Chancen und Risiken

In Schwellen- und Entwicklungsländern muß die Privatwirtschaft mit einer zielgerichteten Strategie in den Entsorgungssektor eingebunden werden

Neben institutionellen Eigenheiten zeichnen sich die meisten Entwicklungsländer auch durch besondere technische Anforderungen aus. Klimatische Besonderheiten, die spezifische Müllzusammensetzung wie zum Beispiel hoher Organikanteil und hohe Abfalldichten, die geringe Zahlungsfähigkeit von Bevölkerungsteilen und gewachsene Wirtschaftsstrukturen machen es nötig, kostengünstige und angepaßte Technologien anzuwenden. Darüber hinaus muß die Projektplanung, insbesondere was Sammelsysteme, Behandlungsanlagen und Deponien betrifft, den lokalen Standards angepaßt werden. Die finanzielle und die technische Zusammenarbeit der Entwicklungsorganisationen tragen wesentlich dazu bei, daß in den Partnerländern nachhaltige Strukturen aufgebaut werden können. Dabei folgt man dem Leitkonzept einer integrierten Abfallwirtschaft, wobei Ansätze zur Kreislaufwirtschaft besonders betont werden. Unterstützt werden vor allem Projekte, die unmittelbar dazu beitragen, daß die Lebenssituation ärmerer Bevölkerungsschichten strukturell verbessert wird. Erfolgreiche Entsorgungsprojekte mit Beteiligung des Privatsektors zeigen, daß bei gegebenen institutionellen und finanziellen Voraussetzungen sowie bei vernünftiger Projektstrukturierung betriebliche und entwicklungspolitische Ziele gleichzeitig erreicht werden können.



Copyright: © Rhombos Verlag
Quelle: 03/2002 - Internationale Abfallwirtschaft (August 2002)
Seiten: 2
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Marek Wallenfels

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