Aufbereitung von Klärschlämmen zu Sekundärbrennstoffen für Mono- und Mitverbrennung

Das Einzugsgebiet der Emschergenossenschaft in einer Größe von 865 km2 umfasst die Kernzone des rheinisch-westfälischen Industriegebietes mit den Großstädten von Dortmund bis Duisburg. Das anfallende Abwasser wird heute in vier Kläranlagen gereinigt und der anfallende Klärschlamm vor Ort ausgefault.

  Die Faulschlämme der Kläranlage Duisburg-Alte Emscher und des Klärwerkes Emschermündung werden zur weiteren Behandlung hydraulisch nach Bottrop zur Zentralen Schlammbehandlungsanlage gefördert. Die Faulschlämme der Kläranlage Bottrop werden hier ebenfalls weiter behandelt. Der Schlammdurchsatz der Emschergenossenschaft liegt bei ˜ 90.000 t TR/a. Lediglich die Kläranlage Dortmund-Nord ist mit einer eigenen Schlammbehandlungsanlage ausgerüstet.
Bereits seit Mitte der 60-er Jahre wird in Bottrop eine Schlammbehandlungsanlage betrieben. Damals waren die Schlämme geprägt durch die hohen Kohle- Einleitungsfrachten aus dem Bergbau. Der Klärschlamm konnte deshalb anfangs ohne Zugabe von weiteren Filterhilfsmitteln in den Kammerfilterpressen auf Feststoffgehalte von mehr als 50 % in nur 30 Minuten entwässert werden. Der so entwässerte Klärschlamm wurde hauptsächlich im benachbarten Müllheizkraftwerk Essen-Karnap in der Stützfeuerung verbrannt. Der entwässerte Schlamm konnte die bis dato eingesetzte Braunkohle bei nahezu gleichem Heizwert ersetzen. Durch die Verbesserung in der Aufbereitungstechnik bei den Bergwerken und dem Rückgang der Aktivitäten des Bergbaus gelangte ab dem Anfang der 80er-Jahre nur noch sehr wenig Kohle-Material in das Emscher-System. Aus diesem Grunde wurde eine Kohle-Dosier-Station in Bottrop errichtet, mit der man dem Klärschlamm vor der Entwässerung gezielt Feinkohle zugeben kann.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Verantwortungsbewusste Klärschlammverwertung (2001) (Juni 2001)
Seiten: 12
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dipl.-Ing. Roland Wolf
Fredy Bischof

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