Automatisiertes Berichtswesen - Transparenz in der abwassertechnischen Kommunikation

Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart betreibt vier Klärwerke. Die jeweiligen Betriebstagebücher wurden bisher manuell gepflegt. Ein automatisiertes Berichtswesen ermöglicht nun eine effiziente und zeitsparende Kommunikation nach innen und auch nach außen.

Bereits im Jahr 2003 wurde von der ATV-DVWK ein umfassendes Regelwerk herausgegeben, das darauf abzielt, die Vielzahl von betriebsrelevanten Daten, die in den auf Abwasserbehandlungsanlagen eingesetzten Prozessleitsystemen täglich anfallen, sinnvoll zu dokumentieren und auszuwerten. Auf Grund der Datenfülle, der Komplexität der Aufgaben und des dafür notwendigen Betriebspersonals können die im Regelwerk ausgearbeiteten Empfehlungen und Vorschläge zur Dokumentation und Datenanalyse allerdings von den Anlagenbetreibern meist nur im kleinen Stil umgesetzt werden. Zudem entstammen die für einen reibungslosen Abwasserbetrieb notwendigen Daten oftmals mehreren unterschiedlichen Quellen. Neben den automatischen Prozessmessungen sind unter anderem Laborwerte sowie anhand von Rundgängen protokollierte Kennzahlen zu archivieren. Als Sammelstelle dient dafür in der Regel das klärwerksinterne Betriebstagebuch.

Zweck dieser fortlaufenden Datenerfassung und -speicherung ist es, der Dokumentationspflicht des Unternehmens nachzukommen und ein einheitliches transparentes Monitoring des Anlagenbetriebs, der Betriebsmittelverbräuche und der Anlagenemissionen zu garantieren. Auch wenn die im Betriebstagebuch verwalteten Daten meist problemlos etwa in ein Tabellenkalkulations-Programm exportiert werden können, wird auf Grund des damit verbundenen erheblichen Zeitaufwands auf eine weiterführende Auswertung oftmals verzichtet.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 11/2014 (November 2014)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Boris Diehm
Dipl.-Ing. Thomas Hauck
Dr. Margit Popp
Ralph Stetter

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