Mikroplastik in der Nahrung angekommen: Plastikrückstände im menschlichen Stuhl nachgewiesen

In einer Pilotstudie des österreichischen Umweltbundesamtes und der Medizinischen Universität Wien wurde erstmals Mikroplastik im menschlichen Stuhl entdeckt.

Foto: M. Boeckh (20.11.2018) Die Teilnehmer der Studie, fünf Frauen und drei Männer, leben in unterschiedlichen Ländern. Sie führten eine Woche lang ein Ernährungstagebuch und gaben anschließend eine Stuhlprobe ab. Alle Teilnehmer konsumierten in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke aus PET-Flaschen, die Mehrzahl von ihnen verzehrte Fisch bzw. Meeresfrüchte, und niemand ernährte sich ausschließlich vegetarisch.
Wissenschaftler des Umweltbundesamts analysierten den Stuhl der Teilnehmer hinsichtlich zehn der weltweit meist verbreiteten Kunststoffe. Bei allen acht Personen wurde Mikroplastik im Stuhl entdeckt, im Mittel 20 Mikroplastik-Teilchen pro 10 Gramm Stuhl. „In unserem Labor konnten wir neun verschiedene Kunststoffarten in der Größe von 50 bis 500 Mikrometer nachweisen“, erklärt Bettina Liebmann vom Umweltbundesamt. „Zusammenhänge zwischen Ernährungsverhalten und einer Belastung mit Mikroplastik können wir aufgrund der geringen Anzahl der Probanden nicht sicher herstellen“, erklärt Philipp Schwabl von der MedUni Wien.
„Die Auswirkungen der gefundenen Mikroplastikpartikel auf den menschlichen Organismus – insbesondere auf den Verdauungstrakt – können erst im Rahmen einer größer angelegten Studie erforscht werden“. Entzündungsreaktionen oder die Aufnahme schädigender Begleitstoffe im Magendarmtrakt seien nicht unwahrscheinlich.

Unternehmen, Behörden + Verbände: Umweltbundesamt Wien
Autorenhinweis: Martin Boeckh u. Sabine Enzinger, Umweltbundesamt Wien
Foto: M. Boeckh



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 6 - November 2018 (November 2018)
Seiten: 1
Preis inkl. MwSt.: € 5,75
Autor: Sabine Enzinger
Martin Boeckh

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Vegetable oil extraction of petroleum hydrocarbons from soil and subsequent separation via non-woven fabrics
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
The current combination, though, of using microemulsions of plant oil in water to extract mineral hydrocarbons in-situ from the soil and to separate that contaminated oil phase from water via non-wovens is novel and in preliminary experiments was shown be to very promising in terms of costs and performance.

Modellversuch und Numerik – Gegner oder Partner?
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2017)
Der Beitrag vergleicht numerische Methoden und Modellversuch für wasserbauliche Fragestellungen.

Moderne Analysetechniken zur Detektion von Spurenstoffen
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (7/2016)
Einbindung eines „Non-Target“-Screenings mittels LC-HRMS in die Routineuntersuchung von Wasserproben auf Spurenstoffe bei der GELSENWASSER AG.

Normen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit – Ingenieurmäßige Beurteilung im Talsperrenbau
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2016)
Normen allein können nicht die ingenieurmäßige Beurteilung im Talsperrenbau ersetzen. Auch Rechenprogramme liefern nur Ergebnisse, die von der Qualität der Eingabedaten und des Programmes abhängen. Weiterhin steht das angestrebte Sicherheitsniveau in unmittelbarem Zusammenhang mit wirtschaftlichen Anforderungen und Möglichkeiten. In diesem Spannungsfeld liegt die ingenieurmäßige Beurteilung von Planung, Bauausführung und Überwachung von Talsperren. In dem Beitrag werden Beispiele aufgezeigt, bei denen dieses „Engineering Judgment“ (nach Ralf B. Peck) fehlte. Engineering Judgment bedarf der Kenntnis von Theorie, Berechnung, Konstruktion und vor allem auch der praktischen Erfahrung. Schon in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts hat der weltweit geschätzte Praktiker und Professor für Geotechnik Peck die Frage gestellt: „Where has all the Judgment gone?“ Engineering Judgment bedingt Theorie und Praxis: Das Wappen des weltweit berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) beinhaltet die Intelligenz des Geistes und der Hände („mens et manus“) – der Ingenieur sollte beides vereinen.

Das hydraulische Laboratorium der TH Danzig
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (4/2016)
Obwohl die TH Danzig 1904 eingeweiht wurde, nahm das Hydraulische Labor seinen Betrieb erst 1925 auf. Durch geschickte politische und wirtschaftliche Bestrebungen wurde erreicht, dass diese Institution weiterhin deutsch geprägt blieb, obwohl die Freie Stadt Danzig ab 1920 dem Völkerbund unterstellt war. Diese Arbeit stellt das Labor vor, vergleicht es mit anderen ähnlichen Institutionen und beschreibt die wesentlichen Arbeiten, die bis zum Kriegsende durchgeführt wurden. Zudem werden die Hauptakteure des Labors, nämlich die Professoren Otto Schulze und Richard Winkel vorgestellt und ihr Einfluss auf die Entwicklung des deutschen Wasserbaus in der schwierigen Zwischenkriegszeit beschrieben.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?