Alternatives Power-to-Gas-Konzept

Der Power-to-Gas-Technologie als Lösungsansatz zur Speicherung fluktuierend anfallender erneuerbarer Energie wird seit einiger Zeit eine große Bedeutung beigemessen. Die Vorteile der Technik liegen in der praktisch unbegrenzten Speicherdauer von Energie in Form von Wasserstoff bzw. Methan sowie der enormen Speicherkapazität, die durch die Nutzung der schon vorhandenen Infrastruktur des Erdgasnetzes möglich wird. Als Nachteil dieses Konzepts gelten die niedrige energetische Effizienz sowie die bisher fehlende Wirtschaftlichkeit. Im folgenden Artikel wird ein alternatives Anlagenkonzept vorgestellt, das durch die Integration in einen großindustriellen Standort eine verbesserte Wirtschaftlichkeit und erhöhte Energieeffizienz bietet.

Anstatt auf die Produktion der elektrischen Energie durch Abregelung zu verzichten, ist deren Speicherung z. B. durch die Power-to-Gas (PtG)-Technologie möglich. Die Technologie bietet neben einem Lösungsansatz für das Speicherproblem volatil anfallender erneuerbarer Energie im Stromnetz die Möglichkeit, diese für den Wärmesektor, wie z. B. im häuslichen Bereich als Brennstoff in Brennwertthermen, und im Mobilitätssektor als Kraftstoff für CNG-Fahrzeuge verfügbar zu machen. In den vergangenen Jahren wurde anhand von Demonstrationsanlagen, wieder von Audi in Werlte und E.ON in Falkenhagen, die technische Machbarkeit der Technologie gezeigt und erste Betriebserfahrung gesammelt. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Technologie wirtschaftlich betreiben zu können.

Eine Alternative zur PtG-Technologiestellt die Nutzung der überschüssigen elektrischen Energie z. B. zur Bereitstellung von thermischer Energie dar, der Ansatz wird auch als „Power-to-Heat“ bezeichnet. Hierdurch kann der Einsatz von fossilem Brennstoff und die damit verbundene CO2-Emission vermieden werden.

Eine technisch wie auch wirtschaftlich interessante Option kann sich durch Kombination der beiden Ansätze an Industriestandorten, bei denen wasserstoffhaltige Prozessgase bisher thermisch genutzt werden, ergeben. Im Folgenden werden die verschiedenen Ansätze vorgestellt.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 05 - 2016 (Mai 2016)
Seiten: 6
Preis: € 4,00
Autor: Dr. Markus Wolf

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