Neuartige Rohrverlegetechnik für nachhaltige Versorgungslösungen

Auf 100 m schiebt sie sich durch den Wald. Trotz ihrer beeindruckenden Dimensionen ist die Verlegeplattform PiPECrawler die umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Art der Rohrverlegung. Entwickelt hat die mit dem Förderpreis des Verbandes der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) ausgezeichnete neuartige Verlegetechnik die Max Bögl Wind AG. Erstmals zum Einsatz kam der PiPECrawler beim Pilotprojekt Naturstromspeicher Gaildorf. Hier entsteht die erste Wasserbatterie, die einen Windpark mit einem Pumpspeicherkraftwerk kombiniert und als Energiespeicher der Zukunft dient.


Die Welt braucht neue Lösungen für alt bekannte Herausforderungen. Die Versorgung von Energie und Trinkwasser gehören zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Diese klima- und umweltfreundlich sicherzustellen, daran werden Ingenieure in Zukunft gemessen. Die Max Bögl Wind AG - ein Unternehmen der Firmengruppe Max Bögl - hat zum Zweck der Versorgungssicherheit und Netzstabilität eine Lösung entwickelt, die einen Windpark als Energiequelle und ein Pumpspeicherkraftwerk als Stromspeicher der Zukunft miteinander kombiniert. In einem ersten Projekt entsteht derzeit die sogenannte Wasserbatterie mit dem Pilotprojekt Naturstromspeicher in Gaildorf. Dort dienen die Fundamente von vier Windkraftanlagen auf einem Höhenzug als Oberbecken, durch Druckrohrleitungen aus Polyethylen (PE) verbunden mit einem Unterbecken im Tal. Um die Natur und den Baumbestand zu schonen, haben sich die Planer entschieden, die Rohre unter bestehenden Trassen zu verlegen. Diese hat man in den Wirtschaftswegen im Wald gefunden. In diesem Zusammenhang entstand bereits 2015 die Idee einer vom Standard abweichenden Rohrverlegung.

Funktionsweise des PiPECrawlers

Als Komplettsystem umfasst die Verlegeplattform insgesamt 100 m. Diese Dimensionen lassen die logistischen Herausforderungen erahnen. Dennoch können die einzelnen Bestandteile und Maschinen, die als Summe den neuartigen PiPECrawler entstehen lassen, mit Standard-LKW transportiert werden. Dies ist kostengünstig und komfortabel in Bereichen, in denen wenig Platz zum Rangieren vorhanden ist und Schwertransporte nicht zugelassen sind. Betrachtet man den Zeitbedarf für den Aufbau der Plattform, so ist dieser vergleichbar mit der Verbausicherung und Baustelleneinrichtung konventioneller Verlegearbeiten.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 09 (September 2019)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Jörg Zinner

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