Bundeskabinett beschließt Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik

WertschÀtzen statt Wegwerfen



Die Bundesregierung hat heute eine Verordnung zum Verbot von Einwegkunststoff-Produkten auf den Weg gebracht. KĂŒnftig sollen bestimmte Plastikprodukte verboten sein, fĂŒr die es bereits umweltfreundliche Alternativen gibt. Das Verbot betrifft Wegwerfprodukte wie Einmalbesteck und -teller, Trinkhalme, RĂŒhrstĂ€bchen, WattestĂ€bchen und LuftballonstĂ€be aus Plastik. Auch To-Go-LebensmittelbehĂ€lter und GetrĂ€nkebecher aus Styropor sollen nicht mehr auf den Markt kommen. Verboten sind außerdem alle Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff, der sich in besonders schwer zu entsorgende Mikropartikel zersetzt, aber nicht weiter abbaut. Die Verordnung leistet einen wichtigen Beitrag gegen die VermĂŒllung der Umwelt und dient dem Schutz der Meere.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Viele Einwegprodukte aus Kunststoff sind ĂŒberflĂŒssig und kein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen. Dazu kommt: Viel zu oft enden Kunststoffe in der Umwelt oder den Meeren. Es ist gut, dass wir uns in Europa auf ein gemeinsames Vorgehen gegen ĂŒberflĂŒssiges Einweg-Plastik geeinigt haben. Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss gehen wir einen wichtigen nationalen Umsetzungsschritt im Kampf gegen die Plastikflut. Ich bin mir sicher: Dieses Verbot wird schon bald zu besseren, innovativen und umweltfreundlichen Produkten und Lösungen fĂŒhren. Vor allem Mehrweg ist aus Umweltsicht das Mittel der Wahl. Denn wir mĂŒssen weg kommen von der Wegwerfkultur."

Die nun verbotenen Produkte gehören laut EU-Kommission zu den am hĂ€ufigsten an europĂ€ischen StrĂ€nden gefundenen PlastikgegenstĂ€nden. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schĂ€tzt, dass sie rund zehn bis zwanzig Prozent des Abfalls aus Parks, öffentlichen PlĂ€tzen und Straßen ausmachen. Den grĂ¶ĂŸten Anteil daran haben To-Go-Verpackungen fĂŒr Lebensmittel und GetrĂ€nke aus expandiertem Polystyrol (Styropor).

Einwegkunststoffprodukte können in vielen FÀllen durch umweltfreundlichere Mehrweglösungen ersetzt werden. To-Go-Becher oder To-Go-LebensmittelbehÀlter aus Metall oder Kunststoff sowie abwaschbare Trinkhalme aus Glas finden immer mehr Verbreitung. Auf vielen Volksfesten hat sich bereits Mehrweggeschirr fest etabliert. Wegwerfprodukte wie WattestÀbchen können aus nachhaltigerem Material hergestellt werden.

Die neue Verordnung dient der Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie in nationales Recht. Das Verbot soll am 3. Juli 2021 europaweit in Kraft treten. Der Abverkauf von bereits bestehenden LagerbestĂ€nden – die nicht zuletzt auch durch die Covid 19 Pandemie entstanden sind – bleibt zulĂ€ssig, um eine gebrauchslose Vernichtung der Einwegprodukte zu vermeiden. Die Verordnung wird nunmehr im Bundestag behandelt und bedarf anschließend der Zustimmung im Bundesrat.


Die Originalpressemitteilung finden Sie hier.



Copyright: © Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (24.06.2020)
 
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