Das Global Water and Climate Adaptation Centre

Der Deutsche Akademische Austauschdienst hat im Jahr 2021 vier globale Klimazentren etabliert. Die Zentren verstehen sich als deutscher Beitrag zur Beantwortung dringender Fragen und Herausforderungen der Gegenwart. Eines der vier Klimazentren ist das Global Water and Climate Adaptation Centre (ABCD-Centre) mit Hochschulpartnern in Aachen, Bangkok, Chennai und Dresden. Es fokussiert sich auf die Themen Wassersicherheit und Klimaanpassung mit einem Schwerpunkt auf die Region Süd- und Südostasien. Hauptziele des Projektes sind die Ausbildung von zukünftigen
Führungskräften vorrangig im Umweltbereich u. a. durch die Entwicklung eines gemeinsamen Masterprogramms „Water Security and Global Change“, eine internationale Kooperation in der Doktorandenausbildung, den Aufbau gemeinsamer Forschungsaktivitäten sowie die Etablierung eines Dialogs zwischen Wissenschaft und Praxis.

Der globale Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zählt zu den größten Herausforderungen der Gegenwart und näheren Zukunft. Vor diesem Hintergrund fand vom 31. Oktober bis zum 12. November 2021 im schottischen Glasgow die Weltklimakonferenz statt, um die internationalen Anstrengungen im Klimaschutz zu erhöhen und eine gemeinsame Antwort der 200 teilnehmenden Staaten auf den Klimawandel zufinden. Die vielversprechendsten Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels lassen sich in die Kategorien (a) Mitigation (Klimaschutz) und (b) Adaptation (Klimawandelanpassung) unterteilen. Klimaanpassungsmaßnahmen wurden in Glasgow im Rahmen einer Verpflichtungserklärung vereinbart, um insbesondere diejenigen Länder zu unterstützen, die die Folgen des Klimawandels zu bewältigen haben. Klimaanpassungsmaßnahmen werden primär im Wassersektor erforderlich sein. Hierbei geht es sowohl um die Bewältigung von Hochwasser- wie auch von Dürreereignissen sowie um eine gerechte Wasserverteilung. Auch wenn ein einzelnes Ereignis kein Beleg für die statistisch begründete Zunahme von hydrologischen Extremen liefert, so weisen doch die Jahre 2018, 2019, 2020 und 2021 in Deutschland deutliche Auffälligkeiten auf. Während in den Jahren 2018, 2019 und 2020 in zahlreichen Flüssen historische Niedrigwasserstände erreicht wurden, hat das Juli-Hochwasser 2021 zu historischen Höchstwasserständen in den betroffenen Regionen geführt. Das Beispiel aus Deutschland kann aber auch auf viele andere Länder und Regionen weltweit übertragen werden, die ebenfalls unter Wassermangel oder Hochwasser in den letzten Jahren gelitten haben. Beispiele für extreme Hochwasserereignisse finden sich besonders in Süd- und Südostasien, doch auch das Dürrerisiko hat in dieser Region signifikant zugenommen. Indien ist von den verschiedenen Folgen des Klimawandels (Dürren, Überschwemmungen,Hitzewellen, sowie hierdurch induzierte Migration, Landnutzungsänderungen usw.) besonders betroffen. Die Anpassung an den Klimawandel erfordert eine integrierte, inter- und transdisziplinär Zusammenarbeit zwischen Ingenieur-,Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, um anpassungsfähige Infrastrukturen, Lösungen und Strategien zur Abschwächung künftiger Klimarisiken und -auswirkungen zu entwickeln.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 05 (Mai 2022)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Stamm
Dr.-Ing. Rocco Zimmermann
Dr. Stefan Diederich
Dr. André Lindner

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