Hochwasser 2021 in Bayern

In den Sommermonaten des Jahres 2021 ist es, wie in anderen Teilen Deutschlands, auch in Bayern durch Starkniederschläge und langanhaltenden Dauerregen zu Überflutungen und extremen Hochwasserereignissen gekommen. Beispiele sollen das verheerende Ausmaß verdeutlichen. In drei Landkreisen wurde als Folge der Katastrophenfall ausgerufen. Solche Ereignisse können ein enormes Schadenspotenzial entfalten und werden mit fortschreitendem Klimawandel häufiger erwartet. Daher sollen auch Maßnahmen zum Umgang mit der Gefahr durch Überflutungen infolge von Starkregenereignissen aufgezeigt werden.

Durch Starkniederschläge und langanhaltenden Dauerregen ist es insbesondere im Juli 2021 in den Bundesländern Rheinland- Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen zu Überflutungen und extremen Hochwasserereignissen an zahlreichen kleinen und mittelgroßen Flüssen gekommen [1]. Besonders vom 13. auf den 14. Juli kam es nach Schäfer et al. [2] im Westen von Deutschland zu intensiven Niederschlägen mit bis zu 100 bis 150 mm innerhalb von 15 bis 18 Stunden. Verursacht wurde dies durch das Tiefdruckgebiet Bernd. Der Oberflächenabfluss wurde insbesondere durch die besondere geografische Lage der betroffenen Regionen mit tief eingeschnittenen Flusstälern sowie durch überwiegend wassergesättigte Böden mit verringerter Aufnahmekapazität verstärkt. Dies führte zu einer rasanten Konzentration des Niederschlages auf der Geländeoberfläche und einem katastrophalen Abflussgeschehen abseits und in den Gewässern. Trotz ergriffener Maßnahmen zur Gefahrenabwehr kam es zu einer verheerenden Katastrophe, welche Todesopfer, Verletzte und flächendeckend Schäden an Wohngebäuden und der Infrastruktur hinterließ [1], [2]. In einigen Gebietskörperschaften wurde der Katastrophenfall ausgerufen [1].



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwritschaft - Heft 10 (Oktober 2022)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Lisa-Marie Rempe
Dr. Natalie Stahl-van Rooijen
Dipl.-Ing. Jonas Peter
Olga Unger

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