Modellansatz zur Bestimmung der Nährstoffbelastung und ihrer Reduktion in allen deutschen Flussgebieten

Im Rahmen der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie [1], der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie [2]
sowie der EG-Wasserrahmenrichtlinie [3] (EG-WRRL) sind unter anderem Maßnahmen zu planen, um Stickstoff- und Phosphoreinträge und -konzentrationen zu reduzieren. Die Entwicklung und Etablierung einer bundesweiten Nährstoffmodellierung bietet sich hierfür an. In AGRUM-DE wird ein bundesweiter Modellansatz zur Ermittlung der Nährstoffeinträge, des Handlungsbedarfs sowie möglicher Maßnahmenszenarien für alle deutschen Flussgebietseinheiten entwickelt.


Veranlassung für eine deutschlandweite Nährstoffmodellierung sind die Pilotanfrage der EU-Kommission über diffuse Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft und die diesbezügliche Antwort der Bundesregierung. Insbesondere zur Umsetzung des § 14 der OGewV (Bewirtschaftungsziele für Stickstoff) ist eine deutschlandweite Modellierung erforderlich. Des Weiteren werden aktuelle quantitative Aussagen für die weitere Berichterstattung nach EG-WRRL und aber auch in Bezug auf die Nitratrichtlinie benötigt, um zum Beispiel den Reduktionsumfang zur Zielerreichung zu ermitteln.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Erarbeitung eines bundesweiten, von der Wasserwirtschaft und der Landwirtschaft gemeinsam getragenen, systemübergreifenden Lösungsansatzes nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig. Es gilt ein gemeinsames Verständnis bezüglich der Nährstoffeinträge, des hieraus resultierenden Handlungsbedarfs zur Erreichung der Zielvorgaben für das Grundwasser und die Gewässer sowie der Maßnahmen zur Abdeckung des Handlungsbedarfs zu finden. Im Projekt AGRUM-DE werden diese komplexen Zusammenhänge mit dem Modellpaket RAUMIS – mGROWA – DENUZ – WEKU – MEPhos – MONERIS analysiert (Bild 1).

Im Rahmen einer derartigen Modellierung ist eine möglichst flächendifferenzierte Ermittlung der Eintragsquellen, der Höhe und Art der Nährstoffeinträge sowie der relevanten Fließwege in die Gewässer notwendig, um die Einträge über das Grundwasser und die Oberflächengewässer bis hin zu den Küstengewässern unter Berücksichtigung der komplexen Abbau- und Umsetzungsprozesse von Stickstoff und Phosphor zu analysieren. Für die speziellen Anforderungen der EG-WRRL müssen Prognosen und Szenarien entwickelt werden, die politische und ökonomische Veränderungen im Bereich der Landwirtschaft abbilden. Dabei sollen auch die relevanten Fragen zu Stoffbelastung und Maßnahmeneffekten in Grundwasser, Oberflächen- und Küstengewässern für Stickstoff und Phosphor konsistent beantwortet werden. Diese Anforderungen sind im AGRUM-Modellverbund umgesetzt



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 01 und 02 (Februar 2020)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Benjamin Schmidt
Dipl.-Ing. Ute Kuhn
PD Dr. rer. nat. Michael Trepel

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