Erkenntnisse aus dem geodätischen Langzeitmonitoring beim Bau des Gotthard-Basistunnels

Für die Stauanlagen Curnera, Nalps und Sta. Maria im Vorderrheintal wurden spezielle geodätische Messanlagen eingerichtet, um allfällige, durch den Bau des Basistunnels verursachte Geländedeformationen zu überwachen. Nach mehreren Jahren Erfahrung kann im Wesentlichen gesagt werden, dass die Anlagen ihren Zweck erfüllen, die Talflanken – entgegen den Erwartungen – natürliche zyklische Bewegungen durchleben und der Einfluss des Tunnelbaus an der Erdoberfläche signifikant gemessen werden konnte.

Der Baubeginn des Gotthard-Basistunnels (GBT) erfolgte im Jahr 1993 mit ersten Arbeiten beim Sondierstollen Piora. Im Jahr 2002 startete der TBM-Vortrieb und der letzte Durchschlag erfolgte im März 2011. Anschließend wurde intensiv am Einbau der Bahntechnik gearbeitet. Seit dem Sommer 2015 läuft der Testbetrieb. Die Übergabe des Tunnelbauwerks an die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erfolgte im Juni 2016. Für die 2. Jahreshälfte 2016 ist der sogenannte Probebetrieb geplant, bevor der Tunnel im Dezember 2016 in den definitiven Bahnbetrieb übergeht. Aktuelle Informationen zu diesem Jahrhundert-Projekt sind auf der Webseite www.alptransit.ch abrufbar.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 09/2016 (September 2016)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Dante Salvini
Mario Studer

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