Moderne Analysetechniken zur Detektion von Spurenstoffen

Einbindung eines „Non-Target“-Screenings mittels LC-HRMS in die Routineuntersuchung von Wasserproben auf Spurenstoffe bei der GELSENWASSER AG.

Durch die Fortschritte in der chemischen Analytik sind die einsetzbaren Analysetechniken grundsätzlich vielfältiger geworden. Während bis um 1980 noch sehr intensiv die klassischen Verfahren wie Gravimetrie, Fotometrie, Dünnschichtchromatographie und auch schon die Gaschromatographie (GC) mit den typischen Detektoren wie ECD, FLD oder WLD zum Einsatz kamen, haben sich in den letzten Jahren die Möglichkeiten der Flüssigkeitschromatographie (LC) sehr stark erweitert. Durch die Weiterentwicklung der massenspektrometrischen Nachweismöglichkeiten und die Anwendung einer hochauflösenden Detektion (HRMS) ist man heute in der Lage, Stoffeinträge im ng/l-Bereich und tiefer zu messen. Erst durch diese Entwicklung war es möglich, Substanzklassen wie Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Arzneistoffe, Biozide, Flammschutzmittel, Kosmetika, Umweltstoffe sowie deren Transformationsprodukte in sehr geringen Konzentrationen zu erfassen.

In den letzten Jahren haben sich in einigen Wasserlaboratorien zunehmend neue Untersuchungsmethoden auf Basis der Gaschromatographie und Flüssigkeitschromatographie für Oberflächenwässer, Grund- und Trinkwässer etabliert, die zusätzlich zu der Untersuchung auf vorgegebene „Zielkomponenten“ (Target) unter die Begriffe „Suspect-Target-“ oder „Non-Target-Screening“ eingeordnet werden können. Bei diesen hochentwickelten Verfahren ist die rein chemisch-analytische Tätigkeit nicht mehr ausreichend, sondern bedarf aufgrund der enormen Datenmengen einer intensiven statistischen Nacharbeit.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 06/07 - 2016 (Juli 2016)
Seiten: 5
Preis: € 4,00
Autor: Dr. Claus Schlett
Elke Redeker

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