Instrumente und Initiativen zur Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie

Im folgenden Beitrag sollen Instrumente oder Initiativen zur Umsetzung der Hochwasserrisi¬komanagement-Richtlinie (HWRM-RL) vorgestellt werden. Die ausgewählten Beispiele stellen flankierende Maßnahmen dar, die zusätzlich zu den laut HWRM-RL durchzuführenden Arbei¬ten einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der Hochwasserrisiken und zur Bewusst¬seinsbildung bewirken können. Die Beispiele verdeutlichen auch, dass es für die Zielerrei¬chung der HWRM-RL wichtig ist, wesentliche Akteure außerhalb der Wasserwirtschaft mit einzubinden und durch Fachkommunikation zu erreichen.

Mit der Inkraftsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) und deren Umsetzung in Form des Wasserhaushaltsgesetzes in nationales Recht haben die Bundesländer bereits die vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos vorgenommen. Für die Gebiete bzw. Gewässer mit einem potenziell signifikanten Hochwasserrisiko werden bis Ende 2013 Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten erarbeitet. Anschließend sind für die ermittelten Risikogebiete angemessene Ziele und Maßnahmen zur Reduzierung der Hochwasserrisiken zu formulieren und in HWRM-Plänen bis Ende 2015 darzustellen. Bei der Umsetzung der Maßnahmen laut HWRM-RL ist eine Koordinierung und Abstimmung mit den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vorzunehmen.

Bei der Anwendung des integrierten Hochwasserrisikomanagements zur Zielerreichung der HWRM-RL ist es wichtig, viele Akteure und auch Wissenschaftszweige mit einzubeziehen. Etlichen Akteuren ist gar nicht bewusst, dass sie mit ihrer täglichen Arbeit direkten oder indirekten Einfluss auf die Umsetzung der HWRM-RL nehmen. Aufgabe der Wasserwirtschaft ist es deshalb, diese Aspekte auch in den Focus anderer Aufgabenträger und Wissenszweige zu rücken.

Die folgenden Beispiele sollen deshalb eine Auswahl von Möglichkeiten zur Verbesserung des Risikobewusstseins und zur Verringerung des Hochwasserrisikos auf verschiedenen Handlungsebenen aufzeigen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 11/2013 (November 2013)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. habil. Uwe Müller

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Umsetzungsinstrumente der HWRM-RL in Baden-Württemberg am Beispiel der Dreisam
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (11/2013)
Bereits mit der Erarbeitung der HWRM-Pläne in Baden-Württemberg soll die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen durch die Akteure unterstützt werden. Dafür wurden gemeinsam mit den relevanten Akteursgruppen landesweite Instrumente erarbeitet. Dies sind vor allem landesweite Ziele, ein daraus abgeleiteter Maßnahmenkatalog und eine darauf abgestimmte Ermittlung des Handlungsbedarfs sowie die intensive Beteiligung von Akteuren und Öffent¬lichkeit im Rahmen der Hochwasserpartnerschaften.

Leitfaden „Kommunales Hochwasserrisikomanagement als Teil der Umsetzung der HWRM-RL in Thüringen“
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (11/2013)
Die Städte und Gemeinden sind wichtige Akteure und Partner bei der Umsetzung der Hoch¬wasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL). Um sie mit dieser Aufgabe vertraut zu ma¬chen sowie Anleitung und Hilfestellung bei der Ableitung eigener Maßnahmen für das Lan¬desprogramm Hochwasserschutz zu geben, wurde im Freistaat Thüringen ein Leitfaden erstellt. Darin werden u. a. das HWRM, die Aufgaben der Kommunen und die Hochwasserkarten erläutert, Hinweise zur Bewertung des aktuellen Hochwasserschutzniveaus gegeben und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung des HWRM vorgestellt.

Die geplante Ertüchtigung des Sylvensteinstaudamms
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (4/2010)
Der Sylvensteinspeicher soll nach 50-jähriger Betriebszeit durch eine zusätzliche Schlitzwand im Damm sowie mit einem neuen Überwachungssystem für das Sickerwasser ertüchtigt werden. Die vorgesehenen Maßnahmen sind auch als Vorsorge gegen die Folgen möglicher Klimaänderungen zu verstehen, da die Größe und enge Folge der jüngeren Hochwasserereignisse in den Jahren 1999, 2002 und 2005 eine künftig stärkere Beanspruchung der Talsperren im alpinen Raum aufgrund des Klimawandels erwarten lassen.

Hochwassermanagement und Bauvorsorge – transnationale Ansätze im Mosel-Saar-Einzugsgebiet
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2009)
In den vergangenen Jahren wurde Europa von mehreren verheerenden Hochwasserereignissen heimgesucht. In Deutschland entstanden durch die großen Hochwasserereignisse der letzten Dekade allein materielle Schäden in Höhe von rund 13 Mrd. € [1]. Die Hochwasserereignisse an den wichtigen mitteleuropäischen Flüssen betreffen durch ihre grenzüberschreitenden Auswirkungen fast immer mehrere Staaten und Regionen. Effektiver Hochwasserschutz sowie wirksame Hochwasservorsorgemaßnahmen können daher nur lokal und gleichzeitig grenzüberschreitend realisiert werden. Diesem wesentlichen Ansatzpunkt trägt die Europäische Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie Rechnung (HWRM-RL[2]).

Risikokommunikation in der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie der EU – eine Evaluation von Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2009)
Die HWRM-RL fordert Information und Beteiligung der Öffentlichkeit. Das EU-Life-Projekt FloodScan evaluiert Informationsinstrumente um Empfehlungen für deren Gestaltung zu formulieren. So sollten zum ersten assoziative Blautöne in Gefahrenkarten verwendet werden. Zum zweiten sollten Fachbegriffe (Jährlichkeit!) unbedingt vermieden werden. Die Begriffe der HWRM-RL mit seltenen, mittleren und häufigen Ereignissen sind eine gute Alternative, besonders in Kombination mit Pegelständen. Schließlich sollten modellierte Szenarien zusammen mit vergangenen Hochwässern kommuniziert werden.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?