Wasserwirtschaft - Heft 11


Revitalisierung kleinerer Fließgewässer in Sachsen-Anhalt - Konformität statt Individualität
Anne Linn Ahlers, Lisa Siebeneichner, Dr. Uta Langheinrich, Prof. Dr. Volker L√ľderitz
In Sachsen-Anhalt wurden im Zeitraum von 2015 bis 2021 √ľber 220 Revitalisierungsma√ünahmen an kleineren Flie√ügew√§ssern durchgef√ľhrt. F√ľr etwa 10 % der Gew√§sserumgestaltungen wurde eine Erfolgskontrolle unter Einbeziehung des Makrozoobenthos (MZB) und der Fischfauna sowie der Gew√§ssermorphologie durchgef√ľhrt. Festgestellt wurden zumeist kleinr√§umige Verbesserungen beim MZB, w√§hrend die Ichthyoz√∂nose nur in wenigen F√§llen den unbefriedigenden oder schlechten Zustand hinter sich lassen konnte. Die Ursache daf√ľr ist die Kleinskaligkeit und Uniformit√§t der weitaus meisten Ma√ünahmen, welche die starke morphologische Degradation der Flie√ügew√§sser nicht √ľberwinden kann. So bleiben auch die MZB- Gemeinschaften trotz messbarer Erfolge sehr vereinheitlicht. F√ľr die Zielerreichung der WRRL im Jahr 2027 ist es erforderlich, zuk√ľnftige Ma√ünahmen spezifischer auf den Gew√§ssertypen abzustimmen und in einem gr√∂√üeren Ma√üstab durchzuf√ľhren.
Zahnschwellen zur Verhinderung der Sohlenerosion in Fl√ľssen
Dr.-Ing. Ottfried Arnold
Das Absinken der Flusssohle infolge von Sohlenerosion kann gravierende wasserwirtschaftliche und ökologische Schäden zur Folge haben. Die Sohlenerosion lässt sich mit Hilfe von Zahnschwellen im Abstand von mehreren hundert Metern verhindern, welche qua Aufstau das Gefälle der Energielinie und damit die Schleppspannung an der Flusssohle verringern.
Neue Entwicklungen in der Hochwasserrisikoanalyse: Niederschlagsgeneratoren und kritische Infrastrukturen
Prof. Dr.-Ing. Daniel Bachmann, Shahin Khosh Bin Ghomash, Dipl.- Ing. Roman Schotten
Das Hochwasserrisikomanagement und die damit verbundene Hochwasserrisikoanalyse ist im europ√§ischen Raum weit fortgeschritten: Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten sowie Managementpl√§ne sind seit 2007 gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem gibt es aus Sicht der Wissenschaft Verbesserungspotenzial: neue umfassende Werkzeuge zur Hochwasserrisikoanalyse, Niederschlagsgeneratoren f√ľr ein erweitertes Spektrum der zu ber√ľcksichtigenden Gef√§hrdungen sowie die Analyse des Ausfalls von kritischen Infrastrukturen bei Hochwasser werden aktuell entwickelt.
Wasserwirtschaftliche Herausforderungen zur Klimaanpassung f√ľr Lateinamerika
Prof. Dr. Frido Reinstorf
Der prognostizierte Klimawandel stellt die lateinamerikanische Wasserwirtschaft vor besondere Herausforderungen. Bildung und Wissenstransfer sind daher wichtige Bausteine, um ein Abhängen dieser Region von globalen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verhindern. Anhand einer bibliometrischen Analyse werden im Rahmen des EU-Projektes WATERMAS Forschungs- und Wissensdefizite mit Beispielen aus Kuba und Ecuador identifiziert. Studenten- und Wissenschaftleraustausche spielen bei der Problemlösung eine entscheidende Rolle.
Auswirkungen der D√ľrreverh√§ltnisse 2018-2020 auf die Grundwasserst√§nde in Mitteldeutschland
Dr. Karsten Rinke, Dipl.-Ing. Sarah-Christin Mietz, Dipl.-Geol. Martin Schneppm√ľller
Die Jahre 2018-2020 waren au√üergew√∂hnlich trocken! Hiervon waren nicht nur menschliche Nutzungen, wie Land- und Forstwirtschaft oder Wasserversorgung, sondern auch der Naturraum, insbesondere aquatische √Ėkosysteme, betroffen. Ein besonders stark getroffenes Gebiet ist hierbei der mitteldeutsche Raum, der ohnehin durch geringe Niederschl√§ge und Grundwasserneubildung charakterisiert ist. Im Rahmen der Studie wurden die Pegelst√§nde von √ľber 220 Grundwassermessstellen in Mitteldeutschland untersucht und das historische Ausma√ü des Wasserdefizits aufgezeigt.
Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserbedarf und -dargebot
Andreas Marx, Friedrich Boeing, Oldrich Rakovec, Sebastian M√ľller, √Ėzge Can
Diese Studie nutzt 70 Klima-Wasserhaushaltssimulationen auf der Ein-Kilometer-Skala unter zwei Klimaszenarien f√ľr Deutschland. Klimawandel f√ľhrt zu l√§nger anhaltenden Hitzeperioden, so dass Wasserbedarf und Spitzenwasserabgaben zuk√ľnftig steigen werden. Die Grundwasserneubildung nimmt mit zunehmender Erw√§rmung im Median in Deutschland zu. W√§hrend die Ver√§nderungen im Klimaschutzszenario moderat sind und sich zur Mitte des Jahrhunderts stabilisieren, nehmen sowohl Grundwasserneubildung als auch Hitzeindikatoren im Weiter-so-wie-bisher-Szenario bis zum Ende des Jahrhunderts weiter zu.
Herausforderung Klimawandel: neue Ideen f√ľr das Hochwasserrisikomanagement
Christin Rinnert, Alexandra Sch√ľller, Prof. Dr. Robert J√ľpner
Die aktuellen Ereignisse im Juli 2021 in Deutschland haben die Notwendigkeit einer Anpassung an die Folgen des Klimawandels erneut und in dramatischer Weise hervorgehoben. Im vorliegenden Beitrag wird der kontinuierliche (Weiter-) Entwicklungsprozess des gemäß HWRM-RL implementierten zu einem klimaangepassten Hochwasserrisikomanagement diskutiert. Dabei wird auf den Bedarf zur Optimierung vor allem des operativen Hochwasserschutzes und der Hochwassernachsorge und aktuelle Entwicklungen, wie das Konzept der Resilienz, eingegangen.
L√∂sungsans√§tze f√ľr Klimawandel bedingte Herausforderungen in der Trinkwasserversorgung
Dr.-Ing. Irene Slavik
Um Klimawandel bedingten Herausforderungen in der Trinkwasserversorgung begegnen und effiziente sowie nachhaltige L√∂sungen entwickeln zu k√∂nnen, stehen aktuelles Fachwissen und innovative Verfahren zur Verf√ľgung. Damit diese in praxistaugliche und fl√§chendeckende Anwendungen √ľberf√ľhrt werden k√∂nnen, bedarf es Transferleistungen von der Wissenschaft in die Praxis. Der Handlungsdruck ist hoch, aktives Handeln dringend geboten. Es sind Entscheidungen zu treffen, die mit hohen Investitionen verbunden sind und lange in die Zukunft wirken. Diese sind von allen Beteiligten und Verantwortlichen mitzutragen und sie erlauben keinen Aufschub.
Asphaltdichtungsproben unter Wasser und Sanierungsumfang an Talsperren
Christopher Tennes, Tobias Serwatka, Christof Sommer, Sophie Charlotte Kuhlmann
Es existieren mittlerweile Verfahren, mit denen Asphaltproben unter der Wasseroberfl√§che entnommen und die Probeentnahmestellen sachgerecht verschlossen werden k√∂nnen. Anhand der Proben kann die Alterung von Asphaltau√üendichtungen ‚Äď z. B. die Spr√∂digkeit des Bitumens ‚Äď auch unter der Wasseroberfl√§che bestimmt werden. Dies dient als Grundlage f√ľr die Definition des Sanierungsumfangs und eines m√∂glichen Sanierungsverfahrens.
Auswirkung des Klimawandels auf die Wasserverf√ľgbarkeit - Anpassung an Trockenheit und D√ľrre in Deutschland
Jenny Tröltzsch, Dr. Ulf Stein, Rodrigo Vidaurre, Benedict Bueb, Hannes Schritt
Das UBA-Projekt ‚ÄěAuswirkung des Klimawandels auf die Wasserverf√ľgbarkeit ‚ąí Anpassung an Trockenheit und D√ľrre in Deutschland‚Äú, kurz WADKlim, verschafft einen bundesweiten √úberblick √ľber die gegenw√§rtige Wasserverf√ľgbarkeit sowie deren zuk√ľnftige Entwicklung unter Klimawandelbedingungen. Im Projekt werden aufkommende Nutzungskonflikte analysiert und m√∂gliche L√∂sungsstrategien entwickelt. Beispielsweise wird ein Konzept f√ľr regionale Wasserbeir√§te zur St√§rkung intersektoraler Koordination entworfen. Zudem wird das Potenzial von Wasserwiederverwendung zur Bew√§sserung im urbanen Raum untersucht.
Einfluss des √ľbersaisonalen Niedrigwasserereignisses 2018/19 auf die Bewertungskomponente Makrozoobenthos in Flie√ügew√§ssern Sachsen-Anhalts
Katja Westphal, Dipl.-Ing. Michael Seidel, Prof. Dr. Volker L√ľderitz
Durch den Vorher-Nachher-Vergleich der vom Niedrigwasserereignis 2018/19 beeinflussten Zustandsbewertung der Qualit√§tskomponente Makrozoobenthos sollte untersucht werden, ob sich die Folgen des Niedrigwassers in der Zustandsbewertung auf Ebene des Landesmonitorings feststellen lassen w√ľrden. Eine Zustandsverschlechterung war in den Gew√§ssertypen 11 und 16 deutlich erkennbar. Insgesamt fiel die Verschlechterung aber vermutlich aufgrund des bereits √ľberwiegend m√§√üigen und unbefriedigenden Ausgangszustands weniger deutlich aus als vermutet.
Warum Digitalisierungsprojekte h√§ufig scheitern, aber nicht m√ľssen
Dipl.-Ing. G√ľnter M√ľller-Czygan, Dr. Manuela Wimmer
Das iwe-Institut f√ľr Wasser und Energiemanagement an der Hochschule Hof hat eine Metastudie zum Stand der Digitalisierung der Wasserwirtschaft in den deutschsprachigen L√§ndern durchgef√ľhrt. Das Fazit: Die Digitalisierung ist zu einem festen Bestandteil technologischer L√∂sungen und strategischer Entscheidungen geworden. In einer dreiteiligen Serie berichtet die WasserWirtschaft √ľber die Ergebnisse der Studie. Im zweiten Teil der Serie geht es um die Erkenntnis, dass Technik nicht alles ist ‚Äď und wie Menschen auf dem Weg der Digitalisierung mitgenommen werden k√∂nnen.
Visualisierung der Auswirkungen des Klimawandels in der sächsisch-böhmischen Grenzregion
Dr. Petra Schneider, Andreas Schmitt, Dr. Andreas Hoy
Verschiedene Klimafaktoren werden unterschiedlich stark durch das Gel√§nderelief beeinflusst.Im Rahmen des Ziel3-Projektes ‚ÄěINTERKLIM - Klimakooperation f√ľr den b√∂hmisch-s√§chsischen Grenzraum‚Äú wurden die Analyse der r√§umlich-zeitlichen Entwicklung verschiedener Klimagr√∂√üen im s√§chsisch-b√∂hmischen Grenzgebiet im Zeitraum von 1961 bis 2010 sowie die Visualisierung der Entwicklung der Klimaver√§nderungen √ľber die Untersuchungsperiode durchgef√ľhrt. Die st√§rksten dekadischen Ver√§nderungen wurden im Vergleich der Zeitr√§ume 1981-1990 und 1991-2000 festgestellt.
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