Hochwasserrisiken meistern - Das Vorgehen zur Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie in Niedersachsen

Am 23. Oktober 2007 ist die europäische Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) in Kraft getreten. Die Ergebnisse der ersten Arbeitsschritte zur Umsetzung der Richtlinie und das niedersächsische Vorgehen bis hin zur Erarbeitung der HWRM-Pläne werden vorgestellt.

Die schweren Hochwasserereignisse vom Sommer dieses Jahres haben erneut deutlich gemacht, wie wichtig und aktuell das Thema Hochwasserrisikomanagement ist. Denn nur wer mögliche Gefahren und Risiken kennt, kann Vorsorge treffen und sich schützen.

Die Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie befindet sich nun sechs Jahre nach ihrem Inkrafttreten in ihrem ersten Umsetzungszyklus. Sie verfolgt das Ziel des aktiven Risikomanagements, um negative Auswirkungen auf die vier Schutzgüter menschliche Gesundheit, Umwelt, wirtschaftliche Tätigkeit, Kulturerbe zu verringern. Der Schwerpunkt der im Hochwasserrisikomanagement-Plan (HWRM-Plan) zusammenzutragenden Maßnahmen liegt dabei nicht nur auf baulichen, sondern insbesondere auf vorsorgenden Maßnahmen.

In Niedersachsen hat der Hochwasser- und Küstenschutz seit je her eine besondere Bedeutung. Zur Umsetzung der HWRM-RL wurde im November 2009 eine Fachgruppe, bestehend aus Vertretern des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz, des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), des Landes Bremen sowie der Flussgebietsgemeinschaften Ems, Weser und Elbe gegründet, die unter Leitung des NLWKN die fachlichen Grundlagen für die Umsetzung der Richtlinie im Binnenland und im Küstenraum von Niedersachsen und Bremen erarbeitet.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 11/2013 (November 2013)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Kristina Vaupel

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