Zero Waste – eine abfallwirtschaftliche Utopie?

Zero Waste – eine Gesellschaft völlig ohne Abfall – ist eine Utopie, die aktuell und in absehbarer Zeit nicht zu erreichen ist. Nur wenige Stoffströme (z. B. Glas, Metall) sind dauerhaft rezyklierbar. Viele andere Materialien – bekanntestes Beispiel ist das Papier – erfahren beim Recyclingprozess eine Qualitätsminderung, sodass früher oder später eine Ausschleusung und Entsorgung des Stoffstroms erfolgen muss. Zudem werden auch in Zukunft große Mengen gemischter Restabfälle anfallen, die stofflich nicht mehr nutzbar sind und der energetischen Verwertung zugeführt werden müssen. Alternative thermische Verfahren, die hochwertige Produkte aus dem Restabfall versprechen, konnten ihre Funktionalität in diesem Bereich bisher nicht nachweisen und sich daher nicht als Alternative zur MVA etablieren.

Die Antwort auf die im Titel gestellte Frage ist schnell gegeben: Ja, Zero Waste, also eine Gesellschaft völlig ohne Abfall, ist eine Utopie, die aktuell und in absehbarer Zeit nicht zu erreichen ist. Warum dies so ist, warum selbst die perfekte Mülltrennung hier nur begrenzt weiterhelfen kann und warum eine 100-prozentige Kreislaufführung gar nicht erstrebenswert ist, sollen die folgenden Zeilen erläutern. Zunächst wird der grundsätzliche Aufbau der Abfallwirtschaft skizziert, um vor diesem Hintergrund die Möglichkeiten und Grenzen zur Kreislaufführung und damit zur Abfallminimierung abzuleiten. Der Fokus dieses Beitrags liegt dabei auf den Siedlungsabfällen.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 29. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (Mai 2017)
Seiten: 12
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Development of local municipal solid waste management in the Western Transdanubia region of Hungary
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Hungarian municipal solid wastes (MSW) management has developed tremendously over the past 15 years. More than 3,000 landfills and dumps had been closed, just to mention one improvement. However, still, lots of work is necessary to accomplish the EU’s ambitious aim of decreasing landfilling and increasing recycling and composting.

Resource Recovery from Waste Using the Input Flexibility of Waste Gasification Technology
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (9/2016)
Nowadays, gasification of waste or biomass is becoming the great interest all over the world. Especially, gasification of municipal solid waste (MSW) has been well-researched in Japan. The development of MSW gasification technology was started in the 1970s in Japan because of oil crisis. Several technologies have been researched and developed. The Direct Melting System (DMS), which is the gasification and melting technology developed by Nippon Steel & Sumikin Engineering Co., Ltd., is one of the developed waste gasification technologies in this era. This technology was introduced for commercial use in Kamaishi City, Japan in 1979. As well as this waste technology, other gasification technologies have been developed for commercial use and installed.

bifa-Text Nr. 65: Eigenverwertung von Bioabfällen - Eigenkompostierung, Eigendeponierung, illegale Eigenentsorgung
© bifa Umweltinstitut GmbH (12/2015)

Sicherung ausreichender Deponiekapazitäten in Baden-Württemberg
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2021)
Spätestens seit 2015 zeichnete sich auch in Baden-Württemberg eine zunehmende Verknappung der Deponiekapazitäten ab. Daher erarbeitete das Land in Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern und den kommunalen Spitzenverbänden eine landesweite Gesamtbetrachtung der Deponiesituation, um ausreichende Deponiekapazitäten für Baden-Württemberg sicherzustellen.

Zur Überwachung der Entsorgung von Gewerbeabfällen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (2/2021)
Mit der novellierten Gewerbeabfallverordnung wurden weitere rechtliche Grundlagen für die getrennte Erfassung von Abfällen und die Stärkung der stofflichen Verwertung geschaffen. Die auf den ersten Blick klaren rechtlichen Anforderungen treffen in der Praxis auf vielfältige Herausforderungen. Aus der Perspektive einer Abfallbehörde werden mit der Umsetzung verbundene Aufgaben, Fragen und Herangehensweisen dargestellt.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Leichtweiß-Institut
Physikalische und biologische
Aufbereitungs- und Behandlungs-
technologien, TU Braunschweig