Mit nachhaltigem Wirtschaften gestÀrkt aus der Krise

Bundesumweltministerium startet Umfrage zum Anteil nachhaltiger WirtschaftsaktivitÀten in europÀischen Unternehmen

In einem Brief an die CEOs von fast 430 Großunternehmen in Europa bittet Bundesumweltministerin Svenja Schulze um Teilnahme an der Umfrage "European Sustainable Finance Survey". Das vom BMU geförderte Forschungsvorhaben misst damit erstmals die Nachhaltigkeit großer Firmen anhand einer neuen, europaweit geltenden Taxonomie. Mit der Umfrage, die heute startet und am 9. Juni beendet sein soll, wird ein besseres VerstĂ€ndnis davon erwartet, wie Konjunkturprogramme zukunftsgerecht und nachhaltig auszurichten sind. Deutschland will die EU-RatsprĂ€sidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 dazu nutzen, den europĂ€ischen Klimaschutz - Green Recovery und Green Deal - nach KrĂ€ften voranzubringen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Wir brauchen einen nachhaltigen, klimafreundlichen Neustart der Wirtschaft, um die aktuelle Krise zu bewĂ€ltigen. Der Green Deal als neue Wachstumsstrategie der EU bietet dafĂŒr große Chancen. Unser Leitbild ist nicht die alte, sondern eine bessere Welt, die krisenfester und nachhaltiger wirtschaftet. Die EU-Taxonomie fĂŒr Nachhaltige Finanzierung gibt erstmals eine Richtschnur, was Nachhaltigkeit in der Wirtschaft konkret bedeutet. Wer in erneuerbare Energien, nachhaltige MobilitĂ€t und klimavertrĂ€gliche Industrieprozesse investiert, sorgt fĂŒr Klimaschutz, Innovation und zukunftsfĂ€hige ArbeitsplĂ€tze zugleich. Diese Investitionen wollen wir gezielt fördern. Darum ist es jetzt nötig zu messen, wo wir in Sachen Nachhaltigkeit stehen."

Die Umfrage soll Unternehmen und Banken beim Aufbau von KapazitĂ€ten fĂŒr die EU-Taxonomie sensibilisieren und zeigen, inwieweit wirtschaftliche AktivitĂ€ten von Unternehmen schon heute der EU-Taxonomie entsprechen und wo Herausforderungen und Lösungen bei der Weiterentwicklung der EU-Taxonomie liegen. Gefragt werden Finanzunternehmen zum Beispiel nach dem Anteil ihrer Produkte, die der EU-Taxonomie entsprechen beziehungsweise nach Finanzierungen, die zur Vermeidung oder Anpassung an den Klimawandel beitragen. Konkret wird beispielsweise gefragt: "Wie hilfreich wird Ihrer Meinung nach die EU-Taxonomie sein, um Ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen?" und: "Was sind die Hauptschwierigkeiten, die Sie bei der Anwendung der EU-Taxonomie auf Ihre Produkte erwarten (oder bereits haben)?"

Die Umfrage erfasst erstmalig den Anteil nachhaltiger WirtschaftsaktivitĂ€ten – gemĂ€ĂŸ dem Vorschlag der Expertengruppe der EU-Kommission fĂŒr eine EU-Taxonomie zur nachhaltigen Finanzierung – in den grĂ¶ĂŸten, börsennotierten Unternehmen Europas, die in den nach Marktkapitalisierung 14 grĂ¶ĂŸten Leitindizes der EU-28 (EuroStoxx 50, FTSE 100, DAX 30, CAC40, et cetera) vertreten sind. Die Erkenntnisse sollen eine wichtige Grundlage fĂŒr gemeinsame Diskussionen von Wirtschaftsvertretern und Finanz- und Umweltministerien im Rahmen der deutschen EU-RatsprĂ€sidentschaft bilden.

Die Expertengruppe der EU-Kommission hatte im MĂ€rz 2020 ihre Arbeit abgeschlossen und zu den ersten zwei von sechs Umweltzielen (vorerst nur im Klimabereich) technische PrĂŒfkriterien fĂŒr nachhaltige WirtschaftsaktivitĂ€ten vorgeschlagen. Diese bilden die Basis fĂŒr delegierte Rechtsakte, die laut Taxonomie-Verordnung bis Ende 2020 erlassen werden sollen. Anhand der PrĂŒfkriterien der Expertengruppe wird nun im Auftrag des BMU der Anteil nachhaltiger WirtschaftsaktivitĂ€ten am GeschĂ€ftsvolumen von 427 europĂ€ischen Großunternehmen gemessen und verglichen.


Die Originalpressemitteilung finden Sie hier.



Copyright: © Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (13.05.2020)
 
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