Brennwerttuning – eine Technologie zur Erhöhung der Effizienz von Kesselanlagen

Die Kessel-Nutzungsgrade von Gas-Brennwertkesseln entsprechen in der Praxis nicht immer den Erwartungen ihrer Nutzer, Ursache hierfür können z.B. zu hohe Heizungs-Rücklauftemperaturen sein. Eine Möglichkeit, um den Jahresnutzungsgrad von solchen Bestandsanlagen zu erhöhen, ist die Brennwerttuning-Technologie, bei der die Kondensationswärme des Abgases nutzbar gemacht wird – und das bei einem überschaubaren technischen Aufwand für die Umrüstung.

Nachdem der Erfinder Richard Vetter in den 1980er-Jahren mit dem von ihm entwickelten Brennwertkessel den Weg für den Einsatz der Brennwertkesseltechnik geebnet hatte, begann in den 1990er-Jahren der breite Einsatz von Heizkesseln, die in der Lage waren, neben der sensiblen auch die latente Abgaswärme zu nutzen. Diese ergibt sich aus der Kondensation des Wasseranteiles im Abgas. Bei gasbetriebenen Feuerungsanlagen sind allein im Abgastemperaturbereich von 55–40 °C ca. 9 Prozent des Gaseintrages thermisch nutzbar. Bei ölbetriebenen Anlagen sind die nutzbaren Abgaswärmeanteile etwas geringer, da der Taupunkt bei Heizöl um ca. 8–9 K tiefer liegt als bei Erdgas.

Bis 2015 wurden in Deutschland ca. 5,5 Mio. Brennwertkessel zum Einsatz gebracht, das sind rund 26 Prozent aller Wärmeerzeuger. Von den 5,5 Mio. Brennwertkesseln wiederum stellen die Gas-Brennwertkessel mit 4,9 Mio. Stück die absolute Mehrheit dar. Diese imposanten Einsatzzahlen von Brennwertkesseln müssten sich jedoch in der nationalen Energiebilanz bemerkbar machen. Denn der Nutzungsgrad, d. h. das Verhältnis von Nennwärme- zu Feuerungswärmeleistung, liegt bei gasbetriebenen Heizkesseln heizwertbezogen bei 92 Prozent (Leistungsbereich: 400–1.000 kW) und bei gasbetriebenen Brennwertkesseln im gleichen Leistungsbereich sogar bei 104 Prozent. Das würde im Einsatzfall nach einem Kesseltausch eine Energieeinsparung bei Erdgaseinsatz von ca. 12 Prozent bedeuten. In der Praxis entsprechen die Kessel-Nutzungsgrade jedoch häufig nicht den Erwartungen: Legt man die jährlichen Abrechnungswerte von TECHEM zugrunde, so kann bei Objekten mit gasversorgten Wärmeerzeugern auf einen durchschnittlichen heizwertbezogenen Nutzungsgrad von lediglich 89–90 Prozent geschlussfolgert werden.

Warum ist das so?



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 05 - 2018 (Mai 2018)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Lars Hoelke
Andreas Lang

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