Siebüberlauf und Siebresteaufbereitung – Praxiserfahrungen im Kompostwerk Olpe

Im Zusammenhang mit stetig steigenden Störstoffgehalten beim Biogutinput wurde im Kompostwerk Olpe die Rottetechnik inklusive der Aufbereitungstechnik 2013 umgestellt. Die veränderte Verfahrenstechnik führte unter der Maßgabe, dass die Kompostqualitäten weiterhin den gesetzlichen Anforderungen der Gütesicherung entsprechen, zu einem deutlichen Anstieg der Siebüberlauffraktionen. Durch zusätzliche verfahrenstechnische Optimierungen soll eine weitergehende stoffliche Verwertung dieser Fraktionen erreicht werden.

as Kompostwerk Olpe wurde 1991 mit einer Jahreskapazität von 20.000 t im Brikollareverfahren in Betrieb genommen. Nach mehreren Umbauten und Erweiterungen lag die Durchsatzleistung zuletzt bei 58.000 t/a.

2012/2013 erfolgt die Umstellung auf eine Tunnelkompostierung. Mit dieser Verfahrensänderung ging auch ein Umbau des gesamten Aufbereitungstechnik einher. Diese ermöglicht nunmehr eine Trennung in die drei Stoffströme Fein-, (Kompost) Mittel- und Grobfraktion.

Mit dieser grundlegenden Änderung reagierte der Betreiber auf die stetig steigenden Anforderungen an die Kompostqualität bei gleichzeitig zunehmenden Fremdstoffgehalten im Biogut. Der Gehalt lag ursprünglich – das heißt mit Einführung der Biotonne im Jahr 1991 und entsprechender Öffentlichkeitsarbeit – bei ca. 1 Gew.-%, verschlechterte sich aber im Laufe der Jahre auf über 5 Gew.-%.

Um dieser Situation Rechnung zu tragen, wurde im Jahr 2017 ein Nahinfrarotdetektor (NIR) nachgerüstet. Mit diesem Aggregat kann die Grobfraktion soweit gereinigt werden, dass sie nicht mehr verbrannt werden muss.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 32. Abfall- und Ressourcenforum 2021 (Oktober 2021)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 3,00
Autor: Dipl.-Ing. Klaus Remm

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