Lösungsstrategien für die Sedimentations-problematik an der Wahnbachtalsperre

Die Vorsperre der Wahnbachtalsperre ist von starker Verlandung betroffen. Ihre Funktion, der Schutz der Hauptsperre vor Feststoff- und Keimeinträgen, ist daher nicht mehr gewährleistet. Als potenzielle Lösungsansätze wurden die trockene Ausbaggerung, die Entwässerung in Spülfeldern und in Geotextilschläuchen, mechanische Entwässerungsverfahren und der kontinuierliche Sedimenttransfer miteinander verglichen. Letzterer erwies sich unter den gegebenen Randbedingungen als die ökologisch und wirtschaftlich sinnvollste Lösung.


1 Veranlassung

Die Wahnbachtalsperre ist eine große Trinkwassertalsperre im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Gespeist wird der Stausee maßgeblich durch den Wahnbach, welcher zunächst in eine Vorsperre mündet. Da die Nährstoffkonzentration des Wahnbaches zur Eutrophierung im Stillgewässer führt, wird das gesamte Wasser in einer Phosphoreliminierungsanlage (PEA) behandelt, bevor es in die Hauptsperre geleitet wird. Durch die Verlandung der Vorsperre kommt es in Hochwasserzeiten vermehrt zu Entlastungen von der Vor- direkt in die Hauptsperre, da Hochwasserwellen durch die begrenzte Speicherverfügbarkeit nicht mehr abgefangen werden können. Weil dieser Wasseranteil nicht in der PEA behandelt werden kann, beeinträchtigt jedes Überlaufereignis die Rohwasserqualität in der Hauptsperre. Um die Anzahl dieser Ereignisse zu reduzieren und die Wasserqualität zu bewahren, ist die Wiederherstellung der Stauraumkapazität der Vorsperre erforderlich. In Abhängigkeit von den Standortbedingungen und der Beschaffenheit des eingelagerten Sediments stehen mehrere Möglichkeiten zur Entfernung des Feststoffüberschusses aus der Vorsperre zur Verfügung [1].

2 Sedimentologische Situation der Vorsperre

Die Vorsperre der Wahnbachtalsperre ist von so starker Verlandung betroffen, dass einige Gewässerbereiche bereits keine Wasserüberdeckung mehr aufweisen (Bild 1). Um das abgelagerte Volumen beziffern zu können, wurden die mit einem Boot erreichbaren Gewässerbereiche 2017 sonographisch erfasst und mit der Ursprungskubatur der Vorsperre von 1956 verglichen. Die Berechnungen für diesen Bereich ergaben ein Sedimentvolumen von rund 49 000 m³. Über ein Drittel der Fläche konnte aufgrund mangelnder Wasserüberdeckung jedoch nicht mit dem Sonargerät befahren werden. Der Bereich 1 (Bild 2) wies eine Wassertiefe von rund 20 cm auf, während der Bereich 2 (Bild 2) bereits fast vollständig trocken lag. Unter der Annahme dieser Wasserüberdeckungen wurde im Abgleich mit der Ursprungskubatur das Sedimentvolumen dieser zwei Bereiche auf rund 7 600 m³ geschätzt.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 05 (Mai 2020)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Ricarda Lothmann

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