Sieben gute Ideen zur Wiederverwendung von Gebrauchtwaren

UmweltstaatssekretÀr Stefan Tidow zeichnet die besten Ideen des Ideenwettbewerbs der Initiative Re-Use Berlin aus


Quelle: www.berlin.de


Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich an dem Ideenwettbewerb zur Wiederverwendung von Gebrauchtwaren beteiligt. Die besten drei Ideen, die von einer neunköpfigen Jury ausgewĂ€hlt wurden, sind heute bei einer Preisverleihung in Berlin ausgezeichnet worden. Vier weitere innovative Ideen erhielten einen Sonderpreis.
Zu dem Ideenwettbewerb hatte die Senatsverwaltung fĂŒr Umwelt, Verkehr und Klimaschutz im Rahmen der Initiative Re-Use Berlin aufgerufen. Gesucht wurden kreative, effektive und anwendbare Maßnahmen, um Gebrauchtes wiederzuverwenden, StoffkreislĂ€ufe neu zu gestalten und MĂŒll zu vermeiden.

 
Stefan Tidow, StaatssekretĂ€r fĂŒr Umwelt und Klimaschutz, sagte bei der Preisverleihung: „Wir gratulieren den PreistrĂ€gerinnen und PreistrĂ€gern und danken fĂŒr ihre kreativen Ideen zur Wiederverwendung von gebrauchten Dingen. Brauchbares gehört nicht auf den MĂŒll, sondern sollte wiederverwendet werden. Machen Sie mit! Wer Dinge weiter verwendet, schĂŒtzt die Umwelt und hilft, MĂŒll zu vermeiden.“

 
Der erste Platz und ein Preisgeld von 2.500 Euro gehen an Elisabeth Prantner vom VerĂ€nderungsatelier „BIS ES MIR VOM LEIBE FÄLLT“. Ausgezeichnet wird der kreative und nachhaltige Umgang mit Mode und Textilien: Schadhafte, nicht mehr passende, unter fragwĂŒrdigen ethischen Bedingungen produzierte, aus der Mode gekommene oder aus der Gunst gefallene KleidungsstĂŒcke sollen nicht entsorgt werden, sondern sie werden umgearbeitet oder ausgebessert und dann weiter getragen.

Der zweite Platz und ein Preisgeld von 1.500 Euro gehen an Nathalie Swords von der Baugesellschaft Transform. Die Baugesellschaft wird das Circular Economy Haus in Berlin-Neukölln umbauen und dabei konsequent das Prinzip des zirkulÀren Bauens anwenden.
So sollen vorwiegend Bauteile und Bauelemente aus anderen GebĂ€uden genutzt werden, die um- oder rĂŒckgebaut werden. Das CRCLR-Haus ist somit nicht nur ein Ort, an dem ĂŒber den Umgang mit Ressourcen nachgedacht und Ideen umgesetzt werden, sondern auch bei der Instandsetzung des GebĂ€udes werden gebrauchte Materialien wiederverwendet. 

  
Der dritte Platz und ein Preisgeld von 1.000 Euro gehen an Van Bo Le-Mentzel, den Architekt von Tiny Houses, fĂŒr seine Idee eines Re-Use Mobils. In einem AnhĂ€nger an einem Fahrzeug sollen gute, gebrauchte Möbel kostenfrei abgestellt und Nachbarn zur VerfĂŒgung gestellt werden. Zudem soll das Re-Use Mobil mit einer Miniwerkstatt ausgestattet sein, um dort kleinere Reparaturen vornehmen zu können. Im nĂ€chsten Jahr soll in Berlin ein Pilotprojekt realisiert werden.

  
Die folgenden vier Ideen wurden von der Jury mit einem Sonderpreis ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld von je 500 Euro:
Jacob Sternbeck vom Gymnasium Bertha-von-Suttner wird fĂŒr die Idee „Kleiderkiste“ ausgezeichnet. Seine Idee: ein schulinterner Klamotten-Kreislauf, der die Nutzungsdauer gebrauchter Kleidung voll ausschöpft und zu mehr Bewusstsein und nachhaltigem Denken anregt. An der Schule soll ein kleiner Bereich von wenigen Quadratmetern hergerichtet und fĂŒr drei Wochen zur schulinternen Kleiderboutique werden. Verkauft wird nichts, sondern nur unter SchĂŒlern getauscht. Damit wird tragbare Kleidung vor der MĂŒlltonne bewahrt.

  
Hanna Legleitner von RESTLOSGLÜCKLICH e.V. will mit Kochkursen und Bildungsworkshops fĂŒr Kinder, Jugendliche und Erwachsene den nachhaltigeren Konsum von Lebensmitteln fördern. Ziel ist, Lebensmittel bewusster zu konsumieren, weniger Lebensmittel zu verschwenden und mehr zu verwerten. Allein in Deutschland werden jĂ€hrlich rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Dabei sind Nahrungsmittel nicht nur ein ĂŒberlebenswichtiges Gut, sondern ihre Produktion verbraucht auch viele Ressourcen und verursacht schĂ€dliche Treibhausgasemissionen.

 
RESTLOS GLÜCKLICH e.V. will Workshops fĂŒr nachhaltige Lebensmittelverwendung kostenfrei an Schulen anbieten. Mit UnterstĂŒtzung des Preisgeldes könnten im Februar 2019 die ersten Kick-off Workshops in Berlin veranstaltet werden. Dies soll den Auftakt zu einer lĂ€ngerfristigen Kooperation mit ausgewĂ€hlten Oberschulen bilden.
Elisa Garrote Gasch wird fĂŒr Ihre Idee eines 3D-Repair CafĂ©s ausgezeichnet. Mit Hilfe der 3D-Technik können kaputte GegenstĂ€nde repariert werden. Denn oft sind die nötigen Ersatzteile fĂŒr Reparaturen nicht vorhanden oder zu teuer bzw. nur schwer zu bekommen. Dann mĂŒssen GegenstĂ€nde, bei denen nur ein kleines Ersatzteil fehlt, weggeworfen werden. In dem 3D-Repair CafĂ© können diese Ersatzteile mit Hilfe von 3D-Druckern selbst hergestellt werden. Außerdem können neue Zielgruppen fĂŒr KlimaschutzaktivitĂ€ten erreicht werden. Die AktivitĂ€ten werden mehrsprachig und so niedrigschwellig wie möglich angeboten. Das 3D-Repair CafĂ© gibt es seit fast einem Jahr.

  

Die von Sabine Starke-Wulff eingereichte Idee „Tauschen statt wegwerfen“ steht fĂŒr Wiederverwendung und Klimaschutz sowie fĂŒr Nachbarschaftsvernetzung durch Digitalisierung. Vorbild ist der Bremer Tauschladen fairTauschen und das dazugehörige digitale Tauschportal. In nur elf Monaten wurden rund 6.500 GegenstĂ€nde getauscht und so eine Menge Abfall vermieden und CO2 eingespart – auch im Hinblick darauf, dass die Waren sonst neu gekauft worden wĂ€ren: meist als Importe mit weiten Transportwegen. 700 Menschen haben beim Tauschen mitgemacht; elf Ehrenamtliche engagieren sich fĂŒr das Projekt. In Berlin sollen nun ein oder mehrere TauschlĂ€den eröffnet werden.

  
Mit der Initiative Re-Use Berlin will die Senatsverwaltung fĂŒr Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die Wiederverwendung von Gebrauchtwaren dauerhaft in Berlin etablieren und die Kreislaufwirtschaft stĂ€rken. Wir wollen den Gedanken der Wiederverwendung breit in der Stadtgesellschaft verankern. Außerdem sollen die bestehenden SozialkaufhĂ€user und die vielfĂ€ltigen Re-Use Initiativen in Berlin besser vernetzt werden.

  
UmweltstaatssekretĂ€r Stefan Tidow: „Wir werden unsere Initiative Re-Use Berlin fortsetzen. Bereits im nĂ€chsten Jahr wollen wir ein ‚Kaufhaus der Zukunft‘ initiieren, in dem gute gebrauchte Produkte verkauft werden. Dort sollen auch Reparaturmöglichkeiten fĂŒr kaputte GegenstĂ€nde geschaffen werden, die sonst weggeworfen wĂŒrden.“
Im Rahmen der Initiative Re-Use ist ein Pop-Up-Store fĂŒr Gebrauchtwaren eingerichtet worden, der noch bis Sonntag, den 16. Dezember, geöffnet ist (Fr: 10 –16 Uhr; Sa / So: 12 – 20 Uhr im CRCLR-Haus, Rollbergstraße 26 in Berlin-Neukölln).


Die Erlöse aus dem Pop-Up-Store fĂŒr Gebrauchtwaren fließen in die Preisgelder fĂŒr den Ideenwettbewerb.
Weitere Informationen zur Initiative Re-Use: www.berlin.de/re-use




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