Biofouling-Entfernung von Umkehrosmosemembranen mit salpetriger Säure

Umkehrosmose zur Abwasseraufbereitung und Meerwasserentsalzung kann die Trinkwasserverfügbarkeit in regenarmen Regionen erhöhen. Der Vorteil liegt in der hohen Qualität des Ablaufes (Permeat). Problematisch sind Biofouling und Scaling auf der Membranoberfläche, da sie die Permeatproduktion reduzieren und die Qualität beeinträchtigen. Die einstufige Reinigung mit salpetriger Säure (HNO2) bietet Vorteile gegenüber den konventionellen Reinigungsverfahren mit Natronlauge.

Biofouling auf Membranoberflächen mindert die Qualität des gewonnenen Permeats und reduziert gleichzeitig die Produktionsmenge. Um die Permeabilität wieder zu verbessern, ist es erforderlich, die Anlage zu stoppen und Membranmodule auszutauschen oder die Oberfläche der Membran zu reinigen. Je nach Applikation geschieht dies alle 3 bis 12 Monate. Der temporäre Stillstand von Umkehrosmoseanlagen zur Reinigung führt zu erheblichen Einbußen: Allein für Entsalzungsanlagen wurde weltweit ein jährlicher Schaden von 15 Milliarden US-$ geschätzt. Eine Alternative für etablierte zweistufige Reinigungsverfahren (Natronlaugespülung mit anschließender Säurespülung) stellt die einstufige Reinigung der chlorempfindlichen Polyamid- Kompositmembran (PKM) mit salpetriger Säure dar. Ihre biozide Wirkung wie auch ihre Fähigkeit, anorganische Ablagerungen zu entfernen, macht sie zu einem geeigneten Reinigungsmittel zur Entfernung von Biofilmen, die sich auf chlorempfindlichen Membranen ausbreiten.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 04 - 2014 (April 2014)
Seiten: 4
Preis: € 4,00
Autor: M. Sc. Ludwika Martha Nieradzik

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