Synergien des Nationalen Hochwasserschutzprogramms mit naturschutzfachlichen, gewässerökologischen und klimapolitischen Zielsetzungen

Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz werden Maßnahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms im Hinblick auf potenzielle Synergien mit wichtigen parallelen Umweltzielen analysiert, systematisiert und bewertet. Ziel sind praxisnahe Empfehlungen im Hinblick auf Kriterien und Methoden zur Ermittlung und Bewertung von Synergien sowie zur möglichst umfänglichen und gezielten Berücksichtigung bei der Umsetzung des Programms.

Als Reaktion auf die verheerenden Hochwasser im Juni 2013 im Elbe- und Donaugebiet wurde durch die Umweltministerkonferenz vom 2. September 2013 die Erarbeitung eines Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP) beschlossen. Das koordinierende Bundesumweltministerium will mit dem NHWSP in erster Linie zur beschleunigten Umsetzung prioritärer, überregional wirkender Maßnahmen des vorbeugenden Hochwasserschutzes beitragen.Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) wurde beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Flussgebietsgemeinschaften und unter Beteiligung der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA) Kriterien und Bewertungsmaßstäbe für die Identifikation und Priorisierung von wirksamen Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, insbesondere zur Gewinnung von Rückhalteräumen mit signifikanter Wirkung auf die Hochwasserscheitel und zur Beseitigung von Schwachstellen bei vorhandenen Hochwasserschutzmaßnahmen zu erarbeiten. Das übernahm eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des ständigen LAWA-Ausschusses Hochwasserschutz und Hydrologie (Leitung), der Flussgebietsgemeinschaften und der LANA und mündete im LAWA-Dokument „Nationales Hochwasserschutzprogramm. Kriterien und Bewertungsmaßstäbe für die Identifikation und Priorisierung von wirksamen Maßnahmen sowie ein Vorschlag für die Liste der prioritären Maßnahmen zur Verbesserung des präventiven Hochwasserschutzes" [1].
Das NHWSP umfasst inzwischen über 30 überregional wirkende Projekte zur Deichrückverlegung, über 60 Projekte zur gesteuerten Hochwasserrückhaltung (zumeist Flutpolder) und 16 Projekte zur Beseitigung von Schwachstellen (Kostenvolumen: rd. 5,8 Mrd. €). Damit sollen ca. 25.000 ha rezente Auen wiedergewonnen sowie mehr als 1.400 Mio. m3 zusätzliches Rückhaltevolumen durch steuerbare Polder geschaffen werden. Der Bund fördert die raumgebenden Maßnahmenkategorien (Deichrückverlegungen und gesteuerte Hochwasserrückhaltungen) über den Sonderrahmenplan „Maßnahmen des präventiven Hochwasserschutzes" bis zu einem Anteil von 6 %.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 07 und 08 - 2019 (August 2019)
Seiten: 3
Preis: € 10,90
Autor: Dr. rer. nat. Dr. agr. Dietmar Mehl
Janette Iwanowski
Dipl.-Ing. Bernd Hausmann

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