„Friend or Foe“ - Mono- contra Mitverbrennung?

Übersetzt man die Technische Anleitung Siedlungsabfall (TASi) in tägliche Abfallwirtschaft, so heißt es seit dem 1.6.2005, bis auf wenige Ausnahmen dürfen Abfälle nicht mehr unbehandelt depo-niert werden, sondern müssen durch eine, wie auch immer geartete „Tür“.

Was vor dieser „Tür“ geschieht oder geschah, soll zunächst unberücksichtigt bleiben, doch sollte dabei das volkswirtschaftliche Gemeinziel nicht gänzlich aus den Augen verloren werden: Es geht nicht darum, ob die stoffliche Verwertung besser als die energetische Nutzung oder Abfälle überhaupt verwertet oder besser beseitigt werden sollten, es geht um die einfache Frage, wie wir nachhaltig mit den uns zur Verfügung stehenden Res-sourcen umgehen.



Copyright: © Verband Kommunaler Unternhemen e.V. (VKU)
Quelle: VKS-News 05/2006 (Mai 2006)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 1,50
Autor: Dr. Hubert Baier

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Können Ersatzbrennstoffe das Energieproblem lösen?
© Rhombos Verlag (9/2006)
Mit Ersatzbrennstoffen kann das Energieproblem nicht gelöst werden. Dafür ist deren Potential zu klein. Aber im Einzelfall kann die Ersatzbrennstoffverwertung die wirtschaftliche Situation von Unternehmen entspannen. Etwa 6,7 Millionen Tonnen Ersatzbrennstoffe werden derzeit jährlich aus Haus- und Gewerbeabfällen produziert, davon etwa 2,5 Millionen Tonnen, die mit mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen gewonnen werden, sowie 4,2 Millionen Tonnen aus der Aufbereitung von Gewerbeabfällen. Prinzipiell können Ersatzbrennstoffe in Zement- und Kohlekraftwerken sowie in eigens dafür errichteten Industriekraftwerken energetisch verwertet werden. Jedoch fehlen ausreichende Verwertungskapazitäten. Derzeit stehen in Deutschland Verwertungskapazitäten für knapp zwei Millionen Tonnen zur Verfügung. Folglich wird die Überproduktion, das sind im Jahr 2006 rund 4,7 Millionen Tonnen, zwischengelagert. Bis etwa 2008 sollen Verwertungskapazitäten für weitere drei Millionen Tonnen errichtet werden, so daß immer noch ein Defizit verbleibt. Ersatzbrennstoffangebot und -verwertungskapazität werden voraussichtlich erst 2012/13 ausgeglichen sein. Bis 2008 werden zehn bis zwölf Millionen Tonnen Ersatzbrennstoffe zwischengelagert werden müssen. Für die Hersteller von Ersatzbrennstoffen kommt erschwerend hinzu, daß diese Ersatzbrennstoffe einen negativen Wert aufweisen; das bedeutet, daß die Ersatzbrennstofferzeuger für die Abnahme ihres Produkts, das vom Gesetzgeber als Abfall klassifiziert wird, bezahlen müssen.

Rechnung mit Unbekannten
© Rhombos Verlag (9/2006)
Wie lange noch müssen Restabfälle und Ersatzbrennstoffe zwischengelagert werden?

Qualitätssicherung und Mengenpotenziale von Ersatzbrennstoffen
© Verband Kommunaler Unternhemen e.V. (VKU) (5/2006)
Heute beeinflussen vor allen Dingen zwei umweltpolitische Ziele die Herstellung und den Einsatz von Ersatzbrennstoffen. Zu nennen ist zum einen die Beendigung der Ablagerung unbehandelter Abfälle seit dem 01.06.2005. Die prognostizierte Deckungslücke bei den Abfallbehandlungskapazitäten wird umso größer, wenn auch die anfallenden Gewerbeabfälle Berücksichtigung finden. Bei den Maßnahmen, die zu einer Schließung dieser Lücke beitragen sollen, wird die Ersatzbrennstoffnutzung als Mitverbrennung in Kraft- oder Zementwerken sowie die Monoverbrennung in geeigneten Kraftwerken genannt.

Perspektiven und Herausforderungen für die Kreislaufwirtschaft aus Sicht der thermischen Abfallbehandlungsanlagen
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2024)
Auf nationaler Ebene ist zunehmend erkennbar, dass thermische Abfallbehandlungsanlagen (TAB) in einer modernen Abfallwirtschaft notwendig sind. In der jüngeren Vergangenheit ist die thermische Verwertung jedoch häufig als Ursache für Verfehlungen von Zielen, z. B. im Recyclingbereich, angeführt worden.

Effektiver Brandschutz in Abfallbehandlungsanlagen – Analyse der Ergebnisse zur Verbändeumfrage
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2024)
Bei den Brandereignissen in Abfallbehandlungsanlagen ist in den letzten Jahren ein neuer Höhepunkt erreicht worden. Auch wenn die Abfall- und Entsorgungswirtschaft seit jeher vor der Herausforderung des richtigen Umgangs mit brandlastreichen Materialien steht, ist der derzeitige Entwicklungsstand höchst unbefriedigend.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?