Metallrecycling ist aktiver Klimaschutz

Der Vorstand des Verbands Deutscher Metallhändler e.V. (VDM) hat ein 6-Punkte-Papier zum Thema Klimaschutz und Recycling beschlossen (Anlage). Der Verband weist darauf hin, dass durch NE-Metall-Recycling seit jeher große Mengen CO2 eingespart werden.

„Unser Einsatz für den Klimaschutz wird von der Politik kaum wahrgenommen. Im Gegenteil: Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die NE-Metall-Recycling-Wirtschaft werden von Jahr zu Jahr schlechter. Wir müssen weg von der Verbotskultur die Recycling behindert hin zu einer Motivationskultur die Recycling fördert“, meint Präsidentin Petra Zieringer.

 Vom kĂĽnftigen Klimaschutzgesetz erwartet Zieringer deutliche Signale an die Recyclingwirtschaft, sie begrĂĽĂźt insofern die Aussagen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, man wolle die Einnahmen aus einer CO2-Bepreisung als Klimaprämie zurĂĽckgeben. „Als Recyclingbranche begrĂĽĂźen wir den Vorschlag einer Klimaprämie ausdrĂĽcklich. Die vielen kleinen- und mittelständischen Unternehmen unseres Verbandes sind Teil einer wichtigen Recyclingkette zur Herstellung von Metallen aus dem Recycling. Unsere Mitglieder können als Best-Practice Beispiele der Wirtschaft bezeichnet werden und sollten bei einer CO2-Bepreisung positiv berĂĽcksichtigt werden“, so Zieringer.

VDM Position, VDM Vorstand 5.9.2019

6 Punkte zu Klimaschutz und Recycling

Der VDM als Vertreter der NE-Metall-Recycling-Wirtschaft bekennt sich ausdrücklich zum Klimaschutz. Die vielen Klein-, Mittel- und Großunternehmen des VDM sparen seit vielen Jahren CO2 ein und sind damit gute Vorbilder der Wirtschaft. Wir unterstützen ausdrücklich die Bemühungen der Politik, mit geeigneten Maßnahmen einen schnellen und wirksamen Klimaschutz zu gewährleisten. Rein populistische Maßnahmen, die zwar Wählerstimmen bringen oder gerade „in“ sind lehnen wir ab, wenn sie letztlich nicht wirklich nachhaltig zum Klimaschutz beitragen.

1. Klima schützen – Recycling unterstützen - Anreize für CO2 einsparende Recyclingunternehmen

Die Recyclingbranche spart seit vielen Jahren tausende Tonnen CO2 ein. In der stattfindenden Diskussion um Klimaschutz sollten die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht unter den Tisch fallen. Wir sind innerhalb der Diskussion um das Klimaschutzgesetz für eine Bonus-Malus-Regelung. Es darf nicht nur um Sanktionen gehen, sondern die Unternehmen, die aktiv einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten, müssen unterstützt werden.

2. Fakten zur CO2 Einsparung durch Metallrecycling

• Studien belegen, dass bei der Produktion von einer Tonne Sekundäraluminium gegenĂĽber der Primärproduktion zwischen 7,52 und 11 Tonnen CO2 eingespart werden. Allein 2017 wurden in Deutschland durch die Herstellung von Sekundäraluminium zwischen 5,73 und 8,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Im Vergleich zur Primärproduktion liegt die Energieeinsparung bei ca. 95 Prozent mit entsprechender positiver Auswirkung auf die CO2 Bilanz.

• Bei der Produktion von einer Tonne Sekundärkupfer entstehen ungefähr 2,0 Tonnen CO2, bei der Produktion von Primärkupfer ca. 5,5 Tonnen CO2. Je nach Berechnung werden bei der Sekundärproduktion im Vergleich zur Primärproduktion zwischen 3,42 und 3,52 Tonnen CO2 eingespart. Das Umweltbundesamt in Wien rechnet sogar mit Einsparungen in Höhe von 4,46 Tonnen CO2. Fest steht: Die Sekundärproduktion erzeugt ĂĽber 60 Prozent weniger CO2  als die Primärproduktion.

• In Deutschland fallen jährlich 180.000 bis 200.000 Tonnen Kabelabfall an. Durch das Kabelrecycling werden die verschiedenen Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, und verschiedene Kunststoffe zurĂĽckgewonnen. Bei ca. 190.000 Tonnen Kabelabfall werden ĂĽblicherweise ca. 11.400 Tonnen Aluminium, 102.600 Tonnen Kupfer und 76.000 Tonnen Kunststoffe zurĂĽckgewonnen. Zusätzlich zur Einsparung von CO2 bei den Metallen spart das Recycling von Kunststoffen 1.195 Tonnen CO2 im Vergleich zum Primärprozess. Mit Blick auf das durchschnittlich eingesparte CO2 je Rohstoff, spart das Kabelrecycling insgesamt pro Jahr ca. 560.842 Tonnen CO2 ein. Das entspricht dem durchschnittlichen CO2 JahresausstoĂź von 62.315 Menschen in Deutschland (pro Kopf ca. 9 Tonnen CO2). Zum Vergleich: Rosenheim hat 63.324 Einwohner.

3. Rohstoffe aus dem Recycling sind Rohstoffe erster Klasse - Quote fĂĽr Recyclingrohstoffe in Produkten einfĂĽhren

Es muss in der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Recyclingrohstoffe Produkte erster Klasse sind. Bestes Beispiel dafür ist Kupfer, das ohne Qualitätsverlust recycelbar ist. Mit dem vermehrten Einsatz von Recyclingrohstoffen in Produkten schonen wir in erheblichem Maße unsere Umwelt und Ressourcen.

4. Produktdesign und Nachhaltigkeit - Transparenz fĂĽr das Recycling sicherstellen

Produkte herzustellen, die nur schwer oder überhaupt nicht recycelt werden können, ist ökologisch unverantwortlich. Hersteller, Importeure und Anbieter müssen über Inhaltsstoffe und Zusammensetzung ihrer Produkte informieren. Sie haften für das schadlose und umweltgerechte Recycling ihrer Produkte.

5. Dialog über Recycling fördern - Round Table für die Umwelt

Regelmäßige Kommunikation ist wichtig, sie fördert nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern ist auch ein Wissenspool. Wir fordern einen Recyclingtisch, an dem sich Politik, Ministerien und Praktiker aus den Unternehmen regelmäßig austauschen. Nur gemeinsam können wir Recycling sinnvoll gestalten.

6. Recycling ermöglichen - Recyclinggerechte Grenzwerte erforderlich

Produkte, die heute dem Recycling zugeführt werden, enthalten zum Teil Stoffe, deren Grenzwerte nicht den aktuellen Gesetzen oder Verordnungen entsprechen. Diese Stoffe wurden seinerzeit legal in Verkehr gebracht, weil die Grenzwerte früher höher waren oder für Produkte nicht galten. Fakt ist, dass dieses Material heute existiert und umweltgerecht recycelt werden muss. Es ist deshalb kontraproduktiv, für Abfälle die bereits existieren, die gleichen oder sogar strengere Grenzwerte zu verlangen, als für neu in Verkehr gebrachte Produkte.

Dadurch wird Recycling verhindert - zu Lasten unserer Umwelt


© Verband Deutscher Metallhändler e.V.

Link zur Originalpressemitteilung 



Copyright: © ASK-EU (09.09.2019)
 
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