Temperaturanpassung und energetische Nutzung der Abgabe aus der Großen-Dhünn-Talsperre

Dreh- und Angelpunkt des Doppel-Projektes an der Großen-Dhünn-Talsperre ist der 66 m hohe Trinkwasserentnahmeturm, der mit 81 Mio. m3 Stauinhalt zweitgrößten Trinkwassertalsperre Deutschlands. Hier setzte der Wupperverband zum einen mit dem Bau des Thermorüssels ein zu 100 % vom Europäischen Fischereifonds (EFF) gefördertes Pilotprojekt zur Erwärmung des Unterlaufs der Dhünn um. Zum anderen etablierte er eine mit 20 % vom Programm progres.nrw geförderte 280-kW-Wasserkraftanlage, die neben den Grundablässen auch den neu errichteten Thermorüssel als Triebleitung nutzen kann.

Der Wupperverband als Betreiber der Großen-Dhünn-Talsperre und 13 weiterer Talsperren im Bergischen Land hat neben den klassischen Bewirtschaftungsansätzen an Talsperren, wie Hochwasserschutz und Niedrigwasseraufhöhung, mit der Umsetzung des im folgenden beschriebenen Projektes den Schulterschluss zu anderen, heute auch in der Wasserwirtschaft immer mehr in den Fokus gelangten Fachdisziplinen vollzogen. Unter anderem ist hier die regenerative Energieerzeugung aus Wasserkraft zu nennen. Ein seit jeher etabliertes Thema, dass flankiert von Energiewende und betriebswirtschaftlich interessanten Vergütungsmodellen eine wahre Renaissance erlebt.

Begleitet wird dies durch die Umsetzungen der WRRL-Ziele, einem hochdynamischen Prozess, der heute an einer klassischen Gewässergrenze, wie z. B. dem Absperrbauwerk einer Talsperre, nicht mehr halt macht. Durch die Verzahnung dieser Fachdisziplinen wird dem im Leitbild des Wupperverbandes verankerten Grundsatz der integralen Wasserwirtschaft nachdrücklich Rechnung getragen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 06/2016 (Juni 2016)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Thorsten Luckner

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