Situation in der Entsorgungswirtschaft zum Jahreswechsel insgesamt positiv

BDE legt Umfrageergebnis vor: Bilanz mit Licht und Schatten

Die Unternehmen der deutschen Kreislaufwirtschaft schĂ€tzen die Stimmung in ihrem Wirtschaftszweig zu Beginn dieses Jahres als insgesamt positiv ein. Dennoch bestehen Herausforderungen im operativen GeschĂ€ft. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage unter den Gremienmitgliedern des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser-, und Rohstoffwirtschaft e.V. Bei dieser Umfrage, die der Verband jetzt veröffentlichte, konnten sich die Unternehmen zu insgesamt fĂŒnf Themenbereichen Ă€ußern.

Konjunktur

Überwiegend erfreulich bewerteten 66 Prozent der befragten Unternehmen ihre geschĂ€ftliche Entwicklung. So konnten sie ihre UmsĂ€tze in 2019 im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Bei 18 Prozent stagnierten die Einnahmen und noch bei 16 Prozent gingen sie sogar zurĂŒck. Die Auftragsentwicklung verbesserte sich noch bei 54 Prozent der Firmen. FĂŒr 33 Prozent der befragten Unternehmen blieb die Auftragslage gleich, wĂ€hrend sie bei 13 Prozent der Unternehmen im Vergleich zu 2018 abnahm.Durchwachsen stellt sich die Prognose der befragten Unternehmen fĂŒr 2020 dar. Demnach rechnen nur noch 50 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung. 37 Prozent erwarten keine VerĂ€nderung und 13 Prozent gehen sogar von einer Verschlechterung aus.Besondere Sorge bereitet die Entwicklung der RecyclingrohstoffmĂ€rkte. FĂŒr 88 Prozent ist sie ein aktuelles Thema im Unternehmensalltag.

ArbeitsplÀtze

Im vergangenen Jahr wurden in 57 Prozent der Unternehmen neue ArbeitsplĂ€tze geschaffen. In 16 Prozent dieser Unternehmen fiel die Belegschaftserweiterung stark aus. In 36 Prozent der Unternehmen verĂ€nderte sich die Mitarbeiterzahl nicht und 11 Prozent mussten ArbeitsplĂ€tze abbauen.FĂŒr 2020 planen 53 Prozent der Unternehmen Neueinstellungen. Bei 36 Prozent dĂŒrfte nach aktueller EinschĂ€tzung die Mitarbeiterzahl stagnieren. 11 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem, wenn auch geringen, Abbau von Stellen. Relevant fĂŒr die Unternehmen ist weiterhin das Thema FachkrĂ€fte: FĂŒr 94 Prozent ist es aktuell, darunter bei 55 Prozent sogar hochaktuell. Einen spezifischen Mangel an Berufskraftfahrern sehen 79 Prozent der Befragten.

Wettbewerb

Der intensive Wettbewerb in der Kreislaufwirtschaft spiegelt sich in den Antworten wider: Als gering schĂ€tzt ihn 1 Prozent der Befragten ein. Ein Drittel bewertet den Wettbewerbsdruck als durchschnittlich, der ĂŒberwiegende Teil mit 51 Prozent aber als hoch und fĂŒr 15 Prozent ist er in einen VerdrĂ€ngungswettbewerb ĂŒbergegangen.Dementsprechend aktuell ist das Thema in den Unternehmen. Nur fĂŒr 5 Prozent spielt das Thema Wettbewerb keine Rolle.Als stĂ€rkste Wettbewerber um Marktanteile wurden dabei zu 17 Prozent staatliche Unternehmen wahrgenommen.

Operatives GeschÀft

Operativ werden insbesondere zunehmende Absteuerungsprobleme genannt, die die Unternehmen beschÀftigen. Diese betreffen inzwischen fast alle Abfallströme. Die Unternehmen erwarten nicht, dass diese Herausforderungen im laufenden Jahr geringer werden.

Verstaatlichung und öffentliche Ausschreibungen

Die Verstaatlichung und damit der Entzug ganzer Marktanteile aus dem Wettbewerb ist in 69 Prozent der befragten Unternehmen ein aktuelles Thema. Dementsprechend ist die Entwicklung bei der Anzahl öffentlicher Ausschreibungen: Nur in 16 Prozent der FĂ€lle haben diese zugenommen. FĂŒr 70 Prozent verharrt sie unverĂ€ndert auf dem Niveau der Vorjahre. ZurĂŒck gingen sie sogar fĂŒr 14 Prozent.Besonders kritisch wird dabei die Ausgestaltung von öffentlichen Ausschreibungen gesehen: 77 Prozent bewerten diese schlicht als praxisfremd. Dabei drĂ€ngt sich der Eindruck auf, dass Ausschreibungen so gestaltet werden, dass eine Angebotsabgabe möglichst erschwert bis unmöglich wird. Hierbei wird insbesondere das Übertragen selbst verschuldensunabhĂ€ngiger Risiken und unvorhergesehener Änderungen in der Laufzeit durch gesetzliche Änderungen auf den Auftragnehmer genannt. Ebenso wird das Verfahren als zu bĂŒrokratisch, unflexibel, nicht nachvollziehbar und komplex beschrieben. Der daraus resultierende Bearbeitungsaufwand verhindert fĂŒr die Kommunen preisgĂŒnstige und Effiziente Lösungen und benachteiligt dabei nicht zuletzt gerade kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen.

Politik und Rechtsrahmen

Sollte die Branche die Politik bewerten, wĂŒrde in diesem Jahr erneut ein stabile 4 als Schulnote auf dem Zeugnis stehen. Kritisch ist weiterhin der uneinheitliche Vollzug der bestehenden rechtlichen Regelungen. FlexibilitĂ€t wird den politisch Handelnden dabei durchaus zugebilligt: Schnell und unberechenbar mit hoher verwaltungsrechtlicher, aber wenig abfallwirtschaftlicher Kompetenz den Rechtsrahmen zu verĂ€ndern und damit ein Höchstmaß an Unsicherheit zu erzeugen. FĂŒr 75 Prozent der Unternehmen ist daher die Investitionsunsicherheit ein aktuelles Thema im unternehmerischen Alltag und der BĂŒrokratieaufwand fĂŒr 82 Prozent.

BDE-PrĂ€sident Peter Kurth erklĂ€rte zur Branchenumfrage: „Die jĂ€hrliche Befragung der Unternehmen liefert ein eindrucksvolles Spiegelbild der wirtschaftlichen RealitĂ€t der Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Sie zeigt uns zwar immer wieder neue Problemfelder auf, jedoch ist auch festzustellen, dass sich Fehlentwicklungen verfestigen. Gerade in Fragen des Vollzugs muss es endlich einheitliche Regelungen geben, damit Klarheit fĂŒr die Unternehmen besteht. Ebenso sind fĂŒr eine positive Branchenentwicklung verbindliche Vereinbarungen beim Rezyklatabsatz unerlĂ€sslich. Die Kreislaufwirtschaft ist eine Wachstumsbranche, deren Potential beileibe noch nicht gehoben ist. Dies wird erst der Fall sein, wenn Unternehmen verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen vorfinden, die ihr langfristiges wirtschaftliches Engagement nicht hemmen, sondern fördern.“


Die original Pressemitteilung finden Sie hier.



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BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser-, und Rohstoffwirtschaft e.V.



Copyright: © ASK-EU (13.02.2020)
 
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