Smart KKS – Erkennen geringfügiger Beschädigungen der Umhüllung erdverlegter kathodisch geschützter Rohrleitungen

Kathodischer Korrosionsschutz (KKS) dient dem Schutz erdverlegter Stahlrohrleitungen gegen Einflüsse von außen und sollte einer möglichst kontinuierlichen Überprüfung unterliegen. Aktuelle KKS- Fernüberwachungssysteme übertragen zwar täglich Messwerte an Auswertezentralen, die von Fachpersonal ausgewertet werden, ermöglichen jedoch kein kontinuierliches Erfassen oder Auswerten von Messwerten. Der folgende Beitrag stellt das Konzept der Online Überwachung als neue Möglichkeit der KKS-Fernüberwachung dar.

Der kathodische Korrosionsschutz (KKS) ist ein technisches System, das zum zuverlässigen Schutz erdverlegter Stahlrohrleitungen gegen Außenkorrosion eingesetzt wird. Für Gashochdruckleitungen der öffentlichen Gasversorgung mit einem Betriebsdruck > 4 bar ist die Einrichtung dieses Schutzverfahrens sogar vorgeschrieben. Für die messtechnische Überprüfung der Wirksamkeit des KKS werden u. a. Fernüberwachungssysteme eingesetzt, deren Messwerte auch zur Zustandsbewertung kathodisch geschützter Rohrleitungen herangezogen werden können. Die aktuell verwendete KKS-Fernüberwachungstechnik ist darauf ausgelegt, die für den Nachweis der Wirksamkeit des KKS notwendigen Messgrößen zu erfassen und diese unverarbeitet an die Auswertezentrale zu senden. Diese Technik ist für eine kontinuierliche Überwachung der kathodisch geschützten Rohrleitung nicht geeignet. Für ein permanentes Monitoring ist der Einsatz einer neuen Technik erforderlich, die die KKS-Messgrößen kontinuierlich und mit hoher Abtastrate erfasst und vor Ort verarbeitet und auswertet, sodass nur die relevanten Informationen an die Auswertezentrale übertragen werden. Diese auf dem Fachgebiet des KKS neue Technologie wird als Online-Überwachung bezeichnet. Die Motivation für die Weiterentwicklung der Fernüberwachungstechnik zur Online-Überwachung ist die rechtzeitige Erkennung möglicher für die Rohrleitung gefährlicher Fremdeinwirkungen, welche z. B. auch die Ursache für das schwere Gasunglück in der Nähe der Stadt Ath in Belgien am 30. Juli 2004 waren.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 05 - 2015 (Mai 2015)
Seiten: 6
Preis: € 4,00
Autor: Dipl.-Phys Rainer Deiss
Dipl.-Ing. Matthias Müller

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