Vom Entsorger zum Rohstofflieferanten - Eine Betrachtung aus Sicht des Supply Chain Management

Für eine ressourceneffiziente Wirtschaft müssen zukünftig neue Wertstoffkreisläufe erschlossen werden – eine Maßgabe, die sich in Deutschland mit der Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes widerspiegelt. Hierin verankert ist die fünfstufige Abfallhierarchie, die eine Stufenfolge aus Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Recycling und sonstiger, u. a. energetischer Verwertung von Abfällen vor einer Abfallbeseitigung festlegt, wobei die höherwertige Maßnahme den Vorzug erhalten soll.

Der weltweit steigende Bedarf an Ressourcen, die Rohstoffknappheit und neue EUVorgaben bilden die Basis für das Urban Mining, dessen Kerngedanke in der Gewinnung von Wertstoffen aus Zivilisationsabfällen und Produktionsreststoffen besteht. Doch Sekundärrohstoffe werden in der Produktion von Neuprodukten derzeit noch nicht in dem Maße eingesetzt, wie es im Sinne einer ressourceneffizienten Wirtschaft wünschenswert ist.
Um die Attraktivität des Sekundärrohstoffeinsatzes zu steigern, bedarf es u. a. robuster Logistiksysteme, die den hohen Qualitäts- und Lieferanforderungen der Abnehmer entsprechen. Das bedeutet, dass die Entsorgungsunternehmen verstärkt in die Lieferketten (so genannte "Supply Chains") der Produktionsunternehmen einbezogen werden müssen, was heute nur selten der Fall ist – sie müssen sich ihrer zukünftigen Aufgabe als Versorgungsunternehmen stellen. Hierzu bedarf es betriebswirtschaftlich tragfähiger Modelle und technischer Lösungen, um den Paradigmenwechsel: „Vom (linearen) Supply Chain Management zum (geschlossenen) Supply Cycle Management” vollziehen zu können.



Copyright: © IWARU, FH Münster
Quelle: 13. Münsteraner Abfallwirtschaftstage (Februar 2013)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 3,50
Autor: M.Sc. Michael Morch

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