Klimarelevanz der Energiegewinnung bei der Abfallentsorgung

Die Untersuchung der Klimarelevanz der Energiegewinnung bei der Abfallentsorgung dient zwei Zielen:
• Mit der Abfallverbrennung sollten zwei Umweltschutzaufgaben sinnvoll miteinander verbunden und optimiert werden: Zum einen die Entsorgung, d.h. die thermische Behandlung von Abfällen, und zum anderen die effiziente Erzeugung von und Versorgung mit Energie zur Substitution von fossilen Energieträgern.
• Darüber hinaus ist es wichtig aufzuzeigen, dass die im nationalen Klimaschutzprogramm genannten Ziele zur CO2-Minderung durch eine optimierte Energienutzung bei der Siedlungsabfallverbrennung und die daraus resultierende zusätzliche CO2-Emissionseinsparung unterstützt werden können.

 Im Folgenden wird am Beispiel der Siedlungsabfallverbrennung für Mischabfall dargestellt, inwieweit die Nutzung vorhandener Energiepotenziale in diesen Anlagen möglich ist und verbessert werden kann, um dadurch zur Reduzierung der klimarelevanten Kohlendioxidemissionen beizutragen. Da bei der Siedlungsabfallverbrennung - aufgrund der Erfüllung des Entsorgungsauftrages – zwangsläufig immer ein Anteil an klimarelevantem Kohlendioxid (CO2) anfällt, kommt der verbesserten Nutzung der Energieerzeugung aus Siedlungsabfall – verbunden mit einer besseren Energieabgabe – besondere Bedeutung zu.
Bei der Ermittlung der klimarelevanten CO2-Emissionen aus der Siedlungsabfallverbrennung wird zwischen Kohlenstoff biogenen und fossilen Ursprungs unterschieden. Die Energie in Form von Strom und Wärme, die aus dem biogenen Anteil im Abfall – z.B. Holz, Papier, Leder und Vegetabilien – erzeugt und genutzt wird, trägt zur Einsparung von klimarelevanten CO2-Emissionen bei.
In Deutschland werden von insgesamt sechzig thermischen Anlagen zur Behandlung des Siedlungsabfalls zurzeit 56 Verbrennungsanlagen mit Rostfeuerung betrieben. Bei allen Rostfeuerungsanlagen wird die Energie genutzt. Sie wird – je nach Standort der Anlage und Jahreszeit – als Strom, Fernwärme, Prozessdampf und/oder Heizdampf sowohl Dritten zur Verfügung gestellt als auch für die Deckung des Eigenenergiebedarfs genutzt.
Der gegenwärtige Beitrag der Siedlungsabfallverbrennung zur CO2-Emissionsminderung lässt sich wie folgt beziffern:
 Die von allen 56 Rostfeuerungsanlagen zusammen im Jahre 2000 abgegebene Energie von 2,99 x 106 MWh/a an Strom und 11,65 x 106 MWh/a an Wärme hat durch die Substitution von fossil erzeugter Energie zu einer CO2-Emissionseinsparung von etwa 4 Mio. t CO2 /a beigetragen. Davon entfallen auf die Stromabgabe 1,04 Mio. t CO2 /a und auf die Wärmeabgabe 2,96 Mio. t CO2 /a.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Ersatzbrennstoffe 2 (2002) (Juni 2002)
Seiten: 14
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Bernt Johnke

Artikel weiterleiten Artikel kostenfrei anzeigen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Integration der Müllverbrennungsanlage Dürnrohr in ein Kraftwerkskonzept
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (12/2004)
Die Abfallverwertung Niederösterreich Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (AVN), eine Tochtergesellschaft der Energieversorgung Niederösterreich AG (EVN AG), hat in Zwentendorf/Dürnrohr eine zweilinige Müllverbrennungsanlage errichtet, deren Inbetriebnahme im März 2003 begonnen hat und die nach einer Erprobungsphase am 1. Januar 2004 den kommerziellen Betrieb aufgenommen hat.

Energieeffizienz - Stand und Perspektiven der deutschen Siedlungsabfallverbrennung
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (4/2004)
Ergebnisse einer ITAD-Umfrage im Jahr 2003

Druck im Kessel Premium
© Rhombos Verlag (6/2008)
Eine Reihe von technischen Maßnahmen kann die Energieeffizienz von Abfallverbrennungsanlagen verbessern

Qualität von Rostaschen aus verschiedenen Müllverbrennungsanlage
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (3/2005)
Die Vorgaben der TA Siedlungsabfall, die eine Begrenzung des Gesamtkohlenstoffes (TOC) auf kleiner gleich Masseprozent und des Glühverlustes auf kleiner gleich 5 Masseprozent als Indikator für den Mineralisierungsgrad eines Restabfalls für die zu deponierenden Reststoffe für die Deponieklasse II vorschreibt, führen im Jahr 2005 zum Verbot der Ablagerung von unbehandeltem Restmull aus Hausmüll und hausmüllähnlichem Gewerbemüll.

Energieeffizienz des Müllheizkraftwerkes Mainz
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (3/2005)
Das MHKW Mainz ist ein Beispiel für die gelungene Nutzung von Synergien an einem Kraftwerksstandort.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?