Die wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende

Die Energiewende wird den Strommarkt verändern. Die heutige „Energiewende“ ist derzeit allerdings in erster Linie eine „Strom-Angebots-Wende“, da weder die Energieeffizienz, d. h. der sparsame Umgang und niedrigere Verbrauch von Energie, noch die Gebäudeenergie oder Mobilität derzeit im Fokus der eigentlichen Energiewende stehen.

Die „Strom-Angebots-Wende“ führt dazu, dass die Stromversorgung immer dezentraler wird, immer mehr kleinere und mittelgroße Anlagen erneuerbarer Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) genutzt werden und immer weniger Großkraftwerke zum Einsatz kommen bzw. ausreichend genutzt werden. Derzeit kommen über 50 % der gesamten Investitionen in erneuerbare Energien von Privatpersonen. Großkonzerne fokussieren sich in erster Linie noch immer auf den Bau von Großkraftwerken, derzeit fast ausschließlich Kohlekraftwerke, oder aber große Anlagen erneuerbarer Energien wie beispielsweise Offshore Windparks. Dabei passen Kohlekraftwerke nur schlecht in eine nachhaltige Stromangebotswende. Sie produzieren deutlich mehr Treibhausgase als beispielsweise Gaskraftwerke. Zudem sind sie weniger flexibel als Gaskraftwerke, welche bei Schwankungen schneller reagieren können. Leider sind Gaskraftwerke immer weniger wirtschaftlich, da die Gaspreise in Deutschland anders als in anderen Ländern vergleichsweise hoch sind und die CO2-Preise aufgrund von Fehlfunktionen des Europäischen Emissionsrechtehandels immer weiter sinken. Steigende CO2-Preise könnten den Bau von Kohlekraftwerken wirtschaftlich unattraktiver machen. Doch solange sich die EU Länder nicht auf eine Angebotsverknappung von CO2-Zertifikaten und eine dynamische Anpassung von CO2-Obergrenzen einigen können, wird der CO2-Preis niedrig bleiben.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 25. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2013 (März 2013)
Seiten: 5
Preis: € 2,50
Autor: Prof. Dr. Claudia Kemfert

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Das Grünstrommarktmodell Vorschlag für ein optionales und kostenneutrales Direktvermarktungsmodell zur Versorgung von Stromkunden
© ANS e.V. HAWK (10/2014)
Eines der wesentlichen Ziele der aktuellen EEG-Novelle ist die Marktintegration der Erneuerbaren Energien. Dazu wird die verpflichtende Direktvermarktung auf Basis der gleitenden Marktprämie eingeführt. Gleichzeitig wurde das so genannte Grünstromprivileg, das bisher die Belieferung von Kunden mit Strom aus EEG-Anlagen ermöglicht hat, zum 1. August 2014 ersatzlos gestrichen.

DBFZ-Hintergrundpapier: Auswirkungen der gegenwärtig diskutierten Novellierungsvorschläge für das EEG-2014
© Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock (6/2014)
Im politischen Diskurs wurden in den letzten Monaten mit Blick auf die geplante Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) deutliche Einschnitte für die Bioenergie angekündigt. Im aktuell vorliegenden Entwurf für die Novellierung sind zentrale Punkte für den Bioenergiesektor die Streichung der Rohstoffvergütungen, die Mengenbegrenzung des jährlichen Ausbaus, sowie deutliche Veränderungen im Hinblick auf eine Flexibilisierung des Anlagenbestandes. Einzig die bisher begrenzt effektiven Vergütungen für spezielle Anlagen zur Behandlung von Rest- und Abfallstoffen sollen beibehalten werden.

Möglichkeiten der Strompreis-Entlastung für die Entsorgungswirtschaft
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (12/2013)
Spätestens seit die Übertragungsnetzbetreiber am 15.10.2013 ihre Prognose für die EEG-Umlage im Jahr 2014 in Höhe von 6,24 Cent/KWh bekannt gegeben haben, wird die Höhe des Strompreises bedingt durch staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen intensiv diskutiert. Ein hoher Strompreis betrifft jeden Letztverbraucher, aber besonders stromintensive Unternehmen und damit auch Unternehmen der Entsorgungswirtschaft, die für viele ihrer Tätigkeiten, wie etwa die Sortierung, große Mengen an Strom verbrauchen. Bereits nach derzeitiger Rechtslage bestehen indes viele Entlastungsmöglichkeiten für stromintensive Unternehmen, vor allem im Strom- und Energiesteuerrecht sowie im EEG. Diese Ausnahmetatbestände mit ihren umfassenden Neuerungen in 2013 (Novellierung des „Spitzenausgleichs“ im Strom- und Energiesteuerrecht zum 1.1.2013, Konkretisierung in der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung vom 31.7.2013) sollen in dem nachstehenden Beitrag erörtert werden. Zudem wird untersucht, inwieweit die Entsorgungswirtschaft von ihnen profitieren kann. Schließlich soll der Frage nachgegangen werden, was ein Unternehmen der Entsorgungswirtschaft bei der Strom- und Energiesteuer ansonsten zu beachten hat.

Demand-Response-Management als neues Erlöspotenzial für die Wasserversorgung
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (3/2013)
Die Energiewende macht es möglich – Wasserversorger können als Anbieter auf dem Markt für Regelenergie durch eine Flexibilisierung ihrer Energienachfrage neue Einnahmequellen erschließen. Wie genau dies möglich ist, untersuchte die Hochschule Ruhr West in Zusammenarbeit mit Capgemini Consulting.

Wasserstoff – mehr als nur eine mobile Anwendung
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (3/2013)
Die Sicherstellung einer zuverlässigen, wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energieversorgung ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Mit dem Energiekonzept formuliert die Bundesregierung Leitlinien für eine solche Energieversorgung und beschreibt erstmalig den Weg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien. Es geht um die Entwicklung und Umsetzung einer langfristigen, bis 2050 reichenden Gesamtstrategie.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?