Ressourceneffizienz macht die deutsche Wirtschaft krisensicherer

Auf Vorschlag des Bundesumweltministeriums hat das Bundeskabinett heute das dritte Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess III) beschlossen. Mit dem Programm will die Regierung einen sparsamen Umgang mit Rohstoffen erreichen. Vor allem Unternehmen sollen natĂŒrliche Ressourcen entlang der gesamten Wertschöpfungskette effizienter nutzen. Digitale Lösungen sollen zur Steigerung von Ressourceneffizienz stĂ€rker genutzt werden. Die Entscheidung fĂŒr ressourcenschonende Produkte soll BĂŒrgerinnen und BĂŒrger durch verbesserte Informationen leichter gemacht werden.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Eine sichere Versorgung mit Rohstoffen ist fĂŒr die deutsche Wirtschaft unerlĂ€sslich. Das hat uns die Coronakrise mit ihren Auswirkungen auf Lieferketten und RohstoffmĂ€rkte vor Augen gefĂŒhrt. Die Wirtschaft von morgen braucht einen Schub fĂŒr mehr Ressourceneffizienz . Unternehmen und Konsumenten sind hier gleichermaßen gefordert. Es geht darum, die Chancen digitaler Technologien fĂŒr mehr Wohlstand und WettbewerbsfĂ€higkeit, soziale Gerechtigkeit und eine intakte Umwelt zu nutzen. Mit seiner Leitidee, die Wirtschafts- und Produktionsweisen in Deutschland schrittweise von PrimĂ€rrohstoffen unabhĂ€ngiger zu machen, leistet ProgRess einen wichtigen Beitrag, um die deutsche Wirtschaft krisensicherer zu machen.“

Die Digitalisierung trĂ€gt erheblich zum erhöhten Verbrauch von Rohstoffen bei. Das verdeutlicht die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets sowie die wachsenden Bedarfe an Serverleistungen. Zugleich bietet die Digitalisierung Lösungen, wie das Bundesumweltministerium auch in seiner umweltpolitischen Digitalagenda verdeutlicht hat: Dank immer schnellerer Verarbeitung von Prozessdaten, kann eine Produktion besser gesteuert und der Rohstoffeinsatz effizienter werden. Daher widmet ProgRess III der Digitalisierung einen neuen Schwerpunkt mit Maßnahmen zur Ressourceneffizienz im Bereich Industrie 4.0 und Rechenzentren. Unternehmen werden darin unterstĂŒtzt, Produkte kĂŒnftig ressourceneffizient zu gestalten und zu produzieren. WĂ€hrend der Herstellungs-, Nutzungs- und Entsorgungsphase sollen kĂŒnftig Produkte ein Minimum an Material, Wasser und Energie beanspruchen und trotzdem ihre Funktion erfĂŒllen.

Nicht nur in der Produktion, auch im Konsumverhalten treibt die Digitalisierung bislang den steigenden Ressourcenverbrauch voran. So ist der Online-Handel heute mit Wachstumsraten von rund zehn Prozent jĂ€hrlich ein wichtiges Segment des Einzelhandels geworden. Daher konzentriert sich ProgRess III auch auf die Sensibilisierung der Bevölkerung, in alltĂ€glichen Bereichen wie „Arbeiten und Wohnen“, „MobilitĂ€t“ und „Informieren und Kommunizieren“. Hier sollen Langlebigkeit und QualitĂ€t zu zentralen Verkaufsargumenten werden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen fĂŒr ihre Kaufentscheidungen transparente, verlĂ€ssliche, vergleichbare, ĂŒberprĂŒfbare und leicht verstĂ€ndliche Informationen erhalten. Das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm III setzt insbesondere auf Marktanreize, Information, Beratung, Bildung, Forschung und Innovation sowie auf die StĂ€rkung freiwilliger Maßnahmen und Initiativen in Wirtschaft und Gesellschaft. Das Themenspektrum der 119 Maßnahmen reicht von ökologischen Sorgfaltspflichten in Rohstofflieferketten ĂŒber die Reparierbarkeit von Produkten, Beratungsangebote fĂŒr Unternehmen und Standardisierungs- und Zertifizierungssysteme fĂŒr Rezyklate bis zu Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und Umweltzeichen fĂŒr ressourceneffiziente Software.

ZusĂ€tzlich zu einem intensiven Konsultationsprozess mit den BundeslĂ€ndern, VerbĂ€nden und anderen gesellschaftlichen Akteuren wurde im Rahmen der Erarbeitung von ProgRess III auch eine umfangreiche BĂŒrgerbeteiligung durchgefĂŒhrt. Auf Grundlage der Ergebnisse dieses Dialogs formulierten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger einen BĂŒrgerratschlag zur Ressourcenschonung, der in ProgRess III integriert wurde.

Weitere Informationen finden Sie auf der BMU-Website: www.bmu.de/DL2496



Copyright: © Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (17.06.2020)
 
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