Bundeskartellamt sieht Fusion Remondis/DSD kritisch

Das Bundeskartellamt hat heute den Unternehmen REMONDIS SE & Co. KG und DSD ‚Äď Duales System Holding GmbH & Co. KG mitgeteilt, dass es nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis beabsichtigt, das Fusionsvorhaben der beiden Unternehmen zu untersagen. Remondis und DSD haben nun Gelegenheit, binnen zwei Wochen Stellung zu dem Entscheidungsentwurf des Bundeskartellamtes zu nehmen.

Quelle: Pressemitteilung des Bundeskartellamtes

Andreas Mundt, Pr√§sident des Bundeskartellamtes: ‚ÄěNach vorl√§ufiger Bewertung w√ľrde die √úbernahme von DSD durch Remondis zu einer Behinderung des Wettbewerbs bei den dualen Systemen in Deutschland f√ľhren. Zu bef√ľrchten w√§ren h√∂here Kosten f√ľr DSD-Wettbewerber, erhebliche Marktanteilsgewinne von DSD und letztlich h√∂here Preise auf dem Markt f√ľr duale Systeme.‚Äú Remondis ist das mit Abstand gr√∂√üte deutsche Entsorgungsunternehmen. Es ist auf fast allen M√§rkten der Entsorgungswirtschaft t√§tig. Hierzu z√§hlen insbesondere die Sammlung (Erfassung), Sortierung und Aufbereitung von Verkaufsverpackungen sowie die anschlie√üende Vermarktung bzw. Verwertung.DSD ist das gr√∂√üte duale System in Deutschland. Duale Systeme organisieren das Verpackungsrecycling im Auftrag und gegen Entgelt der Hersteller, Importeure oder H√§ndler (sogenannte Inverkehrbringer) von Verpackungen. Duale Systeme wie DSD beauftragen dann wiederum die eigentlichen Entsorgungsunternehmen wie z.B. Remondis mit der Erfassung, Sortierung und Aufbereitung des anfallenden Verpackungsm√ľlls.

Nach der vorl√§ufigen Einsch√§tzung des Bundeskartellamtes bestehen aus drei Gr√ľnden wettbewerbliche Bedenken gegen die √úbernahme von DSD durch Remondis.

Durch den Zusammenschluss w√ľrde sich das unternehmerische Kalk√ľl von Remondis und DSD √§ndern. Es entst√ľnden Anreize, dass Remondis seine Preise f√ľr die von den Wettbewerbern von DSD ben√∂tigten Vorleistungen der Sammlung, Sortierung und Aufbereitung von Verpackungsabf√§llen erh√∂ht. Dies w√ľrde nach vorl√§ufiger Beurteilung zu erheblichen Marktanteilsgewinnen von DSD, also einer Verdr√§ngung von DSD-Wettbewerbern, und letztlich zu h√∂heren Preisen auf dem Markt f√ľr duale Systeme f√ľhren.

Weiterhin k√∂nnte DSD sein erhebliches Nachfragevolumen k√ľnftig zur Verdr√§ngung von Remondis-Wettbewerbern einsetzen. DSD hat aufgrund seines hohen Marktanteils bei den Inverkehrbringern einen entsprechend hohen Zugriff auf die Verpackungsmengen, die zur Sortierung, Aufbereitung und Verwertung anstehen. Diese Abfallmengen k√∂nnte das fusionierte Unternehmen zur weiteren Verarbeitung in Remondis-Anlagen umleiten und verbleibende Unterauftr√§ge an Wettbewerber strategisch einsetzen.

Schlie√ülich sind beide Unternehmen in der Vermarktung von aufbereiteten Glasscherben aus Hohlglasbeh√§ltern (wie z.B. Getr√§nkeflaschen oder Konservengl√§ser) t√§tig. Ein Zusammenschluss k√∂nnte auf diesem Markt zur Entstehung einer marktbeherrschenden Stellung f√ľhren. Die beiden Unternehmen k√§men hier auf gemeinsame Marktanteile von 40 bis 60 Prozent.An dem Verfahren sind als sogenannte Beigeladene neben Remondis und DSD acht weitere Unternehmen beteiligt, die nun ebenfalls Gelegenheit zur Stellungnahme zu dem Entscheidungsentwurf haben.Das Zusammenschlussvorhaben war aufgrund der Ums√§tze der Beteiligten zun√§chst bei der Europ√§ischen Kommission zur Pr√ľfung angemeldet worden. Die Beteiligten hatten einen Antrag auf Verweisung an das Bundeskartellamt gestellt, dem die Europ√§ische Kommission entsprochen hatte. Die Anmeldung des Vorhabens beim Bundeskartellamt erfolgte dann Mitte Januar.



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