Kommunales Engagement für eine nachhaltige Wasserversorgung in Indien

Seit 2011 arbeiten die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und die Stadtwerke Heidelberg zusammen mit dem staatlichen Wasserversorgungsunternehmen Uttarakhand Jal Sansthan (UJS) daran, die Wasserversorgung in dem nordindischen Bundesstaat durch eine höhere Energieeffizienz und eine nachhaltige Versorgung mit Strom zu verbessern. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Ökostrom-Produkts Heidelberg GREEN von den Stadtwerken Heidelberg. Die Kunden zahlen einen frei wählbaren Ökostrom-Aufschlag, der von dem regionalen Energieversorger für den Ausbau erneuerbarer Energien und für Energieeffizienz-Maßnahmen verwendet wird. Größter Kunde und damit der wichtigste finanzielle Unterstützer für das Projekt in Indien ist die Stadt Heidelberg, die alle ihre Liegenschaften mit dem Ökostrom-Produkt versorgt.

Verglichen mit dem Landesdurchschnitt Indiens ist die Versorgungssicherheit im Bundesstaat Uttarakhand hoch: Trotzdem wird die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten nur an vier bis acht Stunden am Tag mit Wasser versorgt, und an zwei bis vier Stunden pro Tag gibt es Stromausfälle. Der jahreszeitliche Verlauf des Klimas wird vom Monsun bestimmt. Daraus resultieren hohe Anforderungen an die Infrastruktur: Mehr als 65 Prozent des Jahresniederschlags gehen in drei bis vier Monaten nieder. Hochwässer führen im bergigen Uttarakhand zu großen Schäden: Oft werden Oberflächenwasser- Gewinnungsanlagen zerstört und die Wasserqualität wird durch hohe Trübung und Keimzahlen beeinträchtigt. 2013 wurde die Region durch eine Flutkatastrophe besonders stark verwüstet. Während der Trockenzeit von März bis Juni gibt es dagegen oft Wassermangel. Eine kurzsichtige Budgetverteilung erschwert außerdem die Wartung und Instandhaltung des Versorgungssystems.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 04 - 2014 (April 2014)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dr. Rudolf Irmscher
Tom Voltz
Prof. Dr.-Ing. Thomas Grischek
Dr. Hans-Wolf Zirkwitz

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