Dezentral ist meist ideal: Mono-Klärschlammverbrennungsanlagen sind im Kommen

Die Bedeutung der thermischen Klärschlammverwertung in Deutschland nimmt zu. Im Bereich der Mono-Klärschlammverbrennung ist die Wirtschaftlichkeit das Hauptargument für den Bau zentraler Großanlagen. Doch dezentrale Kleinanlagen holen durch vielfältige Einsparpotentiale auf: anwenderfreundliche Automatisierung, Reduzierung der Transportkosten, überzeugende Vorteile durch Brennstoffflexibilität und erhöhte Energieausbeute.

Abb.: Wehrle (16.10.2018) Durch die in Kraft getretene neue Düngeverordnung wird die landwirtschaftliche Ausbringung von Klärschlamm sehr eingeschränkt. Zusätzlich fordert die Novelle der Abfallklärschlammverordnung die Rückgewinnung des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors für Kläranlagen der Größenordnung größer 50.000 Einwohnergleichwerten ab den Jahren 2029 bzw. 2031. Damit wird die thermische Behandlung von Klärschlamm zum Hauptentsorgungspfad von Klärschlämmen.
Das Interessante dabei: bei der Veraschung findet eine Aufkonzentration des Phosphors in der Festphase (Asche) statt – ein großer Vorteil hinsichtlich einer späteren Phosphorrückgewinnung! Zahlreiche Neubauten von großen zentralen Mono-Klärschlammverbrennungsanlagen mit Kapazitäten von mehr als 20.000 t Trockensubstanz (TS) pro Jahr sind in der Planung.
Zentrale Anlagen dieser Größenordnung sind wirtschaftlich realisierbar, müssen jedoch neben den regional anfallenden Klärschlämmen meist auch überregionale Fremdschlämme annehmen. Das verstärkt das Verkehrsaufkommen im Bereich des Anlagenstandortes und trübt durch den Transportaufwand die CO2-Bilanz. Beides beeinträchtigt die Akzeptanz der umliegenden Bevölkerung und führt oft zu langwierigen Genehmigungsverfahren...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Wehrle Umwelt GmbH
Autorenhinweis: Andrea Torrents, Wehrle Umwelt GmbH
Abb.: Wehrle



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 5 - Oktober 2018 (Oktober 2018)
Seiten: 1
Preis: € 5,75
Autor: Andrea Torrents

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