Heft 12 - 2016


Brunnenuntersuchungen: Was ist zu beachten?
Dipl.-Geol. Karsten Baumann
Genaue Zahlen zum Alter der in Deutschland in Betrieb befindlichen Brunnen existieren nicht. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass mehr als 100.000 Brunnen √§lter als 20 Jahre sind. F√ľr Betreiber dieser Brunnen stellt sich oftmals die Frage, wie deren Zustand ist, wie lange diese noch st√∂rungsfrei betrieben werden k√∂nnen bzw. welcher Sanierungsbedarf besteht. Zur Kl√§rung wird gerne auf die hierf√ľr relevanten technischen Arbeitsbl√§tter des DVGW verwiesen. In der Praxis erlebt man jedoch immer wieder, dass bez√ľglich der notwendigen Brunnendiagnostik sehr unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen bestehen, welche nicht immer zielf√ľhrend sein m√ľssen ‚Äď mit entsprechend wenig ‚ÄěDVGW-konformen‚Äú Ergebnissen. Im folgenden Beitrag wird umrissen, was bei der Planung und Durchf√ľhrung von Brunnenuntersuchungen zu beachten ist.
Radarantennen im HDD-Bohrkopf ‚Äď Wie sieht die Zukunft aus?
Dr. Hans-Joachim Bayer, Markus Hamers, Thomas Schauerte
Der Einbau von Radarsende- und Radarempfangsantennen in prototypische, spezielle HDD-Bohrköpfe ermöglichte in den letzten Jahren erhebliche Innovationen. Im Beitrag wird ein Statusbericht zur Entwicklung eines Radarortungssystems in einem HDD-Bohrkopf gegeben. Prototypische Anwendungen wurden bereits in drei europäischen Städten erfolgreich angewendet.
Nachhaltige Entw√§sserung mit Stoffstromtrennung ‚Äď der HAMBURG WATER Cycle in der Jenfelder Au
Annika Biederbeck
Mit der gro√üfl√§chigen Umsetzung des HAMBURG WATER Cycle (HWC) im Neubaugebiet Jenfelder Au im Osten der Stadt demonstriert Hamburgs kommunaler Trinkwasserversorger und Abwasserentsorger, dass Abwassersysteme, die auf konsequente Trennung h√§uslicher Abwasserstr√∂me setzen, keine Zukunftsmusik mehr sein m√ľssen. Die besonderen Eigenschaften des Entw√§sserungskonzepts bringen Einspareffekte f√ľr den lokalen Energiebedarf, weil das separat erfasste Abwasser aus der Toilette vor Ort zur Energiegewinnung genutzt wird.
Wasserwerk Venningen liefert teilenthärtetes Trinkwasser
Martin Hanke, Dipl.-Ing.(FH) Manfred Brugger
In den Jahren 2014/2015 wurde in der zur Verbandsgemeinde Edenkoben geh√∂renden Ortsgemeinde Venningen in der S√ľdpfalz ein vollst√§ndig neues Wasserwerk mit einer Leistung von bis zu 160 m¬≥/h errichtet. Das Wasserwerk besteht aus einer Wasseraufbereitungsanlage zur Entfernung von Eisen, Mangan und Schwefelwasserstoff, einer Nanofiltrationsanlage zur H√§rtereduzierung, einer Ents√§uerungsanlage zur Restents√§uerung sowie einer modernen Speicheranlage mit Edelstahltanks zur Wasserspeicherung. Die Anlage ist seit Dezember 2015 in Betrieb und liefert seitdem kontinuierlich bestes Trinkwasser.
Grabenlose Sanierung von Trinkwasserleitungen aus Asbestzement
Dipl.-Ing. (FH) Versorgungstechnik Wolfgang Brungs
Die Rehabilitation von Trinkwasserleitungen aus Asbestzement ist hinsichtlich des Arbeitsschutzes und der Entsorgung des belasteten Materials mit gro√üen Herausforderungen verbunden. Grabenlose Technologien √ľberzeugen durch eine umweltschonende und wirtschaftliche Sanierung von Rohrleitungen. Das gilt besonders f√ľr die Rehabilitation von Leitungen, die aufgrund von altersbedingten Sch√§den oder Kapazit√§tsanpassungen ert√ľchtigt werden m√ľssen. Aktuelle Projekte, in denen die ‚ÄěPrimus Line‚Äú-Technologie Anwendung fand, legen die Vorteile gegen√ľber der mit gro√üem Aufwand verbundenen offenen Sanierung an den Tag.
Pumpentechnik f√ľr Beschneiungsanlagen: Mit Hochdruck f√ľr Schneesicherheit
Wolfgang Heinl
Das Attribut Schneesicherheit ist f√ľr zahlreiche Wintersport-Urlaubsregionen zu einem der wichtigsten touristischen Merkmale geworden. Bei Schneemangel setzen Bergbahnunternehmen und Skiliftbetreiber auf k√ľnstliche Beschneiung, um auch in den unteren und mittleren H√∂henlagen eine ausreichende Unterlage f√ľr die Skil√§ufer bereitstellen zu k√∂nnen. Damit aus den Schneekanonen und Schneelanzen die wei√üe Pracht rieseln kann, muss ein Versorgungssystem das Wasser mit hohem Druck zu den Beschneiungsanlagen f√∂rdern. Der folgende Beitrag vermittelt am Beispiel der Skiregion Jenner am K√∂nigssee einen Einblick in die daf√ľr eingesetzte technische Ausr√ľstung mit einem Hochdruckpumpensystem.
Erfolgreiche Erhaltungsmaßnahmen an älteren Brunnenbauwerken
Peter Kriebel, Klaus-Dieter Harms
Die fachgerechte Beseitigung von unvorhergesehenen Sch√§den an √§lteren Brunnenbauwerken beinhaltet insbesondere Fangarbeiten, Pumpversuche, Reparaturen, Reinigungen sowie die kurzfristige Lieferung von Neuausr√ľstung. Hinzu kommen qualit√§tssichernde Ma√ünahmen einschlie√ülich der Wiederherstellung der vollen Funktionst√ľchtigkeit sowie eine exakte Dokumentation als Grundlage f√ľr das gesamte Brunnenbauwerk.
Erneuerung von Hauptfeldleitungssystemen im dichten Netz der Kavernenanlage Etzel
Dr. Frank Krögel, Waldemar Drobachin, Jens Siems
Anlagen zur Aufbereitung und Verteilung, aber auch zur Lagerung von √Ėl und Gas erfordern prozessbedingt eine hohe Dichte von Rohrleitungen. Sehr ausgepr√§gt stellt sich diese Situation dar, wenn die Anlagen bereits seit Jahrzehnten in Betrieb sind und sich durch Erweiterungen und Optimierungen die Anzahl der Leitungen immer weiter erh√∂ht hat. Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten auf engem Raum werden in Zukunft immer wichtiger und erfordern eine gut abgestimmte Zusammenarbeit aller Beteiligten. Neben den technischen Herausforderungen f√ľr den Tiefbau ergeben sich hohe Anspr√ľche f√ľr die Schwei√üarbeiten und f√ľr den Rohrleitungsbau. Im beschriebenen Bauprojekt auf dem S√ľdfeldabschnitt der Kavernenanlage der STORAG ETZEL GmbH in der ostfriesischen Ortschaft Etzel waren zwei Hauptfeldleitungssysteme auszutauschen, die im Abstand von nur ca. einem Meter betrieben wurden.
Oberflächennahe Geothermie in Gewerbe und Industrie
Dr. Erich Mands, Dr. Burkhard Sanner, Dipl.-Geol. Marc Sauer, Dipl.-Geol. Edgar Grundmann
Die Nutzung Oberfl√§chennaher Geothermie zur Raumheizung (und -k√ľhlung) in Wohngeb√§uden, B√ľros, Schulen etc. reicht in Deutschland bis Anfang der 1970er-Jahre zur√ľck und ist bereits weit verbreitet. Auch f√ľr gewerbliche oder industrielle Anwendungen gibt es ein gro√ües Potenzial f√ľr die Nutzung von Erdw√§rme, sowohl mit W√§rmepumpenanwendungen als auch √ľber thermische Untergrundspeicher. Anhand von Praxisbeispielen werden deren M√∂glichkeiten und Voraussetzungen behandelt, wobei auch auf die Ergebnisse eines bereits vor einigen Jahren abgeschlossenen EU-Projekts zu diesem Thema (IGEIA) eingegangen wird.
Trockenlegung des Eidersperrwerks ‚Äď Bohr- und Installationsarbeiten f√ľr ein System zur √úberwachung der Auftriebssicherheit
Dr. Thomas Nuber, Gerd Siebenborn, Marco Bardenhagen
Das Eidersperrwerk ist das gr√∂√üte deutsche K√ľstenschutzbauwerk und befindet sich an der M√ľndung der Eider in die Nordsee. 1973 wurde durch den Bau des Sperrwerks die Deichlinie im M√ľndungsbereich der Eider von urspr√ľnglich rund 60 km auf 4,8 km verk√ľrzt. Es besteht aus insgesamt f√ľnf Sielfeldern, die in den Jahren 2014 bis 2018 f√ľr Sanierungsarbeiten √ľber mehrere Monate sukzessive trockengelegt werden m√ľssen. Um die Auftriebssicherheit der jeweiligen Sielfeldsohlen w√§hrend der Trockenlegungen zu gew√§hrleisten, werden mithilfe eines Packersystems innerhalb der Sohlplatten Porenwasserdruckaufnehmer sowie tempor√§re Entlastungsbrunnen installiert. Falls die Sohlwasserdr√ľcke kritische Zust√§nde erreichen sollten, kann mit dem √úberwachungssystem eine Druckentlastung herbeigef√ľhrt werden.
Online-Eisenmonitoring in der unterirdischen Wasseraufbereitung
Dr. Oliver Opel, Dr. Tanja Eggerichs, Dr. Torsten Winkelnkemper
Verfahren zur unterirdischen Enteisenung und Entmanganung liefern in den meisten F√§llen mit nur wenig Aufwand Trinkwasserqualit√§t. Bei komplizierter Hydrogeologie oder besonders belastetem Rohwasser hilft ein neuartiges Online-Monitoring, das die Faktoren pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Temperatur, Leitf√§higkeit und Redoxpotenzial aufzeichnet und daraus die Eisenaktivit√§t als Leitparameter f√ľr die Aufbereitung errechnet. Hier√ľber l√§sst sich die Hydrogeologie und - chemie bereits im Vorfeld untersuchen und somit der Betrieb der Wasseraufbereitung optimieren, wie anhand von zwei Praxisbeispielen aufgezeigt wird.
Drilling Simulator Celle erreicht wichtige Meilensteine in der Aufbauphase
Prof. Dr. Joachim Oppelt, Dr. Michael Koppe, Dr. Roger Aragall
Das Geb√§ude des Drilling Simulator Celle (DSC) wurde im M√§rz 2015 von einer Kerngruppe wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universit√§t Clausthal √ľbernommen. Diese neue Forschungseinrichtung der TU Clausthal, die auch dem Energieforschungszentrum Niedersachsen (EFZN) zugeordnet ist, widmet sich der Simulation des Tiefbohrprozesses mit dem Ziel, Bohrkosten zu reduzieren und die Umweltvertr√§glichkeit zu verbessern. Zentrale Bestandteile der Ausstattung mit wissenschaftlichen Gro√üger√§ten sind ein Software- und ein Hardware-Simulator. Beide Systeme wurden inzwischen in Betrieb genommen.
Erfassung des Abflussgeschehens in einem Mischwasserhauptsammler mittels Durchflussmessungen und Videoaufnahmen
Dr. Erik Ristenpart, Ylva Lund-Weiß
Im Rahmen einer Fallstudie wurde das komplexe Abflussverhalten des zentralen Mischwassersammlers im Kanalnetz der Stadt Hannover mittels der Ergebnisse einer aufwendigen Niederschlag-Abfluss-Messkampagne einschließlich Videoaufzeichnungen eingehend untersucht und umfassend beurteilt. Die Methoden, um qualitativ hochwertige Messdaten unter schwierigen hydrometrischen Randbedingungen zu erzielen, werden im Beitrag erläutert. Angesichts der Bewirtschaftung des Sammlers wird das Abflussgeschehen erwartungsgemäß maßgeblich durch das am Ende des Zentralsammlers angeordnete und als Regelorgan fungierende Einlaufpumpwerk am Klärwerk beeinflusst. Das Abflussregime zeigt sensible Reaktionen auf die Pumpensteuerung, die mit den Messdaten detailliert nachgewiesen und analysiert werden. Weitere Verwendungszwecke der Daten sind die Kalibrierung eines hydraulischen Kanalnetzmodells und die Planung von Sanierungsmaßnahmen im Einzugsgebiet.
Geothermie-Anlage M√ľnchen-Riem: Zw√∂lf Jahre Betriebs- und Optimierungserfahrungen
Thomas Hauer, Dr.-Ing. Christian Pletl, Dr. Nadine Wasserrab
Die Geothermie-Anlage M√ľnchen-Riem ging 2004 als eine der ersten Anlagen im bayerischen Molassebecken in Betrieb. Seitdem wurden zahlreiche Betriebserfahrungen gesammelt und sukzessive immer weitere Optimierungsschritte im Betrieb implementiert und getestet. Der Beitrag gibt eine Zusammenfassung √ľber die gesammelten Erfahrungen des zw√∂lfj√§hrigen Betriebs.
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