kunststoffrecyclingunternehmen das Ziel, die in Deutschland erfassten Plastikabf√§lle vor Ort oder in Zusammenarbeit mit europ√§ischen Unternehmen, die √ľber √§hnliche Standards verf√ľgen, wieder aufzubereiten. Im Bereich der Verwertung von Mischkunststoffen gelingt das gut. Gesch√§tzt 400.000 bis 600.000 Tonnen Mischkunststoffe werden so j√§hrlich recycelt. Bei einem Gesamtaufkommen von insgesamt 1,2 Millionen Tonnen Plastikabf√§lle in Deutschland ist dies ein beachtlicher Anteil.

Der Export und Handel mit Mischkunststoffen ist also eine wichtige Stellschraube, um l√§nder√ľbergreifende Wertsch√∂pfungsketten zu bedienen und zu erhalten. ‚ÄěAuch Mischkunststoffe, die nicht sortenrein sind, k√∂nnen bei der Herstellung bestimmter Produkte einen hohen Wert haben‚Äú, erkl√§rt bvse-Kunststoffexperte Dr. Thomas Probst. Sie sind wertvolle (Sekund√§r)Rohstoffe f√ľr viele Produkte aus dem Baubereich, des Landschafts-und Gartenbaus oder des Gew√§sserschutzes und weisen gegen√ľber Wettbewerbsprodukten aus Prim√§rrohstoffen, wie Holz oder Beton, deutliche Vorteile durch l√§ngere Haltbarkeit auf.

Zudem k√∂nnen die nach dem neuen Verpackungsgesetz deutlich hochgesetzten Recyclingquoten, die in diesem Jahr auf 58,5 Prozent und bis 2020 sogar auf 63 Prozent festgelegt wurden, keinesfalls erreicht werden, wenn Mischkunststoffe aus den etablierten l√§nder√ľbergreifenden Wertsch√∂pfungsketten durch ein generelles Exportverbot herausfallen.

Nat√ľrlich soll der Schutz von Mensch um Umwelt oberste Priorit√§t behalten. Anhand von Sortier- und Abfallschl√ľsselnummern l√§sst sich umgekehrt auch leicht erkennen, welche gemischten Abf√§lle sich keinesfalls mehr zu einer Aufbereitung und damit auch nicht f√ľr den Export eignen.



Copyright: © bvse-Bundesverband Sekund√§rrohstoffe und Entsorgung (03.05.2019)
 
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