Ökonomische Bedingungen des Recycling

Es hat fast schon Tradition, die ökonomischen Implikationen als Quell vieler unerwünschter Zustände zu betrachten. Die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie wird zwar nicht selten herbeigesehnt, dennoch überwiegt im Allgemeinen, das Wirtschaftliche für fehlgeleitete Entwicklungen, missliebige Situationen oder ungewollte Verhältnisse verantwortlich zu machen.

Wirtschaftliche Beweggründe werden oft für gesellschaftlich nicht akzeptierte Folgewirkungen verantwortlich gemacht. Dies führt nicht selten dazu, dass diesbezügliche Implikationen falsch analysiert, wenn nicht sogar vollständig negiert werden. Dies ist umso erstaunlicher, da jeder Einzelne hinreichend Markterfahrung besitzt. Auch Recyclingbemühungen unterliegen einer Kosten-Nutzen-Abwägung. Vor dem Hintergrund des Opportunitätsprinzips stehen verschiedene Handlungsoptionen zu Abfällen bzw. Altprodukten zur Verfügung. Über Stimuli der einzelnen Alternativen lässt sich die gewünschte Option durchaus als vorteilhaft darstellen. Auch fixe Recyclingquoten ändern nichts an den wirtschaftlichen Implikationen – lediglich die Handlungsoptionen werden eingeschränkt. Eine Maximierung der Recyclingquote blendet Kosten- und Erlösverläufe sowie Qualitätseinbußen und Umweltbeeinträchtigungen aus und zeugt von mangelndem Verständnis ökonomischer Zusammenhänge.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Recy & Depotech 2016 (November 2016)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 3,00
Autor: Prof. Dr. Heinz-Georg Baum

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Recycling von Kunststoffen aus EAG bei gleichzeitiger Eliminierung von Schadstoffen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2018)
Kreative Recyclingtechnologien sind in der Lage, Kunststoffe mit Flammschutzmitteln von solchen ohne zu trennen und somit REACH- und RoHS-konforme Sekundärrohstoffe herzustellen, die in neuen elektronischen Anwendungen eingesetzt werden können. Die größte Gefahr für eine erfolgreiche Entwicklung dieser Recyclingbranche stellt der rechtliche Rahmen dar. In dem Moment, in dem dieses Papier geschrieben wird, wird im Rahmen der POP-Verordnung ein neuer Vorschlag formuliert, der das Potenzial hat, diese neue Industrie zu stoppen.

Recycling-Quotenzauber - Wo stehen wir vor der nächsten Trilog Runde zum EU Abfallpaket
© Eigenbeiträge der Autoren (9/2017)
Bereits nach Vorliegen statistischer Daten der Abfallmengen 2012 hat die DGAW darauf verwiesen, dass nicht über 60%, wie die offizielle Statistik erklärt, sondern unter 40 % der Siedlungsabfälle tatsächlich recycelt, also als Sekundärwertstoff der Wirtschaft oder Landwirtschaft wieder zugeführt werden.

Bedeutung einer nachhaltigen Ressourcenpolitik für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (5/2017)
Ressourcenpolitik ist ein anspruchsvolles, internationales und politikfeldübergreifendes Handlungsfeld mit zahlreichen unterschiedlichen Akteuren und mannigfaltigen Ansatzpunkten. Die Ressourcenkommission am Umweltbundesamt (KRU) berät das Umweltbundesamt mit konkreten Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Ressourcenpolitik und hat sich das Ziel gesetzt, gemeinsam mit dem Umweltbundesamt dazu beizutragen, dem Ressourcenschutz in Deutschland und in der Europäischen Union mehr Gewicht zu verschaffen. In diesem Beitrag werden Visionen und Ansatzpunkte für ein ressourcenleichtes Leben und Wirtschaften vorgestellt, welche einer nachhaltigen Ressourcenpolitik für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft gerecht werden.

Chancen und Herausforderungen durch das KrW-Paket der EU
© IWARU, FH Münster (2/2017)
Ausgehend von einer Einordnung des Kreislaufwirtschaftspakets der EU in den Kontext internationaler Umweltpolitik, plädiert dieser Beitrag insbesondere für die Notwendigkeit der Anhebung und Harmonisierung EU-weiter Recyclingziele für Siedlungsabfälle bis 2030.

Kreislaufgeschäftsmodelle machen Design for Recycling profitabel
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2016)
Vor gut 25 Jahren wurde unter dem Begriff “Cradle to Cradle” die Vision von Produkten lanciert, welche am Ende ihres Lebens nicht Abfall werden. Seither wurde viel geforscht und entwickelt und es sind tausende von kreislauffähigen Produkten auf den Markt gebracht worden. Für viele Produktegruppen konnte gezeigt werden, dass der Rohstoffkreislauf auch bei modernen, industriellen Produkten geschlossen werden kann. Doch leider hat sich diese Produktionsform in der Breite noch nicht durchgesetzt. Was braucht es für den ökonomischen Erfolg von Kreislaufdesign?

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Abfallausstellung
Nur wer die Geschichte kennt,
siegt im ewigen Kampf
gegen den Müll