Wasserwirtschaft 11/2016


Finanzierung von Hochwasserschutzmaßnahmen
Baudirektor Andreas Christ
Nach einem umfassenden Abstimmungsprozess sollen in den n√§chsten 6 Jahren rund 580 Ma√ünahmen den Hochwasserschutz und das Risikomanagement in Rheinland-Pfalz verbessern. Hierf√ľr m√ľssen die √ľberwiegend √∂ffentlichen Tr√§ger in den Kommunen und dem Land 311 Mio. ‚ā¨ aufwenden, die sie in ihren Haushalten als eigene Mittel einstellen und h√§ufig zusammen mit der F√∂rderung durch das Land, den Bund oder die EU umsetzen. Bei der scheinbaren Vielfalt an Geldquellen sind aber der jeweiligen Zweckbestimmunen und Regeln f√ľr die finanzielle Abwicklung zu beachten. Dies erfordert neben der technischen Planung eine intensive und fr√ľhzeitige Abstimmung der Finanzierung.
Hochwasserrisikomanagement in Baden-W√ľrttemberg ‚Äď Monitoring und Ausblick
Dipl.-Ing. (FH) Marc Georg, Dr.-Ing. Klaus Dapp
Die Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie in Baden-W√ľrttemberg basiert auf einem 2002 begonnenen Gemeinschaftsprojekt mit den kommunalen Landesverb√§nden. Gemeinsam mit den verantwortlichen Akteuren wurde anhand eines einheitlichen Kataloges jeweils die Relevanz, der Umsetzungsstand und der vorgesehene Umsetzungszeitraum der Ma√ünahmen ermittelt. Durch die Landesanstalt f√ľr Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-W√ľrttemberg (LUBW) werden alle Planungsphasen einschlie√ülich des Monitorings durch umfangreiche technische Instrumente unterst√ľtzt.
Das sächsische Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der nationalen Hochwasserrisikomanagement-Pläne
Heinz Gräfe, Kristin Hunger, Dr. Stephan Gerber
Nach dem Hochwasser im August 2002 wurden in Sachsen Hochwasserschutzkonzepte und Gefahrenhinweiskarten als komplexe einzugsgebietsbezogene wasserwirtschaftliche Planungen erstellt. Damit lagen zum 22.12.2010 bereits Dokumente vor, welche die wesentlichen Anforderungen der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-RL) erf√ľllen. Auf Basis dieser Vorleistungen hat der Freistaat Sachsen das S√§chsische Ma√ünahmenprogramm zu den Hochwasserrisikomanagementpl√§nen der Elbe und der Oder erarbeitet. Damit werden die √úbergangsregelungen genutzt, die Art. 13 der HWRM-RL bietet. Dieses Ma√ünahmenprogramm besteht aus einem Textteil, der die Umsetzung der HWRM-RL in Sachsen erkl√§rt, und Anh√§ngen, welche die Ma√ünahmen im Detail erl√§utern. In informativen Steckbriefen werden sowohl die √ľberregional wirksamen nichtbaulichen Ma√ünahmen aus den Handlungsfeldern Vermeidung, Warnung und Vorsorge dargestellt, als auch die baulichen Hochwasserschutzma√ünahmen mit ihrem aktuellen Umsetzungsstand beschrieben.
Hochwasservorsorgekonzept f√ľr starkregengesch√§digte Gemeinden
Dipl.-Ing. Doris Hässler-Kiefhaber, Dipl.-Ing. Ralf Lorig
Am 20. September 2014 ging in der Nordpfalz ein besonders heftiger Starkregen mit Regenmengen von bis zu 150 mm in drei Stunden nieder. Die Folge war eine Sturzflut ungekannten Ausma√ües mit Sch√§den in Millionenh√∂he. In den Brennpunktgemeinden stand stark verschlammtes Wasser bis zu 1,70 m hoch in H√§usern, H√∂fen und auf Stra√üen. In einem Pilotprojekt des Landes Rheinland-Pfalz wurden die Erfahrungen aus diesem Ereignis analysiert und bewertet sowie Ma√ünahmen entwickelt, die den Betroffenen und Beteiligten helfen sollen, bei k√ľnftigen Starkregenereignissen besser ger√ľstet zu sein.
Hochwasserrisikomanagement 2030 ‚Äď ein Ausblick
Prof. Dr. Robert J√ľpner
Die j√ľngsten Hochwasserereignisse ‚Äď und insbesondere die durch Starkniederschl√§ge verursachten Ereignisse ‚Äď waren Anlass, wieder einmal grundlegend √ľber die M√∂glichkeiten und Grenzen der Hochwasservorsorge nachzudenken. Wie geht es weiter? Welche absehbaren Fortschritte im Hochwasserrisikomanagement werden in den n√§chsten 15 Jahren die Entwicklung ma√ügebend pr√§gen?
Hochwasserangepasste Bauweisen ‚Äď Hochwasserschutz versus Barrierefreiheit
Dr.-Ing. Matthias Kathmann
Viele Geb√§ude im Sturmflutgebiet der Hamburger Elbe sind als Hochwasserangepasste Bauweisen geplant und realisiert. Diese Geb√§ude m√ľssen aufgrund steigender Hochwasser-Bemessungswasserst√§nde ein immer h√∂heres Schutzziel erf√ľllen, sind jedoch auch an die vorhandenen Erschlie√üungsh√∂hen gebunden und sollen dar√ľberhinaus die Anforderungen an Ressourcenschonung sowie √∂ffentliche Nutzungen im Erdgeschoss erf√ľllen. Anhand von Beispielen wird dargestellt, wie sich die Geb√§ude dennoch entsprechend den steigenden Hochwassereinwirkungen nachhaltig und barrierefrei realisieren lassen. Ein Vergleich der bereits realisierten Geb√§ude zeigt auf, dass nicht alle Hochwasserangepassten Bauweisen gleicherma√üen die Anforderungen erf√ľllen.
Konzeption Zivile Verteidigung im Berliner Wasserwerk vorgestellt
Günter Knackfuss, Dipl.-Ing. Heribert Meyer
Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizi√®re hat am 24. August 2016 gemeinsam mit dem Pr√§sidenten des Bundesamtes f√ľr Bev√∂lkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, die Konzeption Zivile Verteidigung im Berliner Wasserwerk Tegel pr√§sentiert. Auf einem gemeinsamen Rundgang im Schwerpunktwasserwerk unter F√ľhrung des Vorstandes der Berliner Wasserwerke, J√∂rg Simon, wurden die Stationen Leitwarte, Filter und Bel√ľftung sowie Rohrkeller besucht.
Neues Hochwasserinformations- und -managementsystem f√ľr Sachsen
Dr.-Ing. habil. Uwe M√ľller
Im Landeshochwasserzentrum (LHWZ) Sachsen werden Daten, welche die Entstehung, den zeitlichen Verlauf und die r√§umliche Ausdehnung von Hochwasserereignissen charakterisieren, erfasst und ausgewertet. Diese Daten dienen als Grundlage f√ľr das Hochwasserrisikomanagement und sollen eine fr√ľhzeitige und sichere Identifikation von Hochwassersituationen sowie einen schnellen Informationsfluss zu allen Akteuren sicherstellen. Das Hochwasserinformations- und -managementsystem (HWIMS) soll eine weitgehend automatisierte Prozessunterst√ľtzung des LHWZ erm√∂glichen. Den Schwerpunkt bilden dabei die drei Bereiche Datensammlung, Datenaufbereitung und Datenver√∂ffentlichung. Das im Jahr 2005 in Betrieb genommene Altsystem entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen und wurde basierend auf Analysen sowie Konzepten neu aufgesetzt. Im Beitrag werden die Entwicklungsschritte und die Funktionalit√§ten des HWIMS im Kontext zum Hochwasserrisikomanagementprozess erl√§utert.
Wie geht es in Rheinland-Pfalz mit dem Hochwasserrisikomanagement weiter?
Ralf Schernikau
Hochwasserrisikomanagement ist eine Gemeinschaftsaufgabe der B√ľrgerinnen und B√ľrger, der Kommunen und des Staates. Sie ist bei den St√§dten, Gemeinden und den betroffenen Menschen noch nicht angekommen. In Rheinland-Pfalz hat der Prozess in den regionalen Hochwasserpartnerschaften und √∂rtlichen Initiativen zur Aufstellung von Hochwasserschutzkonzepten begonnen. Er wird in den kommenden Jahren fortgesetzt.
Hochwasserrisiken am Rhein ‚Äď wichtigste Ma√ünahmen aus internationaler Sicht
Dr. Anne Schulte-W√ľlwer-Leidig
Der erste koordinierte Hochwasserrisikomanagementplan gem√§√ü Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) f√ľr die internationale Flussgebietseinheit Rhein (Ebene A = EZG > 2 500 km¬≤) liegt seit Ende 2015 vor. Der Plan beschreibt die Hochwasserrisiken am Rhein, seinen gro√üen Nebenfl√ľssen und die wichtigsten Ma√ünahmen zur Verringerung hochwasserbedingter nachteiliger Folgen aus internationaler Sicht.
Wasserkraft, eine Erneuerbare Energie mit internationaler Ausstrahlung
Doina Vorosan, Dipl.-Ing. Heribert Meyer
Die Wasserkraft mit rund 20 000 Anlagen europaweit leistet einen bedeutenden Beitrag zu Europas Wirtschaft, f√ľr die Versorgungssicherheit mit Strom und f√ľr den Klimaschutz. Die achte Kongressmesse Renexpo Interhydro am 24. und 25. November 2016 im Messezentrum Salzburg will zum weiteren Zuwachs der Wasserkraft in ganz Europa ihren Beitrag leisten. Italien als Partnerland im Jahr 2016 unterstreicht die weitere Internationalisierung dieser innovativen Kongressmesse.
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