Grüner Wasserstoff: Überblick über Potenziale für die Energiewende

Der Durchbruch von erneuerbarem Wasserstoff (sogenanntem e-Hydrogen) steht unmittelbar bevor. Das zeigt eine ganze Reihe unterschiedlicher Projekte, die auf dem Energieträger basieren: Angefangen von Zügen, die Brennstoffzellen mit Wasserstoff und Batterien kombinieren, über Wasserstofftankstellen für PKW und LKW bis hin zu Industrieunternehmen, die grünen Wasserstoff in der Stahlherstellung einsetzen. Der Beitrag zeigt, dass Technologien wie die Dampf-Elektrolyse des Dresdner Cleantech-Unternehmens Sunfire effizienter werden – und damit kurz vor der Kommerzialisierung stehen.

Im EU-Projekt HELMETH, gefördert durch das Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) und die Europäische Union (EU), hat das Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) gemeinsam mit Sunfire vor Kurzem einen Fortschritt erreicht: Erstmals gelang es, den Wirkungsgrad für die Methangas-Produktion aus regenerativem Stromauf Basis thermischer Verkettung chemischer Prozesse in einer Demonstrationsanlage auf 76 Prozent zu steigern(Abb. 1). Erschlossen wurden dabei die Synergien zwischen Hochtemperatur-Elektrolyse zur Gewinnung von grünem Wasserstoff auf der einen und Methanisierung auf der anderen Seite. Die anfallende Abwärme bei der Methanisierung wurde erstmals konsequent in die Wasserdampf-Elektrolyse rückgeführt. Auf diese Weise gelang die Steigerung des Wirkungsgrades der Demonstrationsanlage, die auf dem Gelände des Unternehmens in Dresden in zwei handelsüblichen Seefracht-Containern von jeweils rund 6 m Länge untergebracht ist. Nach Einschätzung von Dimosthenis Trimis vom KIT, dem Koordinator des EU-Projektes HELMETH, ist bei einer Umsetzung in den Industriemaßstab sogar ein Wirkungsgrad von 80 Prozent möglich. Das Beispiel zeigt: Die Power-to-X-Technologien im Allgemeinen sowie Power to-Gas im Speziellen machen einen deutlichen Sprung in Richtung Wirtschaftlichkeit und Kommerzialisierung.Grüner Wasserstoff dient dabei nicht ausschließlich als Endprodukt, um etwa Brennstoffzellen zu befeuern, sondern wird auch als wertvoller Energieträgerin einem Zwischenschritt des Gesamtprozesses benötigt.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 06/07 - 2018 (Juni 2018)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Martin Jendrischik

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