Die interaktive Karte des Stauanlagenverzeichnisses für Deutschland 2022

Während für die großen Stauanlagen landesweite Verzeichnisse existieren, ist es schwierig, einen Überblick über die mittleren und kleinen Anlagen in Deutschland zu erhalten. Mit dem vorgestellten Stauanlagenverzeichnis soll versucht werden, diese Lücke nach und nach zu schließen und auch mittlere und kleine Talsperren, Rückhaltebecken, Staustufen, Pumpspeicher- und Sedimentationsbecken in einem zentralen Register mit den wichtigsten technischen Angaben zu erfassen.

„Was fehlt, kann nicht gezählet werden…“, wusste man schon vor fast dreitausend Jahren (Koh. 1, 15). So nimmt es nicht wunder, dass Wasserbauwerke, die nicht in Verzeichnissen erfasst sind, auch in keine Statistik eingehen können und weniger oder falsch wahrgenommen werden. Beispielsweise sind statistische Auswertungen von Schadensfällen nicht zuverlässig, wenn die Grundgesamtheit nicht (genau) bekannt ist [8]. In Deutschland sind die 371 nach den ICOLD-Kriterien und der DIN 19 700 als groß zu bezeichnenden Talsperren und talsperrenähnlichen Anlagen in einem zentralen Verzeichnis erfasst und werden auch in dem Buch Talsperren in Deutschland [21] sowie den entsprechenden Büchern oder Verzeichnissen in Sachsen [9], [10], [16], [20], Sachsen-Anhalt [22], Baden-Württemberg [6], Nordrhein-Westfalen [19] und Thüringen [23] vorgestellt und beschrieben. In verschiedenen Bundesländern sind auch mittlere Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken in z. T. öffentlich zugänglichen Verzeichnissen größtenteils erfasst [5], [16], zumindest dann, wenn sie im Eigentum der Bundesländer oder von Körperschaften öffentlichen Rechts sind. Private Anlagen, auch große, sind zuweilen nicht enthalten. Hinzu kommt, dass die Talsperrenbetreiber in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich organisiert sind: in einigen Ländern sind die meisten großen und mittleren Anlagen der Landesverwaltung direkt oder über einen Landesbetrieb zugeordnet, anderswo gibt es Verbände, Gebietskörperschaften oder Energie- bzw. Wasserversorger als Eigentümer und Betreiber. Zwei große Talsperren gehören dem Bund und werden von dessen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung betrieben, wie auch die Staustufen an den Bundeswasserstraßen. Kleine Talsperren, Staustufen und Wehre sind nicht zentral erfasst und finden sich meist nur in den Verzeichnissen der jeweiligen Betreiber, von denen manche im Internet zugänglich sind. Auch für die Flussdeiche und Stauhaltungsdämme in Deutschland gibt es kein nationales Register.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 01 (Januar 2022)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Prof. Dr.-Ing. habil. Reinhard Pohl

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Workshop zur Maßnahmenplanung und -umsetzung an großen Wasserkraftanlagen im Donaueinzugsgebiet
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2020)
Die Umsetzung der WRRL bedeutet an großen Flüssen eine beachtliche Herausforderung. Die Ziele können nur gemeinsam unter Einbindung aller Interessensvertreter erreicht werden. Wasserkraftunternehmen an den großen Gewässern im Donaueinzugsgebiet organisierten dazu im Jahr 2019 den Workshop „Ökologie und Wasserkraft an großen Gewässern“ mit Vertretern von Behörden, Universitäten, Planungsbüros und Fischereiverbänden mit dem Ziel, ein gemeinsames Verständnis hinsichtlich erfolgsversprechender Maßnahmen an großen Wasserkraftanlagen an großen Gewässern im Donaueinzugsgebiet zu entwickeln.

Simulation der Hydraulik von Kontrollarmaturen in Wasserversorgungsnetzen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2010)
Für die hydraulische Simulation der komplexen Wasserversorgungssysteme mit Kontrollarmaturen wird ein mathematisches Modell mit seinem numerischen Lösungsalgorithmus dargestellt, der das iterative Maschenverfahren von Newton-Raphson in einer spezifischen Form in Verbindung mit Hardy-Cross-Verfahren verwendet. Das Softwareprogramm wurde für das Pilotprojekt Erfurt an der Universität Karlsruhe entwickelt und implementiert. Der Lösungsansatz wird durch fehlende Kontrollanlagen des Durchflusses (PSV, FCV) und des Überdruckes (PFV, PBV) sowie deren Kombinationen mit anderen Kontrollarmaturen ergänzt.

Warum Digitalisierungsprojekte häufig scheitern, aber nicht müssen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (11/2021)
Das iwe-Institut für Wasser und Energiemanagement an der Hochschule Hof hat eine Metastudie zum Stand der Digitalisierung der Wasserwirtschaft in den deutschsprachigen Ländern durchgeführt. Das Fazit: Die Digitalisierung ist zu einem festen Bestandteil technologischer Lösungen und strategischer Entscheidungen geworden. In einer dreiteiligen Serie berichtet die WasserWirtschaft über die Ergebnisse der Studie. Im zweiten Teil der Serie geht es um die Erkenntnis, dass Technik nicht alles ist – und wie Menschen auf dem Weg der Digitalisierung mitgenommen werden können.

Zum Klimawandel im Harz und seinen Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (9/2021)
Mit deinen relativ hohen Niederschlägen in den Hochlagen und seine Talsperren spielt der Harz eine wichtige Rolle bei der Trinkwasserversorgung in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit dem Projekt "Energie- und Wasserspeicher Harz" zur Anpassung an den Klimawandel und dem beispielgebenden "Integrierten Gewässer- und Auenmanagement Oker im Nördlichen Harzvorland" werden zwei Projekte vorgestellt, in denen auf den Klimawandel reagiert wird.

Hitze und Niedrigwasser - Herausforderungen beim Betrieb thermischer Kraftwerke aus EnBW-Sicht
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2021)
Mit den Hitzeperioden seit 2003 sind Wasserführung und Temperatur an Rhein und Neckar besonders in das Interesse gerückt. Unterstützt durch prognostische Wasserhaushalts- und Wärmemodellierung ist die EnBW als Betreiber thermischer Kraftwerke bestrebt, zusammen mit der Behördenseite den Anforderungen der Gewässerökologie einerseits und der Versorgungssicherheit andererseits weitestmöglich Rechnung zu tragen. Im operativen Einsatz kann auch der Kraftwerkseinsatz entsprechend den Vorhersagen der Wasserführung geplant werden.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?