Können Fremdstoffe bei der Biogutbehandlung wirksam entfernt werden?

Fremdstoffe, insbesondere Fragmente von Folien und Glas, sind wesentliche Hemmnisse für die Vermarktung von Komposten aus Biogut. Deshalb ist auf den Behandlungsanlagen ein gezieltes Fremdstoffmanagement notwendig, dessen Erfolg im Wesentlichen von der technischen Ausstattung und dem praktischen Betrieb der Anlage bestimmt wird.

Seit Beginn der separaten Erfassung von Biogut stehen dessen Verunreinigung mit Fremdstoffen und der damit einhergehende Fremdstoffgehalt in den erzeugten Komposten im Fokus der Behandlungs- und Verwertungsbranche. Flüssige Gärprodukte sind von Fremdstoffen in der Regel nicht betroffen, wohl aber von Störstoffen, den mineralischen Sedimenten, die sich in den Lagern absetzen.

Durch die Novelle der Düngemittelverordnung im Jahr 2017 und die abgesenkten Werte für die Flächensumme bei der Gütesicherung der Komposte drängt das Thema Fremdstoffmanagement stärker in den Vordergrund. Insbesondere fordert der Markt für Komposte nahezu vollständige Fremdstofffreiheit. Für den interessanten Weg in den ökologischen Landbau sind Fremdstoffe im Kompost ein besonderes Hindernis.

Aus den Auswertungen der Bundesgütegemeinschaft Kompost geht hervor, dass Komposte aus Biogutvergärungsanlagen eher Schwierigkeiten haben, die Grenzwerte einzuhalten; die Ursache hierfür ist zu diskutieren. Die typische Antwort, dass Vergärungsanlagen den Input stärker zerkleinern als reine Kompostierungsanlagen, trifft aus Sicht der Autoren nicht zu. Denn dann hätten Tunnelvergärungsanlagen ohne vorgeschaltete Aufbereitung kein Fremdstoffproblem. Dies ist aber nicht der Fall.

Sowohl bei der unmittelbaren Kompostierung des Bioguts als auch bei der Kompostierung fester Biogutgärreste kommt aus Sicht der Autoren den Aufbereitungsaggregaten eine große Bedeutung zu. Vor allem aber ist die Kompostierung mit ihrer Technik und der Betriebsführung entscheidend für das Fremdstoffmanagement. Diese These soll nachfolgend begründet werden. Da empirische Daten weitgehend fehlen, beruht die Einschätzung auf den praktischen Erfahrungen der Autoren und dem Erfahrungsaustausch mit Betriebsleitern, Anlagenbauern und anderen. Eine Untersetzung durch belastbare Untersuchungen ist wünschenswert bzw. erforderlich.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 03 (März 2020)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Thomas Raussen
M.Sc.agr Auke Lootsma
Dipl.-Biol. Werner Sprick

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven für die Kompostwirtschaft
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Die Bioabfallwirtschaft hat sich als zentrale Säule der modernen Kreislaufwirtschaft etabliert. Natur- und Umweltverbände wie der NABU und die DUH fordern einen Ausbau der getrennten Erfassung von Bioabfällen.

Neue Ausrichtung der Bioabfallverwertung - Ein Beispiel aus dem Landkreis Bodenseekreis
© Universität Stuttgart - ISWA (9/2008)
Tagtäglich werden wir mit neuen Hiobsbotschaften bzgl. unserer Energiepreise konfrontiert. Vor allen der Energiehunger der so genannten Schwellenländer Indien und China lässt die Rohöl- und Erdgaspreise in astronomische Höhen klettern.

Leitfaden zu einem Qualitätsmanagement der sortenreinen Bioguterfassung
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Biotonneninhalte weisen immer häufiger Fremdstoffgehalte auf, die eine Eignung zur Erzeugung hochwertiger Dünger einschränken oder sogar verunmöglichen. Die sortenreine Bioguterfassung ist offensichtlich kein Selbstläufer. Die BGK plädiert bei der getrennten Sammlung daher für ein gezieltes Qualitätsmanagement. Sie hat dazu eine „Orientierungshilfe für qualitätssteigernde Maßnahmen“ erstellen lassen. Die wesentlichen Aspekte werden in diesem Beitrag dargestellt.

Siebüberlauf und Siebresteaufbereitung – Praxiserfahrungen im Kompostwerk Olpe
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Im Zusammenhang mit stetig steigenden Störstoffgehalten beim Biogutinput wurde im Kompostwerk Olpe die Rottetechnik inklusive der Aufbereitungstechnik 2013 umgestellt. Die veränderte Verfahrenstechnik führte unter der Maßgabe, dass die Kompostqualitäten weiterhin den gesetzlichen Anforderungen der Gütesicherung entsprechen, zu einem deutlichen Anstieg der Siebüberlauffraktionen. Durch zusätzliche verfahrenstechnische Optimierungen soll eine weitergehende stoffliche Verwertung dieser Fraktionen erreicht werden.

Kunststoffe im Kompost – Praxisversuch zur Bestimmung der Polymerzugehörigkeit
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
In einem Praxistest wurden Komposte aus acht verschiedenen Bioabfallbehandlungsanlagen mit vorgeschalteter Vergärungsstufe untersucht. Insgesamt wurden zehn Komposte (jeweils mit dreifacher Wiederholung) untersucht. Hierbei sollten Folienkunststoffe und insbesondere BAW-Folienpartikel identifiziert werden. Die Kunststoffpolymergruppenbestimmungen wurden von der Universität Bayreuth durchgeführt.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

SIUS GmbH
der Spezialist für biologische
und mechanisch-biologische
Verwertung organischer Stoffe