Standsicherheit von Großprofilen: Zustandserfassung, -bewertung und Sanierung

Die bauliche Beurteilung von großen Kanalprofilen erfordert besondere Aufmerksamkeit. Ursache hierfür ist, dass Großprofile gegenüber kleineren Kanälen ein erhöhtes Gefährdungspotenzial besitzen und nur bedingt durch eine standardisierte Bewertung nach DWA-M 149 beurteilt werden können. Zudem weisen sie häufig bauliche Besonderheiten auf. Nachfolgend wird neben der Erläuterung der genannten Punkte beispielhaft eine geeignete, weil an die Besonderheiten von Großprofilen angepasste Vorgehensweise für deren Beurteilung vorgestellt.

Kanäle sind ein wesentlicher Bestandteil unserer modernen Infrastruktur und stellen einen enormen Sachwert dar. Das ca. 550.000 km lange öffentliche Kanalnetz in Deutschland beispielsweise hat einen Wiederbeschaffungswert von etwa 600 Mrd. Euro [1]. Die Hauptschlagadern dieser unterirdischen Infrastruktur sind begehbare Kanäle (lichte Höhe > 1 m) bzw. sogenannte Großprofile (Abb. 1). Diese haben einen Anteil von 20 Prozent am öffentlichen Kanalnetz, was einer Gesamtlänge von über 100.000 km entspricht. In der Regel besitzen die Großprofile eine zentrale Funktion für das gesamte Netz. Die Erfassung des Zustands dieser Kanäle ist somit von besonderer Bedeutung und unerlässlich. Auch das Wasserhaushaltsgesetz (WHG § 61) schreibt vor: „Wer eine Abwasseranlagebetreibt, ist verpflichtet, ihren Zustand (…) zu überwachen.“



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 04 - 2015 (April 2015)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Markus Schade

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