25. Weltklimakonferenz: "Jetzt nach vorne schauen"

Die Weltklimakonferenz in Madrid ist heute mit zwei Tagen VerspĂ€tung zu Ende gegangen. Zu den BeschlĂŒssen zĂ€hlte ein Aufruf zu höheren Klimaschutzzusagen im nĂ€chsten Jahr. Die EuropĂ€ische Union hatte bereits beim EuropĂ€ischen Rat in dieser Woche beschlossen, bis 2050 klimaneutral zu werden und ihr Klimaziel fĂŒr 2030 zu ĂŒberarbeiten. DafĂŒr gab es viel Anerkennung, gerade von kleinen Inselstaaten, die besonders vom Klimawandel bedroht sind. Bis zur nĂ€chsten Weltklimakonferenz Ende 2020 in Glasgow sollen alle Vertragsstaaten ĂŒberarbeitete Klimaschutzzusagen fĂŒr das nĂ€chste Jahrzehnt sowie eine Langfriststrategie bis 2050 vorlegen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Das waren harte Verhandlungen in Madrid. Leider werden die Ergebnisse den dringend nötigen Fortschritten beim Klimaschutz nicht gerecht. Ich bin aber froh, dass wir alle Versuche abwehren konnten, das Pariser Klimaschutzabkommen aufzuweichen. In Madrid hat sich erneut gezeigt: Es braucht viel Kraft, die Staaten der Welt zusammenzuhalten. Wenn wir die Erderhitzung erfolgreich bekĂ€mpfen wollen, ist aber Zusammenhalt, ist der gemeinsame Wille zum Handeln unverzichtbar. Die Bremser dĂŒrfen nicht den Takt vorgeben. In Madrid standen am Ende alle zum Pariser Klimaabkommen, aber wir mĂŒssen alle schneller werden bei der BekĂ€mpfung des Klimawandels. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen. Europa wird 2020 mit gutem Beispiel vorangehen. Wir EuropĂ€er sind die erste große Volkswirtschaft, die ihre Klimaschutzzusage im nĂ€chsten Jahr deutlich anheben wird. DafĂŒr gab es in Madrid viel Anerkennung, gerade von den kleinen Inselstaaten. Diese Zusage verbinden wir mit der Erwartung an andere große Volkswirtschaften, nĂ€chstes Jahr ebenfalls neue Zusagen vorzulegen."

Die EU-Kommission wird bis zum Sommer 2020 einen Plan vorlegen, um das Klimaziel der EU von derzeit 40 Prozent weniger CO2 gegenĂŒber 1990 auf 50 bis 55 Prozent zu erhöhen. Als EU-RatsprĂ€sidentschaft wird Deutschland im zweiten Halbjahr 2020 dabei eine wichtige Rolle spielen. Dabei wird es auch darum gehen, andere große Volkswirtschaften zu einem gemeinsamen Vorangehen zu bewegen. Die gemeinsamen Gipfel der EU mit China spielen dabei eine wichtige Rolle.

Bei der Klimakonferenz in Madrid ging es auch darum, festzulegen, nach welchen Regeln die CO2-Einsparungen aus internationalen Klimaschutzprojekten angerechnet werden ("Marktmechanismen"). Die EU und zahlreiche andere ambitionierte Staaten hatten sich dafĂŒr eingesetzt, dass diese Mechanismen die bestehenden Pariser Klimaschutzziele nicht verwĂ€ssern dĂŒrfen. Am Ende gab es Fortschritte, die eine Entscheidung im nĂ€chsten Jahr möglich erscheinen lassen.

Diese Klimakonferenz war weniger von konkreten Verhandlungen ĂŒber Regeln geprĂ€gt als frĂŒhere Weltklimakonferenzen. DafĂŒr stand in vielen bi- und multilateralen GesprĂ€chen der Austausch im Vordergrund, wie die jeweiligen Staaten ihre Klimaschutzpolitik verbessern können.

Schulze: "Die Klimakonferenzen mĂŒssen sich verĂ€ndern, aber sie bleiben wichtig. Die Bedeutung der Verhandlungen ĂŒber Detailregelungen wird weiter abnehmen, denn die fĂŒr die Umsetzung des Pariser Abkommmens nötigen Regeln sind weitgehend vorhanden. Der Austausch ĂŒber neue umwelt- und klimafreundliche Industrietechnologien und PolitikansĂ€tze, die zu mehr Klimaschutz fĂŒhren können, wird mehr und mehr zum Kern der Konferenz. Das entspricht auch dem Geist des Pariser Abkommens. Wir lernen voneinander und wir sind solidarisch mit den Ă€rmsten Staaten und helfen ihnen beim Kampf gegen den Klimawandel. Ich habe in vielen bilateralen GesprĂ€chen erfahren, wie die einzelnen LĂ€nder an neuen Klimaschutzmaßnahmen arbeiten und dafĂŒr geworben, gemeinsam mehr zu tun."



Copyright: © Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (15.12.2019)
 
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