Recycler kritisieren vorlÀufige Einigung der EU-Vertreter zu DecaBDE-Grenzwert

Die EU verschĂ€rft die Vorschriften fĂŒr persistente organische Schadstoffe (sogenannte POP-Stoffe). Am 20.02.2019 einigten sich Vertreter des EuropĂ€ischen Parlaments, des Rats und der Kommission im Rahmen ihrer „Trilogverhandlungen“ auf neue Grenzwerte fĂŒr den Flammhemmer DecaBDE und andere bromierte Diphenylether. Mit den vereinbarten Änderungen soll die Verordnung stĂ€rker an die allgemeinen EU Rechtsvorschriften fĂŒr Chemikalien angeglichen werden. Auswirkungen hat der neue Grenzwert im speziellen auf das Recycling von Kunststoffen aus Elektronik-AltgerĂ€ten.


Die Aufbereiter von Kunststoffen aus ElektroaltgerĂ€ten sehen die Halbierung des Grenzwertes von bisher 1.000 ppm auf nun 500 ppm, ohne dass hierfĂŒr eine wissenschaftliche Grundlage oder weitere FolgenabschĂ€tzungen bestehen, mit UnverstĂ€ndnis.


„Der neue Grenzwert wird das gewĂŒnschte Recycling von Kunststoffen aus E-Schrott weiter erschweren“, erklĂ€rt bvse-Referent Dr. Thomas Probst. „Die Recyclingquote wird weiter sinken und noch mehr Plastik muss thermisch entsorgt werden. Mit den in der Praxis etablierten Messtechniken wird es schwierig, den neuen Grenzwert sicher einzuhalten. In Folge dessen werden mehr Kunststoffe aussortiert, um den Grenzwert zu garantieren“, so der Kunststoffexperte.


In der Praxis trennen spezialisierte Recycler in einer Kaskade an Verfahren die Kunststoffe aus den AltgerĂ€ten auf. Die Fraktion mit Flammhemmern wird thermisch verwertet. Dagegen wird der ĂŒberwiegende Rest, der geringe Anteile an bromierten Flammhemmern enthalten darf, nach einer weiteren Behandlung als Recyclat weiterverwertet.


„Die nun im Verbrennungsmarkt zusĂ€tzlich zu erwartenden Mengen verschĂ€rfen die Situation der ohnehin knappen VerbrennungskapazitĂ€ten noch einmal mehr“, fĂŒgte bvse-Fachreferent Andreas Habel hinzu.


Unter dem rumĂ€nischen Ratsvorsitz wurde am Dienstag vereinbart, das Flammschutzmittel DecaBDE in die Stoffliste aufzunehmen und den Wert fĂŒr unbeabsichtigte Spurenverunreinigungen auf 10 mg/kg fĂŒr den Fall festzulegen, dass DecaBDE in Stoffen enthalten ist. DarĂŒber hinaus wurde der unbeabsichtigte Spurenkontaminationswert fĂŒr die Summe aller bromierter Diphenylether (BDEs), einschließlich DecaBDE, auf 500 mg/kg festgesetzt, wenn sie in Mischungen und GegenstĂ€nden enthalten sind.

Weiterhin soll eine ÜberprĂŒfungsklausel alle Auswirkungen des Grenzwerts von 500 mg/kg auf Gesundheit und Umwelt fĂŒr die Summe aller BDEs bewerten.
Das Abkommen wird den EU-Botschaftern zur Billigung im Namen des Rates nach der technischen Überarbeitung des Textes vorgelegt. Das Parlament und der Rat werden dann aufgefordert, den Verordnungsvorschlag in erster Lesung anzunehmen.



Copyright: © bvse-Bundesverband SekundĂ€rrohstoffe und Entsorgung (22.02.2019)
 
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