Kunststoffrecycling in der Schweiz – Herausforderungen und Trends –

Während in anderen europäischen Ländern seit Jahren Kunststoffabfälle aller Art separat gesammelt werden, kennt die Schweiz nur einzelne spezifische Separatsammlungen im Bereich Kunststoff. Bestehende Separatsammlungen sollen im Rahmen von gesetzlichen Vorgaben, doch basierend auf Freiwilligkeit, ausgebaut werden. Dabei liegt der Fokus auf der selektiven Separatsammlung, welche durch diverse Kriterien charakterisiert ist.

Das Schweizer Abfallleitbild von 1986 hält wichtige Prinzipien und Ziele der Abfallwirtschaft fest. Einer der Grundsätze des Leitbildes ist das Inlandprinzip, welches für die Schweiz eine Abfallentsorgung im eigenen Land sicherstellen will. Weiter besagt das Leitbild, dass Abfall dann der stofflichen Wiederverwertung zugeführt werden muss, wenn daraus eine kleinere Umweltbelastung resultiert, als wenn er verbrannt und entsprechend neu produziert würde. Das Umweltschutzgesetz hält diese Grundsätze gesetzlich fest. 2015 soll es revidiert werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Seit 2001 herrscht in der Schweiz zudem das Deponieverbot. Eine Verpackungsverordnung, wie sie in vielen europäischen Ländern üblich ist, kennt die Schweiz als solche nicht. Hierzulande definiert die Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV) eine Grenze für die maximal im Abfall erlaubten Einweggetränkeverpackungen und ein Pflichtpfand, falls die Recyclingsysteme nicht mit dem nötigen Nachdruck betrieben werden bzw. die Sammelquote unter ein bestimmtes Level fällt.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Recycling und Rohstoffe 8 (2015) (Juni 2015)
Seiten: 12
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Patrik Geisselhardt
Anita Leuthold

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